Gesundheit

Ennepe-Ruhr-Kreis bei Komasäufern auf Platz drei in NRW 

Jugendliche, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kommen, werden auf der Intensivstation beobachtet.

Jugendliche, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kommen, werden auf der Intensivstation beobachtet.

Foto: Heinrich Jung

Hattingen.   Weniger Jugendliche haben Alkoholvergiftungen. Aber im Verhältnis zur Gesamtzahl der Jugendlichen, sind im EN-Kreis mehr als anderswo betroffen.

Die Zahl der jugendlichen Komasäufer ist in Hattingen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis rückläufig. Allerdings meldet das Statistische Landesamt jetzt für das Jahr 2017, dass der Anteil der betroffenen Jugendlichen, gemessen an der gleichaltrigen Bevölkerung einer der höchsten des Landes ist. Der Ennepe-Ruhr-Kreis liegt nach den Kreisen Soest und Euskirchen auf Platz drei. 0,4 Prozent aller Jugend­lichen kamen mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus.

In ganzen Zahlen sind das kreisweit 117 junge Menschen, die so viel getrunken hatten, dass sie ärztlich behandelt werden mussten. Dabei halten sich Jungen und Mädchen fast die Waage.

Kontrollen und Prävention

Insgesamt zeichnet sich in vergangenen Jahren ein Abwärtstrend ab, den auch Elena Kischkel aus der Jugendförderung der Stadt und das Caritas Suchthilfezentrum beobachten. „Das Komasaufen ist stark zurückgegangen“, sagt Kischkel. Vor einigen Jahren sei es gang und gäbe gewesen, dass Jugendliche bis zur Bewusstlosigkeit tranken. Vor allem 2008 und 2012 waren diesbezüglich Hochphasen. Schon ein Jahr vorher schickte das Suchthilfezentrum erstmals seine Sozialarbeiter mit Promilletestern auf das Altstadtfest. Bis heute gibt es dort und zum Rosenmontagszug Jugendschutzkontrollen. Die Bilanzen fielen zuletzt positiv aus.

In Zusammenarbeit mit der Caritas bietet die Stadt zudem regelmäßig Präventionsveranstaltungen in Schulen, Jugendtreffs oder Vereinen an. In der Regel richten die sich an Schüler der achten Klassen.

Mit Alkoholvergiftung auf die Intensivstation

Besonders gefährlich für Jugendliche sind mit Hochprozentigem vermischte Limonaden, bei denen der Alkohol wenig zu schmecken ist, weiß Dr. Andreas Tromm, Chefarzt der Inneren Medizin im Evangelischen Krankenhaus. Landen Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung dort, kommen sie auf die Intensivstation. Puls, Blutdruck und Atmung werden überwacht, eine Infusion verabreicht. Auch auf die Verstärkung von Wirkungen durch Partydrogen achten die Ärzte.

Je nach Statur und Gewöhnungsgrad können Jugendliche schon mit einem Promille das Bewusstsein verlieren. Im schlimmsten Fall kann das schwerwiegende Folgen haben, wie eine Hirnblutung nach einem Sturz oder – direkt durch den Alkohol bedingt – Organschäden, wie eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse. „Die kann sich in leichten Bauchschmerzen äußern, aber auch tödlich enden“, erklärt Tromm. Der Mediziner mahnt zudem, nie sein Glas unbeaufsichtigt zu lassen. Denn auch Fälle von K.o.-Tropfen im Drink kämen vor.

>>>Kontakt zur Jugendhilfe und dem Suchthilfezentrum

Präventionsveranstaltungen können bei der Jugendhilfe der Stadt Hattingen angefragt werden unter 02324/ 204-3855.

Bei allen Fragen hilft außerdem das Suchthilfezentrum der Caritas an der Heggerstraße 11 – auch anonym. Erreichbar ist es unter der Rufnummer 02324/ 56 990 40 oder per E-Mail unter shz@caritas-hattingen.de

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben