E-Autos

Elektromobilität läuft schleppend an

Foto: Stadtwerke

Hattingen.   Die heimischen Autohändlern haben nur wenige E-Fahrzeuge im Angebot. Die Nachfrage ist gering.Die Stadtwerke bieten für ihre Stromkunden jetzt kostenlose Probefahrten an

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Die Bundesregierung hat das Thema Elektromobilität zur Chefsache gemacht. Am Dienstag fand ein Beratungsgespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Spitzen der deutschen Automobilindustrie mit Blick auf die Förderung von Elektroautos statt. Denn die Regierung hat sich das Ziel gesetzt, dass bis 2020 eine Million dieser Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren sollen. In Hattingen sind die E-Fahrzeuge bislang ein Flop. Die Stadtwerke bieten für ihre Kunden jetzt Probefahrten an.

Ende 2015 waren in Deutschland weniger als 50 000 Elektroautos in Betrieb. Auch in unserer Stadt bilden die mit einem Elektromotor betriebenen Fahrzeuge eine Ausnahme. Die Gründe sind vor allem die niedrige Reichweite und die hohen Anschaffungskosten. Der Kaufpreis für einen Neuwagen liegt im Schnitt bei 20 000 bis 30 000 Euro für Kleinwagen. Weshalb die Bundesregierung über eine Kaufprämie von 5000 nachdenkt, um die Produktion anzukurbeln.

Zu wenige Ladesäulen im Stadtnetz

In Hattingen bietet unter anderem das Autohaus Möller Elektrofahrzeuge der Marke Nissan an. Dort hat es wenige Anfragen gegeben. Beim Autozentrum Witten-Hattingen werden ebenfalls seit drei Jahren über ein Pilotprojekt Elektro-VW angeboten. „Die Nachfrage ist wegen des Preis-Leistungsverhältnisses aber gering. Oft ist die Anbindung an den Strom schwierig, wenn zum Beispiel jemand in einem Mietshaus wohnt oder beim Arbeitgeber keine Ladestation vorhanden ist“, schätzt Marketingleiterin Nadine Meschede die Lage ein.

Beim Autohaus Kost wird zwar die Marke Renault verkauft, jedoch keine Elektrofahrzeuge des Herstellers. „Wir bekommen auch nur ganz selten mal Anfragen von Kunden“, erzählt Detlef Lübke aus dem Verkauf. Er schätzt, dass die Hattinger aufgrund der bislang kaum vorhandenen Ladesäulen Abstand vom Kauf eines Elektroautos nehmen.

Die Stadtwerke Hattingen haben deshalb ein Angebot ins Leben gerufen. Bis Ende 2017 können Stromkunden eine kostenlose Probefahrt machen. Diese Aktion wird von der Universität Duisburg-Essen wissenschaftlich begleitet. „Unsere Kunden können dabei helfen, eine neue Technologie weiterzuentwickeln“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Wille. Im vergangenen Jahr hatte Wille auch die Idee vorgetragen, weitere Ladesäulen im Stadtgebiet zu installieren. Denn bislang gibt es nur zwei öffentliche, eine am Rathaus und eine bei Geschäftsmann Andreas Morek in Welper. „Man muss aufgrund der wenigen Ladesäulen seine Route genau planen, wenn man längere Fahrten unternimmt oder in den Urlaub fährt“, merkt Stadtwerke-Vertriebsleiter Steven Scheiker an. Er denkt, dass bei höherer Nachfrage die Verkaufspreise sinken werden. „Im Moment sind Elektroautos überall nur ein Nischenprodukt“, sagt er.

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