Rettungsdienst

DRK Sprockhövel testet Hilfe bei der Schwerlastrettung

Notfallsanitäter Dominic Hirth und Rettungsassistent Tim Schneider zeigen die neue elektrisch-hhydraulische Trage im Rettungswagen an der DRK-Station Hoppe 2a.

Notfallsanitäter Dominic Hirth und Rettungsassistent Tim Schneider zeigen die neue elektrisch-hhydraulische Trage im Rettungswagen an der DRK-Station Hoppe 2a.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Weil der Rettungsdienst immer mehr schwergewichtige Menschen transportiert, wird in Sprockhövel eine elektrisch-hydraulische Trage getestet.

Die Probephase hat begonnen. Ein nagelneuer Rettungswagen mit elektrisch-hydraulischer Trage steht zurzeit an der DRK-Station Hoppe 2a in Sprockhövel. Es ist für den Ennepe-Ruhr-Kreis der erste Wagen mit dieser Ausstattung, der jetzt in den unterschiedlichen Städten des Kreises ausprobiert wird. Die Trage entlastet die Rettungssanitäter beim Krankentransport.

„Der Rettungsdienst ist ohnehin körperlich sehr belastend“, erklärt Thomas Neumann, Leiter Rettungsdienst im EN-Kreis. Zu der schweren Ausrüstung, mit denen die Frauen und Männer Erste Hilfe leisten, komme, dass die Menschen in den vergangenen Jahren immer schwerer geworden sind. „Wir müssen da auch an den Arbeitsschutz unserer Mitarbeiter denken, denn die leisten körperlich harte Arbeit.“

So eine Notfallausrüstung wiegt zehn bis 15 Kilogramm

Häufig werden sie zu einem Einsatz im dritten, vierten oder fünften Stock eines Hauses gerufen, in dem kein Aufzug vorhanden ist. Natürlich schleppen sie sofort auch alle technischen Geräte mit, damit sie keine Zeit verlieren. Auch, wenn sich herausstellt, dass sie nicht alles brauchen. „Zum Beispiel tragbare EKG-Geräte, auch Atemgeräte mit Akkus werden mit Hilfe des Schultergurtes direkt zum Patienten mitgenommen“, schildert Thomas Neumann die Situation bei jedem Einsatz.

So eine Notfallausrüstung wiegt zehn bis 15 Kilogramm. Zu den genannten Geräten kommen noch Blutdruckgeräte, Medikamente und einiges mehr. „Von der psychischen Belastung ganz zu schweigen. Denn wenn die Mitarbeiter mitten in der Nacht durch den Pieper aus dem Schlaf gerissen werden, springt der Körper natürlich auch in den Alarmmodus“, schildert Thomas Neumann die Situation, die er auch aus eigener Erfahrung kennt.

Hinzu kommt, dass man Anfang der 90er-Jahre auf Patienten getroffen sei, die vielleicht 80 Kilo gewogen hätten, heute „sprechen wir häufig über Menschen mit einem Gewicht von 95 Kilo.“ Neumann betont aber, dass es schon eine Herausforderung sei, Patienten mir 60 Kilogramm Körpergewicht mehrere Etagen hinunterzutragen. Auch das sei körperlich schon eine Herausforderung.

Vier Retter statt zwei

Den gesellschaftlichen Realitäten hat man auch die technischen Ausrüstungen ständig angepasst. Früher sei eine Standardtrage auf ein Gewicht von maximal 100 bis 150 Kilo ausgelegt gewesen, heute sei eine Traglast bis 200 Kilo normal. Da müssten auch schon mal vier bis fünf Mitarbeiter zu einem Einsatzort kommen, anstatt der üblichen zwei.

Dann kommt die Drehleiter zum Einsatz

In ganz schwierigen Situationen würden sehr übergewichtige Menschen aber nicht über mehrere Etagen durch enge Treppenhäuser nach unten getragen. Das sei nicht nur für die Rettungssanitäter, sondern auch für die Patienten eine strapaziöse Prozedur. Dann kommt die Drehleiter zum Einsatz, die bis 30 Meter in die Höhe reicht. Auf der kann problemlos eine Trage angebracht werden, so dass in solchen Fällen die Bergung durch ein Fenster passiert. „Das alles geht sehr ruhig vonstatten“, betont Neumann.

Damit bei der Schwerlastrettung die Sanitäter körperlich entlastet werden, sollen jetzt die Rettungsfahrzeuge mit den elektrisch-hydraulischen Tragen angeschafft werden. Der Prototyp, der jetzt in Sprockhövel steht, wird in allen Kreisstädten nacheinander getestet. Diese neuen Tragen ermöglichen es, dass das Personal die Patienten nicht mehr vom Boden aus mit der Trage ins Fahrzeug heben müssen. „Diese Arbeit übernimmt die neue Technik und ist eine enorme Erleichterung für die Sanitäter.“

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