Ehrenamt

Dieser Hattinger Arzt operiert im Urlaub Verbrennungsopfer

Dr. Karl Schuhmann, Chefarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie am EvK, arbeitete wieder zwei Wochen unentgeltlich für Menschen in Indien, die keine medizinische Versorgung haben.

Dr. Karl Schuhmann, Chefarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie am EvK, arbeitete wieder zwei Wochen unentgeltlich für Menschen in Indien, die keine medizinische Versorgung haben.

Foto: Fischer

Hattingen.   Ehrenamtliches Engagement ist Karl Schuhmann aus Hattingen wichtig. Deshalb behandelt er im Urlaub Menschen, die sich keinen Arzt leisten können.

„Das Operieren strengt mich nicht an. Ich bin dann endlich mal vierzehn Tage nur Mediziner, kann Menschen helfen und habe mit pausenloser Dokumentation nichts zu tun.“ Diese Aussage nimmt man dem Mediziner Dr. Karl Schuhmann, Chefarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie im Evangelischen Krankenhaus, ab. Zwei Urlaubswochen hat er in diesem Jahr wieder indischen Menschen geschenkt, um ihre teilweise schweren Verbrennungen zu operieren.

Die Belohnung ist für ihn das Lächeln, das die Operierten ihm schenken, das Glück, das er ihnen bringen konnte, wenn sie ihre Arme wieder bewegen können, was vorher durch schlimme Vernarbungen nicht mehr ging. Der Chirurg schenkt ihnen ein Stück Lebenqualität und das macht ihn glücklich.

350 Patienten stehen in der Warteschlange

Mit einem Spezialistenteam – wie schon in den vergangenen Jahren – ist der 51-Jährige wieder ins indische Bangalore gereist – drei plastische Chirurgen, ein Kieferchirurg, drei Anästhesisten, eine Allgemeinchirurgin, eine Assistenzärztin sowie eine OP-Schwester. Die Organisation Interplast Germany e.V. machte es möglich.

„Es gibt in Indien viele sehr reiche Menschen, aber eben auch viele, die keinen oder kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Die Mittelschicht fehlt“, erklärt der Arzt. Und da, wo große Armut herrscht, ist der Umgang mit offenem Feuer der Normalfall. Weil auch auf kleine Kinder nicht ständig aufgepasst wird, kommt es immer wieder zu fürchterlichen Verbrennungen der Kleinen.

Gefahren, wenn Verbrennungen nicht versorgt werden

Da viele Menschen kein Geld für eine gute medizinische Versorgung haben, vernarben die Verbrennungen häufig so, dass der Kopf nicht mehr frei bewegt werden kann, die Hände nicht mehr funktionstüchtig sind oder eben die Arme gar nicht mehr hochgehoben werden können, weil die verletzte Haut am Oberkörper angewachsen ist.

Häufig treten so genannte Narbenkontrakturen bei großen Verletzungen, Verbrennungen oder Entzündungen auf. Sie schränken die Beweglichkeit ein. „Durch die Verpflanzung von gesunder Haut an die verbrannten Stellen, stellt man die Funktion der Körperteile wieder her“, erklärt Karl Schuhmann. Bei den Operationen, die das Team vornimmt, geht es nicht um Ästhetik, sondern um Funktionen, die ein aktives Leben wieder ermöglichen.

Babys an Lippen- und Gaumenspalten operiert

Als das Ärzteteam in Bangalore eintraf, warteten schon 350 Menschen auf die Mediziner. „Wir haben es meistens mit jüngeren Menschen zu tun. Sechs Monate sind die jüngsten Babys, die an Lippen- und Gaumenspalten operiert werden, viele Kinder und Jugendliche kommen eben mit schweren Verbrennungen“, sagt Schuhmann.

Acht bis zehn Operationen schaffen die Ärzte am Tag. „Wenn wir nach einem Jahr wiederkommen, zeigen uns viele stolz die gelungenen Eingriffe.“

Viele Arbeitsmittel nehmen die Ärzte mit

Mit viel Gepäck macht sich das Ärzteteam jedes Jahr auf den Weg nach Indien. Zwei Koffer à 23 Kilogramm werden mitgeschleppt. „Nur zehn Kilogramm davon waren meine Sachen“, betont Dr. Karl Schuhmann.

Instrumente zum Operieren, Verbandszeug, Medikamente und vieles, was man im Operationssaal braucht, nahmen die Ärzte selbst mit.

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