Skulptur

Die „Schmelzer“ in Hattingen-Welper werden finanziert

Künstler Egon Stratmann, der eine enge Beziehung zur Hütte hat, zeigt im Modell die Skulpturen ehemaliger Hochofenarbeiter. Die Schmelzer sollen auf dem Marktplatz von Welper aufgestellt werden.

Künstler Egon Stratmann, der eine enge Beziehung zur Hütte hat, zeigt im Modell die Skulpturen ehemaliger Hochofenarbeiter. Die Schmelzer sollen auf dem Marktplatz von Welper aufgestellt werden.

Foto: Volker Speckenwirth / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Dank vieler Sponsoren und Mitteln des Landes kann das Kunstwerk von Egon Stratmann realisiert werden. Es wird in Hattingen-Welper aufgestellt.

Die Hütte war zwar nicht sein Arbeitgeber. Aber in der Hütte gearbeitet hat er trotzdem: der Künstler Egon Stratmann. Nichts lag da näher, als für Welper ein Kunstwerk zu schaffen, das an die große Zeit der Stadt erinnert. „Fast alle meine Verwandten haben dort gearbeitet, ich habe Hochöfen und Abstiche gemalt“, sagt der 82-Jährige. Jetzt wird die „Skulpturengruppe Schmelzer Welper“ gestaltet.

Stratmann nennt die Arbeit „Silbervögel“

Zu verdanken ist das Kunstwerk, das noch in diesem Jahr aufgestellt werden soll, der Unterstützung vieler lokaler Sponsoren und der Landesregierung, die jeweils mit 32.500 Euro die Skulpturen finanzieren.

Um den „Scheck“ offiziell zu übergeben, reiste Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes NRW, an. Außerdem hat die Stadt einen Beitrag von 6500 Euro dazu gesteuert, damit das Werk realisiert werden kann.

Die Schmelzer, von deren schwerer Arbeit Egon Stratmann bis heute sehr beeindruckt ist, nennt er Silbervögel. Kleinere Modelle hat er schon angefertigt, damit man sich vorstellen kann, wie seine Idee später auf dem Marktplatz in Welper wirkt.

Vorbereitung läuft seit zehn Jahren

„Zurzeit sind die Modelle in der 3-D-Fertigung in Mülheim. Nach diesem Schritt wird der Kunststoff in Originalgröße gefräst, und dann geht es für den Guss in die Kunstgießerei der Glockenstadt Gescher“, schildert Stratmann die einzelnen Arbeitsschritte, die noch folgen werden. „Dann wird Aluminium abgeformt und gegossen.“ Als allerletztes legt dann der Künstler selbst noch einmal Hand an, damit die Welperaner Schmelzer auch tadellos aufgestellt werden können.

Bürgermeister Dirk Glaser erinnerte noch einmal daran, dass es von der Idee bis zum heutigen Tag tatsächlich zehn Jahre brauchte, bis das Kunstwerk realisiert werden konnte. Denn es fehlte immer an Geld.

Viele Welperaner wünschen sich das Wahrzeichen

„Der neu aufgelegte Heimatfonds kommt für Sie ja wie gerufen, er ist wie für Sie gemacht“, stellte die gut gelaunte Ministerin fest. Denn erst durch das Landesgeld kommt Welper jetzt zu seinem Wahrzeichen, das sich sehr viele Bürger wünschen und unterstützt haben.

„Nach guter deutscher Sitte müssen Sie jetzt hier unterschreiben, sonst bekommen Sie das Geld nicht“, sagte Ina Scharrenbach und hielt Bürgermeister Dirk Glaser das Schreiben hin. Glaser betonte, dass das Kunstwerk überparteilich sei, denn es hätten sich viele dafür stark gemacht und viele unterschiedliche Institutionen Geld gegeben. Dass ein solches Kunstwerk nach Welper gehöre, um an die großen Zeiten des Stadtteils und der Stadt zu erinnern, darüber bestehe absolut kein Zweifel.

Eine Figur hat ein Gesicht, die andere nicht

Zwei 1,70 Meter große Figuren werden es sein, die man ab Ende des Jahres betrachten kann. Eine mit Gesicht, die andere ohne. „Die beiden Schmelzer werden auf eine Platte aus Roheisen gestellt, damit man auch die Verbindung zum Beruf hat“, sagt Stratmann. Denn die Hüttenarbeiter, die zu ihrem Schutz in Alu-Kleidung „eingepackt“ waren, hatten einen gefährlichen Arbeitsplatz, wenn das geschmolzene Eisen aus dem Abstichloch herausschoss.

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