Ferienspaß

Die letzten Ritter verteidigen ihre Bretter-Burgen

Foto: Fischer

Hattingen.   Aus der geplanten Motto-Woche des Ferienspaßes wurde plötzlich ein Grundkurs in Sachen Handwerken. Doch jetzt sind alle fit am Zippe.

Mit den Ellenbogen stützt sich Bela auf die zusammengezimmerte Fensterbank und blickt auf das emsige Treiben in den Gassen. Neben dem Neunjährigen prangt ein großes Schild mit der Aufschrift „Henker“. Bela (9) und seine Schwester Svaantje (9) sind die letzten Mohikaner, pardon Ritter, auf dem Abenteuerspielplatz am Zippe. „Anders als in der vergangenen Woche konnten wir das Motto nicht durchziehen. Pädagogik ist immer individuell“, weiß Betreuerin Nadine Rosemeyer. Im Fokus stand diesmal, die unerfahrenen Kinder zu Nachwuchshandwerkern zu machen.

Nach einigen Regengüssen gibt es auf der Wiese eine ordentliche Rutschpartie. Schlamm und Feuchtigkeit halten die Kinder jedoch nicht vom Bauen ab. Svaantje und Bela verfeinern ihre zweistöckige Henker-Bude mit einem Balkon, nachdem sie die Terrasse am Anfang der Woche abreißen mussten. Die Gassen rund um die Bretterbuden sind einfach zu schmal. „Im Mittelalter standen die Häuser auch so eng“, weiß Svaantje.

Alles ist ein wenig improvisiert

Stimmt, die kleine Siedlung am Zippe gleicht in groben Zügen einem mittelalterlichen Dorf. Alles ist ein wenig improvisiert – aber mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Viele der mittelalterlichen Bauten, sind mittlerweile neuen Bretter-Villen gewichten. Doch ein finsteres Relikt ist geblieben. Passend zur Henker-Bude mit Balkon und Vorhängen steht ein einsamer Galgen am Rand der Siedlung. „Natürlich nur zum Spaß. Hier wird keiner aufgehangen“, scherzt Bela.

Sicherheit geht vor und das nicht nur, wenn es um den Galgen geht. „Wir hatten diesmal viele Jüngere dabei. Die mussten erstmal grundlegende Dinge über das Bauen lernen“, erklärt Rosemeyer.

Nach einer Woche Abenteuerspielplatz sind die Kinder wahre Meister im Umgang mit Hammer und Nagel. „Es macht Spaß. Aber die Paletten durch die Gegend zu schleppen und auf andere drauf zu heben, ist ganz schön anstrengend“, findet Maximilian (8). „Solche Probleme hatten die Menschen im Mittelalter auch“, weiß Svaantje.

Die Motto-Bau-Wochen auf den Abenteuerspielplätzen sollen auch weiter stattfinden. „Das Piratenschiff aus dem vergangenen Jahr steht zum Beispiel noch. Man kann ganz viele Dinge mit Mottos verbinden“, sagt Rosemeyer. Im Fokus stehen dabei immer die beliebten Bretter-Buden.

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