Kunst

Die Eisenmänner sollen nach Hattingen zurückkommen

Die Eisenmänner des polnischen Bildhauers Zbigniew Frączkiewicz aus dem Jahre 1996 an der Hattinger Stadtmauer vor dem Bruchtorturm nahe dem Busbahnhof.

Die Eisenmänner des polnischen Bildhauers Zbigniew Frączkiewicz aus dem Jahre 1996 an der Hattinger Stadtmauer vor dem Bruchtorturm nahe dem Busbahnhof.

Foto: Svenja Hanusch

Hattingen.   Der Kunstverein ist in Gesprächen, um acht der Skulpturen wieder nach Hattingen zu holen. Das Vorhaben ist finanziell und logistisch aufwändig.

Die Vorsitzende des Kunstvereins, Christiane Nicolai, lüftet ein gut gehütetes Geheimnis: Es laufen Vorbereitungen, um weitere acht Eisenmänner des polnischen Künstlers zurück in die Stadt zu holen. Die drei Eisenmänner an der Stadtmauer, die der polnische Künstler Zbigniew Fraczkiewicz schuf, erinnern an den Kampf um den Stahlstandort Hattingen.

Die ursprünglich 14 rostenden, 2,40 Meter hohen Stahlskulpturen standen 1996 schon einmal für drei Monate im Hüttenpark. „Jetzt wollen wir sie für immer zu uns holen“, sagt Nicolai. Die Vorbereitungen laufen schon geraume Zeit, aber das Projekt bedarf der finanziellen und logistischen Vorbereitung. Mit im Boot für die Aktion sind bereits ein Architekt, ein Spediteur, der Förderverein, Bürgermeister Dirk Glaser und Schriftsteller Hellmut Lemmer.

Ehrenamtliche Arbeit

Das Vorhaben dürfte zu den Höhepunkten des Kunstvereins zählen. Aktiv ist der Verein allerdings das ganze Jahr über. Denn bevor eine Ausstellung eröffnet werden kann, ist erst einmal Arbeit angesagt. Hammer und Nägel in der Hand, den Raum vorbereiten, Position der Kunstwerke bestimmen, Bilder aufhängen, nachher den Besen in die Hand nehmen und alles wieder sauber machen.

Genau diese Vorbereitungen erfüllen Christiane Nicolai mit einem „echten Glücksgefühl“, gesteht sie. „Das, was ich mache, ist ein wirklich wonniges Ehrenamt.“ Seit gut sieben Jahren leitet sie schon den Kunstverein Hattingen.

Ausstellung der Comics von Jamiri vorbereitet

Jetzt war es wieder soweit: Der Vorstand des Kunstvereins war tatkräftig am Werk. Zusammen mit Künstler Jan Michael Richter „Jamiri“ bereiteten die Mitglieder im Alten Rathaus die Ausstellung seiner Comics vor. Beim Blick auf die Strips gerät Nicolai ins Schwärmen: „Ich liebe es, das sind unglaublich spannende Lebensgeschichten.“

Der frühere Vorstand des Kunstvereins hatte sich eher auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. „Wir setzen einen anderen Akzent und präsentieren zeitgenössische Kunst aus Hattingen und Umgebung, aber auch durchaus von weiter weg“, schildert die Vorsitzende. Wichtig sei, dass alle Sparten zum Zuge kommen. „Es soll immer eine bunte Mischung sein.“

Anfragen für Ausstellungen kommen oft von Künstlern

Anfragen für Ausstellungen kommen häufig von Künstlern selbst, aber auch der Hattinger Kunstverein hält die Augen auf. Seine Mitglieder gehen nach Düsseldorf in Kunstausstellungen. „Oft entdecken wir aber auch im Urlaub Künstler und laden sie zu uns ein.“

Künstler, die durch „Urlaubsbekanntschaften“ schon in Hattingen ausstellten, kamen zum Beispiel aus Rotterdam, Hamburg, Stralsund, Sylt und Groningen. „Es gab auch welche, die haben hier ihre Modelle ausgestellt, weil die Originalwerke so groß sind, dass sie niemals im Alten Rathaus hätten gezeigt werden können“, erklärt Christiane Nicolai und strahlt. Denn auch diese Ausstellungen seien wirklich sehenswert gewesen.

Der Auftrag des Kunstvereins ist die Bildung

Der Kunstverein nimmt seinen Auftrag, der in der Satzung festgeschrieben ist, ernst: Er gibt künstlerische Bildung weiter. Alle zwei bis drei Monate kann man neue Exponate im Alten Rathaus entdecken. Zum Vorstand gehören Christiane Nicolai, Hanna Ludwig-Schmidhuber, Manja Dessel und Peter Müller.

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