Kleiderkammer

Die Caritas bietet in Hattingen Second-Hand-Mode

In der Kleiderkammer an der Bahnhofstraße gibt es gut erhaltene Kleidung zum kleine Preis – zum Teil auch unter einem Euro.

In der Kleiderkammer an der Bahnhofstraße gibt es gut erhaltene Kleidung zum kleine Preis – zum Teil auch unter einem Euro.

Foto: Bastian Haumann

Rausverkauf bei der Kleiderkammer: An der Bahnhofstraße finden Kunden eine große Auswahl günstiger Teile. Auch außergewöhnliche Stücke sind dabei

In den Regalen stapeln sich Hemden, Blusen, Kleider, Röcke oder Jeanshosen. Blau, rot, gelb, grün, violett. Schuhe gibt es in allen erdenklichen Farben und Größen. Ein Kleiderbügel reiht sich an den nächsten. Kissenbezüge, Laken und Decken, auch Bettwäsche, ordentlich aufgetürmt, bietet die Kleiderkammer der Caritas St. Peter und Paul auf ihrem Rausverkauf an der Bahnhofstraße an.

Stammkunden und Laufkundschaft

Kurz: Es gibt eigentlich alles. Ingrid Rüssel und Marlis Freisewinkel sind mächtig stolz auf ihren umfangreichen Fundus. Die beiden Ehrenamtlichen engagieren sich schon viele Jahre bei der Kleiderkammer. Dabei sind sie von einem eingeschworenen Team umgebenen. „Mit einigen Helfern arbeite ich schon rund 20 Jahre zusammen“, erinnert sich Rüssel. Auch mit vielen Kunden ist sie inzwischen per Du. „Stammkunden finden den Weg genauso hierher wie Laufkundschaft. Wir verkaufen moderne Sachen, wenig Altmodisches, das gefällt den Leuten.“

Ein graues Kleid hat Ingrid Rüssel sogar selbst im Blick. „Ich glaube aber, das passt mir nicht“, gibt sie schmunzelnd zu. Daneben deutet sie auf ein Teil, das auch nach langer Zeit noch keinen Käufer gefunden hat. Die fliederfarbene Strickjacke trifft nicht jedermanns Geschmack. „Bis wir die los sind, könnte noch eine Weile vergehen.“

Kleidung wird gespendet

Die Kleider sind allesamt Spenden. Doch die Helfer versprechen: „Alle Sachen sind einwandfrei. Wir prüfen jedes Teil ganz genau.“ Die besonders günstigen Stücken können sie für nicht einmal einen Euro anbieten. Normalerweise verteilen sie die Ehrenamtler nach Bedarf an Bedürftige, oft auch an Kinder. „Wer wirklich in Not ist, der kann ein T-Shirt oder einen Jacke auch noch günstiger bekommen. Meistens wissen wir genau, wer das Geld hat und wer nicht. Ich denke aber, unsere Preise sind sehr fair. Wem es nur darum geht, möglichst viel zu feilschen, der ist hier nicht an der richtigen Adresse.“

Die Einnahmen der Kleiderkammer kommen gemeinnützigen Projekten zugute. „Die sind meist jungen Menschen gewidmet“, erklärt Marlis Freisewinkel. „Wir unterstützen zum Beispiel ein Kinderhospiz, das Friedensdorf in Oberhausen, ein Kinderkrankenhaus in Bethlehem. Außerdem natürlich die Caritas.“ Die Freiwilligen haben großen Spaß an ihrer Arbeit: „Lange Zeit meines Lebens habe ich für mich gearbeitet. Als ich in Rente gegangen bin, war es an der Zeit, etwas für Andere zu tun.“

Ungewöhnliche Teile im Angebot

Diese Freude möchten sie auch an die Kunden weitergeben. Gerdi Wagner (65) nimmt das gerne in Anspruch. Das ein oder andere Lieblingsstück hat sie hier im Fundus schon entdeckt. „Die Auswahl ist groß, die Preise anständig“, berichtet sie. „Das Angebot hier besteht nicht nur aus Massenware. Manche Teile sind außergewöhnlich, die hat nicht jeder.“

>>> Adresse und Öffnungszeiten

An der Bahnhofstraße 23 bietet die Caritas St. Peter und Paul für einen geringen Geldbetrag Kinder-, Damen- und Herrenbekleidung an. Gut erhaltende Spenden sind erwünscht.

Öffnungszeiten sind jeweils montags von 9 bis 11.30 Uhr, donnerstags von 9 bis 11 sowie von 15 bis 17 Uhr.

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