Stadtverwaltung

Dezernent sieht Sozialverwaltung in Hattingen im Aufbruch

Matthias Tacke ist als Sozialdezernent der Stadt Hattingen jetzt 100 Tage im Amt.

Matthias Tacke ist als Sozialdezernent der Stadt Hattingen jetzt 100 Tage im Amt.

Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Matthias Tacke ist jetzt 100 Tage im Amt. Der 39-Jährige soll die Sozialverwaltung in Hattingen neu aufstellen. So geht er die Sache an.

Matthias Tacke ist begeisterter Basketballer. Hat früher selbst aktiv gespielt. Er weiß also, wie man einen Ball durch die Luft bewegt. Zurzeit ist der 39-Jährige damit beschäftigt, viele Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten.

Tacke hat im Juli seit Amt als Sozialdezernent bei der Stadt Hattingen angetreten. Ein Job, der auch nach der Umstrukturierung der Fachbereiche eine Riesenaufgabe bleibt. Die ersten 100 Tage hat Matthias Tacke hinter sich.

„Mein Aufgabengebiet umfasst sehr viele Lebensbereiche der Bürgerinnen und Bürger. Das war klar, ist mir in den ersten Wochen aber noch einmal deutlich vor Augen geführt worden“, sagt Tacke. Natürlich hat er zunächst seine Mitarbeiter kennengelernt und dabei gleich mit der Binnenorganisation angefangen. Das wird man ihm gesagt haben. Schließlich war die Arbeit des Dezernats zuletzt zum Politikum geworden.

2016 hat die Stadtspitze das Ende des Mammut-Dezernats III beschlossen

2016 hatte die Stadtspitze das Ende des Mammut-Dezernats III mit den Aufgaben Schule, Sport und Bäder, Jugend, Kindertagesstätten und Erziehungshilfen sowie Soziales und Kultur beschlossen. Die Überlastung einzelner Abteilungen hat die Stadt von 2013 bis 2018 mindestens 350.000 Euro gekostet, weil Zahlen falsch gemeldet, Abrechnungen nicht geschrieben, Betriebskosten nicht geprüft wurden.

Dann zog die Stadtspitze die Reißleine. Zeitgleich mit dem Abschied der Amtsvorgängerin Beate Schiffer wurden neue Strukturen geschaffen, der neue Fachbereich 40 für Schule und Sport wird den alten Fachbereich 51 für Jugend, Kindertagesstätten und Erziehungshilfen entlasten. Mit der neuen Struktur kam dann auch der neue Mann. Matthias Tacke soll’s nun richten.

Die beste Lösung entsteht in vielen Köpfen

„Natürlich haben die Mitarbeiter Fragen“, räumt er ein. „Die Rahmenbedingungen ändern sich. Das muss man mit allen besprechen. Für mich ist jede Meinung wichtig. Die bestmögliche Lösung für ein Problem entsteht nicht nur in meinem Kopf, sondern in vielen Köpfen. Zusammenarbeit ist wichtig, und da haben wir einen guten Anfang gemacht.“

Was nichts daran ändert, dass Tacke Takt und Richtung vorgibt. „Uns intern zu sortieren, kann nur der Anfang sein“, sagt er. „Dann muss die Arbeit losgehen. Der Zustand der Schulgebäude, die Gestaltung des Offenen Ganztags, die Digitalisierung der Schulen, das Thema Armut als große Herausforderung für alle Generationen, die Asylfrage, die trotz sinkender Zahlen viel Aufwand mit sich bringt – es gibt genug zu tun.“

Kindheit und Jugend hat der gebürtige Bochumer in Witten und Wetter verbracht

Gut möglich, dass sich Matthias Tacke dabei an seine letzte Mammutaufgabe erinnert. Sieben Jahre hat er in Eberswalde gearbeitet. Zunächst als Leiter des Rechtsamtes, dann als Dezernent für öffentliche Ordnung, Bildung und Finanzen, Personal und Recht für den Landkreis Barnim im Nordosten von Brandenburg.

Sein Wechsel vom Oder-Havel-Kanal an die Ruhr hat private Gründe. Kindheit und Jugend hat der gebürtige Bochumer in Witten und Wetter verbracht. Dem Jura-Studium in Bochum folgten Jobs in Essen und Düsseldorf, ehe es in die neuen Bundesländer ging.

In Brandenburg fehlte zuletzt die familiäre Infrastruktur

Dann fehlte die familiäre Infrastruktur. Mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Söhnen sehnte sich Matthias Tacke nach dem Umfeld von Eltern und Verwandten im Ruhrgebiet zurück. Deswegen hat er sich in Hattingen beworben und lebt nun wieder in Witten.

Die Aufbruchstimmung in seinem Dezernat will der parteilose 39-Jährige mitnehmen in die parlamentarische Arbeit. „Wir wollen einen guten Job machen und gute Entscheidungsgrundlagen vorlegen“, verspricht er.

Die eigene Erwartungshaltung inklusive. „Das Thema Schule beispielsweise ist natürlich auch ein politisches, aber nur zu einem kleinen Teil. Es gibt einen viel größeren objektiven Teil, der nicht auf die politische Schlachtbank geführt werden sollte.“

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