Bürgerbus

Der jüngste Kutscher

Matthias Gleich Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool

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Hattingen. Seit drei Jahren fährt Matthias Gleich den Bürgerbus durch Hattingens Straßen – und hat viel Spaß dabei.

Dunkle Kleidung, hochgegelte Haare, Buddy-Holly-Brille – so sitzt er hinter dem Steuer des Bürgerbusses. Ein Schild verrät: Heute fährt Sie Herr Matthias Gleich.

Der 24-Jährige ist der jüngste Fahrer des Bürgerbusses. Wie alle seinen Kollegen übt er diese Tätigkeit ehrenamtlich aus. „Ich bin inzwischen seit drei Jahren dabei“, erzählt Matthias Gleich. Früher wäre das auch nicht möglich gewesen. Denn erst ab 21 Jahren darf man einen solchen Kleinbus lenken, wenn darin Menschen befördert werden.

„Nichts geht ohne den Personenbeförderungsschein, der fünf Jahre gültig ist. Dazu kommt ein Gesundheitscheck samt Sehtest – und dann ist man Fahrer“, erklärt Gleich.

Der junge Bürgerbus-Lenker studiert SEPM (Sales Engineering und Product Management) an der Ruhr-Uni in Bochum. Während ihm unter der Woche im Hörsaal der Kopf raucht, fährt er jeden Samstag die Hattinger hin und her.

„Ich wurde durch die Zeitung auf den Bürgerbus aufmerksam. Damals war ich mit 19 Jahren aber noch zu jung zum Fahren. Ich musste zunächst zwei Jahre warten. Dann habe ich angefangen“, erzählt der Student. Er fährt leidenschaftlich gerne Auto. „Wenn einem etwas Freude bereitet und man es mit einem gesellschaftlichen Nutzen verbinden kann, warum soll man es dann nicht tun?“, schildert Gleich seine Beweggründe.

Die Fahrgäste haben sich an den Fahrer gewöhnt. „Die wissen schon, dass ich fahre, wenn wir Samstag haben“, sagt Gleich. Zu ihm seien die Fahrgäste sehr offen, plauderten über ihren Alltag. „Der Bürgerbus lebt. Manche reden mehr, andere weniger. Ich passe mich dementsprechend an“, meint Gleich. Der Standardspruch „Während der Fahrt nicht mit dem Fahrer sprechen“ gelte im Bürgerbus nicht. „Junge Fahrer kommen immer gut bei älteren Fahrgästen an“, sagt Gleich lächelnd.

Stress kommt während der Tour nicht auf. Matthias Gleich: „Es gibt nie mehr als fünf Minuten Zeitverzug. Ich fahre auch lieber langsam und vorsichtig.“ Die Fahrgäste meckerten andererseits nie über Verspätungen.

Für die ehrenamtliche Tätigkeit haben der Student und die anderen Fahrer von der Stadt schon eine Urkunde als Auszeichnung erhalten. Auf diese Weise wurde ein Dankeschön ausgesprochen.

Matthias Gleich wird in na-her Zukunft auch weiterhin hinter dem Steuer des Bürgerbusses sitzen. Denn er hat noch sechs Semester vor der Brust. „Solange ich zum Fahren Zeit habe, mache ich es, klar. Danach muss man weitersehen.“

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