Kunst

Das Leben hinter den Fassaden

Lagebesprechung: Autorinnen reden im Atelier von Gabriele von Scheidt (rechts) über Geschichten zu den Bildern. Foto:Walter Fischer

Foto: Fischer

Lagebesprechung: Autorinnen reden im Atelier von Gabriele von Scheidt (rechts) über Geschichten zu den Bildern. Foto:Walter Fischer Foto: Fischer

Hattingen.   Die Autorinnen-Gruppe Wortwechsel schreibt Geschichten über Menschen in Welper. Die Häuser hat die Künstlerin Gabriele von Scheidt gemalt

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„Man stelle sich vor, was in einem Friseursalon alles passieren kann. Und was da alles erzählt wird.“ Barbara Finke-Heinrich sprüht vor Ideen. Vor ihr liegt ein kleines Gemälde, es zeigt einen Friseursalon in Welper. Daneben liegen weitere Bilder, sie alle zeigen Gebäude aus dem Stadtteil. „Hinter den Häusern stecken Menschen und wir versuchen, mit unseren Ideen hinter die Fassaden zu gucken.“

Finke-Heinrich gehört zur Autorinnen-Gruppe Wortwechsel, die sich mit ihren sechs Mitstreitern im Atelier von Künstlerin Gabriele von Scheidt eingefunden hat. Diese kommt aus dem Bereich der Bildhauerei und hat vor wenigen Jahren mit der Malerei begonnen. Sie konzentriert sich auf Gebäude in Welper. „Ich gehe an den Gebäuden vorbei und mache aus dem Impuls heraus ein kleines Foto“, so von Scheidt. Diese dienen als Grundlage für die Gemälde, die sie aus der Erinnerung anfertigt.

Auf genau diese Gemälde ist die Autorinnen-Gruppe aufmerksam geworden. Schnell entstand ein Projekt, in dem Kunst und Literatur miteinander verbunden werden sollen. „Wir haben im Vorjahr bereits mit einer Künstlerin aus Bochum zusammengearbeitet und Texte zu ihren abstrakten Bildern und Porträts geschrieben“, sagt Eveline Rabczynski, die die Gruppe Wortwechsel ins Leben gerufen hat. „Ich habe mit Hilfe der VHS nach weiteren Autorinnen gesucht, um einen Stammtisch zu gründen. Die Gruppe gehört nun zum Angebot der VHS“, so Rabczynski.

Beim zweiten Treffen im Atelier suchen die Autorinnen nach weiteren Hintergrundinformationen. Gabriele von Scheidt erzählt von den Gebäuden, auch das Leben in Welper kommt nicht zu kurz. „Eine Großstadt ist das hier nicht. Es fällt auf, wenn hier jemand außergewöhnlich gekleidet ist.“ Die Autorinnen wollen diese Informationen nutzen, um später Geschichten zu schreiben. „Es wird sicher nicht jede Geschichte hier in Welper spielen, aber die Bilder sind nun mal hier entstanden“, sagt Rabczynski, die vor allem Kurzprosa schreibt.

Zu welchen Bildern ein kleines Stück Literatur geschrieben wird, wurde beim ersten Treffen besprochen. Jedes Bild wurde einer Autorin zugeteilt. Über ein Gemälde werden sich alle Mitglieder von Wortwechsel Gedanken machen. „So haben wir es auch im Vorjahr gemacht. Es wird spannend sein zu sehen, was jeder über das Bild schreibt“, sagt Rabczynski.

Für Gabriele von Scheidt ist die Zusammenarbeit eine neue Erfahrung. „Ich fühle mich geehrt, dass meine Bilder ausgewählt wurden. Das Ergebnis wird ein interessantes Zusammenspiel zwischen zwei sehr verschiedenen Genres.“ Die Autorinnen haben durchblicken lassen: Es wird einen Toten geben.

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