Kirche

Das Gemeindefest in Niederwenigern ist gelebte Ökumene

Ins Gespräch miteinander kommen Besucher des ökumenischen Gemeindefestes in Hattingen-Niederwenigern. Die Kirchen arbieten gut zusammen.

Ins Gespräch miteinander kommen Besucher des ökumenischen Gemeindefestes in Hattingen-Niederwenigern. Die Kirchen arbieten gut zusammen.

Foto: Manfred Sander

Hattingen.   Katholisch oder evangelisch, das spielt keine Rolle. Gläubige beider Konfessionen sind in Hattingen gemeinsam auf dem Weg und feiern das.

„Gemeinsam auf dem Weg‘‘ war das Motto des gemeinsamen Gemeindefestes der evangelischen und katholischen Kirche in Niederwenigern am Wochenende.

Gemeinsam auf dem Weg sind die Gemeinden schon eine Weile – und starten das Fest mit rockigen Klängen der „Gemein(d)e Band(e)“. Ökumenisch und unter freiem Himmel ist der Gottesdienst am Sonntag auf der Bühne an der evangelischen Kirche mit dem evangelischen Kirchenchor.

Karibisches Flair im Dorf

Kinderfest, Bühnenprogramm mit Musik und Tanz gibt’s. Bei warmen Temperaturen gepaart mit der Cocktailbar kommt ein wenig karibisches Flair ins Dorf. „Das Gemeindefest ist ein Dorffest, an dem alle zusammenkommen. Ich bin froh, dass wir so ein Glück mit dem Wetter haben, auch weil dies das letzte Gemeindefest in dieser Form ist‘‘, sagt Ludwig Nelles, evangelischer Pfarrer. „Wir bekommen ein neues Gemeindehaus, das sich gerade in Bau befindet. Es wird immer gewechselt: Nächstes Jahr findet das Fest an der katholischen Kirche statt, in zwei Jahren dann am neuen evangelischen Gemeindehaus‘‘. Die Ökumene unterstützen viele im Dorf.

Ökumenisches Fest: Da sind Hannelore Führer (80) aus Mitte – evangelisch – und Hans Schmideler (86) aus Niederwenigern – katholisch – dabei. Sie sind seit fünf Jahren ein Paar, kennen sich schon seit mehr als 30 Jahren, als der Bau- und Möbelschreiner im Ruhestand noch für den damaligen Ehemann Führers gearbeitet hat. Die beiden leben in getrennten Wohnungen, treffen sich an zwei Tagen in der Woche in ihrer, an zwei Tagen in seiner Wohnung. „Die anderen Tage brauchen wir auch mal Freizeit‘‘, meint Hans Schmideler augenzwinkernd.

Evangelische Gläubige geht gerne mit in den Dom

„Wir gehen öfter gemeinsam in die Kirche – aber selten in die evangelische. Ich begleite Hans immer gerne in den Dom. Er hat eher das Bedürfnis, in die Kirche zu gehen als ich. Ich würde schon sagen, dass er frommer ist‘‘, erklärt Hannelore Führer. „Es macht mir aber gar nichts aus, als Evangelin in die katholische Kirche zu gehen‘‘, sagt die Hattingerin, die als Schatzmeisterin im Evangelischen Gesellenverein tätig ist. „Kirche ist Kirche, und wir haben nur einen Gott.“

Einen bestimmten Grund für seinen Glauben hat Hans Schmideler nicht: „Ich glaube da einfach dran. Das war schon immer so. Ich bin damals als kleiner Junge auch aus freien Stücken zur Kommunion gegangen.“

Besucher kennen sich untereinander

Ursprünglich kommt er aus Salzgitter, lebt aber seit 58 Jahren in Niederwenigern und besucht dort, so oft es geht, die katholische Kirche. „Früher bin ich jede Woche zum Gottesdienst gegangen. Jetzt machen wir das nur noch, wenn wir Zeit haben, da wir viel unterwegs oder im Urlaub sind. Hier beim Gemeindefest kennen wir fast alle Gesichter. Es sind zwar viele zugezogen, aber die Alteingesessenen sind auch alle da.“

Der Rentner hat im Laufe der Jahre einige Veränderungen in der Kirche miterlebt: „Der frühere Pastor hat viel Zeit in die Pflege dieser Gemeinde und die Jugendarbeit investiert.“ Der jetzige Pastor habe mehrere Einsatzorte, um die er sich kümmern müsse. „Der Gottesdienst und auch das Gemeindeleben allgemein sind eiliger und schnelllebiger geworden.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben