Coronavirus

Das EvK in Hattingen grenzt Corona-Risiken systematisch ein

Einchecken in der Klinik: Patientin Angelika Opiela lässt sich von Dimitar Dimitrov, Arzt am Evangelischen Krankenhaus, die Temperatur messen.

Einchecken in der Klinik: Patientin Angelika Opiela lässt sich von Dimitar Dimitrov, Arzt am Evangelischen Krankenhaus, die Temperatur messen.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  In Corona-Zeiten folgt der Weg der Erkrankten durch das EvK in Hattingen einem genauen Fahrplan. So sicher sind die Patienten und das Personal.

Das französische Wort „Triage“ werden bald viele Hattinger kennen. Denn wer ins Evangelische Krankenhaus an der Bredenscheider Straße zur ambulanten oder stationären Behandlung kommt, muss sich seit Anfang Oktober dieser neuen „Risikoeinschätzung“ unterziehen.

„Wir wollen einschätzen, ob Patienten durch Corona gefährdet sind oder nicht, wenn sie zu uns ins Krankenhaus kommen“, klärt Prof. Santiago Ewig, Chefarzt der Pneumologie und Infektiologie im EvK, auf.

„Wir fragen alle Risikofaktoren ab“

Die Infektionszahlen haben rasant zugenommen, darauf reagieren die Augusta-Kliniken, zu denen das EvK gehört. „Alle Patienten müssen sich vor dem Betreten der Halle an der Pforte melden, bekommen einen Fragebogen, es wird per Infrarot – also ohne Körperkontakt – Fieber gemessen. Zwei Mitarbeiter des Hauses, ein Arzt und eine weitere Person aus dem medizinischen Bereich, zum Beispiel ein Rettungssanitäter, sprechen dann die Fragen mit dem Patienten durch“, erklärt Eva Schöpper, die neue Leiterin „Patientenmanagement.“ Sie ist für Aufbau und Durchführung der Triage zuständig.

„Wir fragen alle Risikofaktoren ab. Wenn jemand zum Beispiel unter Asthma leidet und chronische Luftnot hat, kann der Patient meistens nicht alleine beurteilen, ob er zurzeit möglicherweise mit Corona infiziert ist oder die Luftnot auf die chronische Krankheit zurückzuführen ist“, schildert Prof. Ewig. Bei Unklarheit entscheidet der Arzt, wie weiter vorzugehen ist.

Ambulante Sprechstunden als Alternative

Zum Beispiel, ob eher eine chronische Krankheit vorliegt oder der Patient doch mit dem Coronavirus infiziert ist. „Wir haben schon einen Patienten zurück zu seinem Hausarzt geschickt, um dort zunächst einen Test machen zu lassen. Und es lag tatsächlich eine Coronavirus-Infektion vor“, sagt der Infektiologe.

Im ambulanten Bereich wird etwas anders verfahren. Wenn der Patient fieberfrei ist und auf dem Fragebogen alle Fragen mit Nein beantwortet hat, darf er das Haus betreten. Zum Beispiel, um ambulante Sprechstunden zu besuchen.

Getestet wird ein bis zwei Tage vor der Aufnahme

Die Patienten, die stationär aufgenommen werden sollen, nehmen den Bogen, auf dem die Antworten dokumentiert sind, mit auf die Stationen. Dort gibt es die stationäre Triage-Einheit. Das heißt, es wird bei jedem Patienten, der stationär aufgenommen werden soll, ein Abstrich von Nase und Rachen gemacht. Dieser Test wird in der Regel ein bis zwei Tage vor der Aufnahme durchgeführt.

„Die Testergebnisse liegen normalerweise innerhalb weniger Stunden vor. Denn das für das EvK zuständige Labor arbeitet in drei Schichten. Das heißt, wenn morgens um 8 Uhr ein Corona-Test gemacht wird, haben wir das Ergebnis mittags vorliegen“, sagt Eva Schöpper.

Eine Aufnahme im Notfall findet natürlich immer statt

Krankenhaus und Patient warten also maximal 72 Stunden auf ein Ergebnis, wenn der Abstrich an einem Freitag gemacht wurde. Am Montag liegen die Werte dann vor. Grundsätzlich gilt: Erst wenn ein negatives Ergebnis vorliegt, wird der Patient stationär aufgenommen.

Eine Aufnahme im Notfall findet natürlich immer statt. Die Patienten kommen dann auf die Isolierstation, so wie es das Robert-Koch-Institut vorschreibt, und werden dort behandelt. „Wir legen grundsätzlich Wert auf eine sehr hohe Sicherheitsstufe“, betont Prof. Santiago Ewig.

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