Umfrage

Das erhofft sich Sprockhövel von der neuen Bürgermeisterin

Die CDU-Politikerin Sabine Noll im Wahlkampf-Duell am 9. August in der Glückauf-Halle.

Die CDU-Politikerin Sabine Noll im Wahlkampf-Duell am 9. August in der Glückauf-Halle.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Was erhoffen sich die Bürger in Sprockhövel von der neuen Bürgermeisterin Sabine Noll? Die WAZ hat nachgefragt.

Was halten und erwarten die Sprockhöveler vom ersten weiblichen Bürgermeister, welche Prioritäten sollte Sabine Noll setzen und was wird die schwarz-grünen Mehrheit im Rat bewirken? Die WAZ hat Passanten befragt. „Ich bewundere, wie Sabine Noll es plant, alles anzupacken“, sagt Margita Lichownik. „Es ist toll, endlich eine Bürgermeisterin zu haben.“

In Sprockhövel gibt es viel zu tun

In Sprockhövel gebe es eine Menge zu tun, beispielsweise den Umbau des ehemaligen Kiosks und auch dass Sprockhövel insgesamt belebt werde, sei sehr wichtig, zählt sie auf. „Ich traue ihr das zu. Uneingeschränkt positiv sieht auch ein Sprocköveler Senior, der seinen Namen nicht nennen möchte, die neue Bürgermeisterin: „Sie ist eine würdige, ehrliche Person, das sehe nicht nur ich so, sondern mein ganzes Umfeld.“ Noll zeichne besonders ihre Bürgernähe aus. „Sie hat auch eine Bürgersprechstunde geplant, bei der man sie persönlich ansprechen kann.“ Aber er sieht auch Probleme, und zwar bei der Zusammenarbeit zwischen ihr und Wahl-Verlierer sowie Kämmerer Volker Hoven: „Er hat so viele Kommentare über Sabine Noll gemacht, dass kann einfach nicht gut gehen.“

Verhalten der Grünen problematisch

Für das finanziell angeschlagene Sprockhövel komme die erfolgreiche Monheimer Kämmerin aber gerade recht, glaubt er. „Auch ich wäre in Monheim als Kämmerer erfolgreich, das ist mit deren niedrigen Gewerbesteuer-Sätzen doch nicht schwierig“, findet hingegen Ingolf Dammmüller. Aber auch er sieht in der Zusammenarbeit mit anderen Schwierigkeiten für Noll: „Denn im Rat sind die Grünen entweder komplett gegen etwas oder 100 Prozent dafür“, erklärt der ehemalige Partei-und Fraktionsvorsitzende der FDP, „so kann man kaum zusammenarbeiten.“ Aber es sei eine Menge zu tun.

Schwierige Verhältnisse in der Stadtverwaltung

Die Hauptstraße und Mittelstraße müssten als Einkaufsstraßen attraktiver werden, außerdem sei das weitere Vorgehen bezüglich des Busbahnhofs eine Priorität. „Entweder barrierefrei umgestalten oder zur Bochumer/ Ecke Mühlenstraße verlegen“, zählt er die Optionen auf. Erika Müller findet, dass die schwierigen Verhältnisse in der Stadtverwaltung aufgeräumt-, Sprockhövel belebt und auch mehr für die Kultur getan werden müsste: „Die Kultur ist hier ein Stiefkind: Die Bücherei hat zum Beispiel nur zweimal die Woche auf und für neue Bücher fehlt der Etat.“ Sie freue sich, dass nun eine Frau Bürgermeisterin geworden ist: „Ich finde es toll, denn Frauen sind oft fitter in der Kommunikation – so setzt man Verbesserungen durch.“

Männer nur an Machtausübung interessiert

Auch Monika Weißer finde es gut, dass nun eine Frau das höchste Amt der Stadt bekleidet. „Den Männern geht es häufig nur darum, Macht auszuüben, das ist bei Frauen nicht so“, glaubt sie. Von der neuen Bürgermeisterin erhoffe sie sich vor allem eine neue Perspektive auf und für Sprockhövel. „Hier dauert manches länger als anderswo, beispielsweise Baugenehmigungen oder die Realisierung der Umgehungsstraße – hoffentlich ändert sich das mit ihr.“ Auch für die Jüngeren müsse mehr getan werden. „Langweilig wird es für Sabine Noll bestimmt nicht.“

Vorwurf der Vetternwirtschaft

„Ich finde es gut, dass nun der SPD-Klüngel – also die Vetternwirtschaft – vorbei ist“, sagt Elise Berg. Wichtig sei ihr, dass in Zeiten von Corona etwas für die Einkaufsstraße und die Geschäftsleute getan werde. Mit der neuen schwarz-grünen Mehrheit im Rat hofft sie außerdem auf mehr Sauberkeit im Ort und dass die Umgehungsstraße zeitnah realisiert wird. „Sabine Noll ist eine patente Frau, die das durchsetzen kann.“ Hans-Werner Paschke hofft auf eine Verbesserung der Engstelle an der Kreuzung Hombergstraße – egal wer gerade Bürgermeister ist. Im Wahlkampf werde immer viel versprochen, aber hinterher nicht gehalten, meint er. „Frau Noll muss sich jetzt erst mal beweisen und etwas für die Sprockhöveler bringen!“

Namensnennung

Bei Umfragen zu politischen Tagesthemen ist die Neigung befragter Bürger, mit ihrem Namen zu ihrer Meinung zu stehen, oft nicht besonders ausgeprägt.

Bei der vorliegenden Befragung haben sich drei Interviewpartner entschieden, ihre wahren Namen nicht zu nennen, sie werden mit Elise Berg, Monika Weißer und Erika Müller benannt.

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