Wirtschaft

Das ehemalige O&K-Areal in Hattingen soll geviertelt werden

Luftbild vom 12. Juli 2019: Oben rechts auf dem ehemaligen O&K-Gelände wünscht sich der Inhaber ein Hotel, daneben einen Gesundheitscampus. Unterhalb der Polizei gibt es Platz für Betriebe, die sich präsentieren wollen, und Kleingewerbe.

Luftbild vom 12. Juli 2019: Oben rechts auf dem ehemaligen O&K-Gelände wünscht sich der Inhaber ein Hotel, daneben einen Gesundheitscampus. Unterhalb der Polizei gibt es Platz für Betriebe, die sich präsentieren wollen, und Kleingewerbe.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Hattingen.  Inhaber des O&K-Geländes in Hattingen erklärt, welche Ansiedlungen er sich wünscht. Ein aktuelles Verkehrsgutachten weist unterdessen Mängel auf.

Die Entwicklung des ehemaligen O&K-Geländes soll jetzt intensiver vorangetrieben werden: Die Cording Real Estate Group – Inhaberin des rund 105.000 Quadratmeter großen Areals an der Nierenhofer Straße – hat erstmals präsentiert, welche Ansiedlungen sie sich hier vorstellt. Darüber­ hinaus liegt ein Verkehrs-Gutachten vor, das aber mehr Fragen aufwirft als beantwortet.

Durch das Gutachten soll geklärt werden, ob neue Betriebe auf dem Industriegelände Auswirkungen für den Verkehr haben und ob eine Verbindungsstraße zwischen den Gewerbegebieten Beul I und Beul II für Entlastung der Reschop-Kreuzung sorgt.

Hier die Antworten in Kürze: 1.) Ja, selbst wenn keine verkehrsintensiven Betriebe kommen, wird es mehr Verkehr geben; 2.) Ja, eine Verbindungsstraße würde die Kreuzung entlasten, weil davon ausgegangen wird, dass Autofahrer die besonders stark belastete Strecke von der Lembeck aus kommend Richtung Linden und umgekehrt meiden würden und über die eine mögliche neue Verbindung Richtung Kreisstraße fahren würden.

Diese Fakten wurden im Gutachten nicht berücksichtigt

Was im Gutachten aber überhaupt keine Berücksichtigung findet:

– Der Tiemeyer-Verkehr: Das Bochumer Autohandels-Unternehmen errichtet an der Eickener Straße einen neuen Umschlagplatz – das steht bereits seit Dezember 2018 fest.
– Die neue Fahrplan-Taktung der Straßenbahn 308 ab dem 15. Dezember (viertelstündlich statt alle zehn Minuten) – dies steht bereits seit dem Jahr 2016 fest.
– Der Umzug der Stadtverwaltung auf das Areal, vor allem des publikumsintensiven Bürgerbüros – diese Entscheidung wurde vor der Sommerpause von der Politik festgezurrt.

Zudem werden im Gutachten 23 Mitarbeiter fürs Autohaus Smol­czyk ausgewiesen – es habe aber 53, heißt es dagegen aus der Politik. Zudem­ wird eine Wohnbebauung mit 84 Kfz/Tag aufgeführt – diese Lösung wurde von der Politik aber längst verworfen.

„Vorhaben auf dem Gelände ändern nichts an der Verkehrsqualität“, sagt Harald Blanke, Ingenieur für Verkehrs- und Infrastrukturplanung, im Verkehrsausschuss. Grund: Die Reschop-Kreuzung hat mit der Einstufung „F“ bereits das schlechteste Rating. „Das geht nicht mehr schlechter“, betont er. Auf Nachfrage räumt er ein, dass es „natürlich mehr Rückstau“ geben kann.

Bebauungsplan für das O&K-Areal wird aufgestellt

Im Wirtschaftsförderungsausschuss erklärt Bürgermeister Dirk Glaser, dass ein Bebauungsplan für das Areal aufgestellt werde. Dies ist die Möglichkeit für die Stadtverwaltung, künftige Ansiedlungen zumindest in gewissem Maß zu steuern. Siegfried Fernitz von der Cording Group berichtet anschließend, dass das Gelände geviertelt werden soll. Folgende Lösung wünscht sich der Eigentümer:

– Ein Vier-Sterne-Tagungshotel auf dem Filetstück direkt mit Blick zur Innenstadt hin.
– Einen Gesundheitscampus soll es direkt daneben geben (über diese Fläche gab es Gespräche mit der Reha-Klinik, ehe ihr Verbleib in Holthausen beschlossen wurde).
– Unterhalb des möglichen Hotels gibt es „eine Meile für Betriebe, die sich zur Straße hin präsentieren wollen“ (Fernitz).
– Bleibt das letzte Viertel des Areals für Kleingewerbe.

Der Cording-Manager sagt, „dass wir in den nächsten Monaten einiges an Entwicklung sehen und hören“.

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