CORONA

Corona: Tourismuszahlen im Ennepe-Ruhr-Kreis brechen ein

Flaute in der Gaststätte: Corona hat zu einem Einbruch in der Beherbergungs- und Gastrobranche geführt.

Flaute in der Gaststätte: Corona hat zu einem Einbruch in der Beherbergungs- und Gastrobranche geführt.

Foto: NGG

Hattingen.  Die Corona-Krise macht auch der Tourismusbranche im Ennepe-Ruhr-Kreis zu schaffen. Was die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten jetzt fordert.

Die Corona-Krise macht auch der Tourismusbranche zu schaffen: So haben im ersten Halbjahr 2020 rund 48.600 Gäste den Ennepe-Ruhr-Kreis besucht – 54 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Übernachtungen sank um 41 Prozent auf etwa 166.000. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Die NGG beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Landesamtes.

Beispiellose Krise im heimischen Gastgewerbe

„Die Pandemie hat zu einer beispiellosen Krise im heimischen Gastgewerbe geführt. Erst mussten Hotels, Pensionen, Kneipen und Restaurants über viele Wochen ganz schließen. Und nach dem Lockdown läuft der Betrieb unter Auflagen nur langsam wieder an“, sagt Lars Wurche, Gewerkschaftssekretär der NGG-Region Südwestfalen. Unter der Situation litten aber nicht nur die Unternehmen. „Die Folgen sind auch für Kellner, Köche, Hotelangestellte dramatisch. Als Kurzarbeiter mussten sie deutliche Lohneinbußen in Kauf nehmen – in einer Branche, die eh’ nur geringe Löhne zahlt“, betont Wurche.

Nach dieser „Durststrecke“ blickten viele Beschäftigte nun mit Sorge auf die Herbst- und Wintersaison. Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt das Hotel- und Gaststättengewerbe im Ennepe-Ruhr-Kreis rund 4400 Menschen. Allerdings habe die Kurzarbeit bislang einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern können. Dank staatlicher Hilfen sei eine Pleitewelle im Gastgewerbe ausgeblieben.

Für das Kurzarbeitergeld stark gemacht

„Die Gewerkschaften haben seit Beginn der Pandemie für das Kurzarbeitergeld stark gemacht und durchgesetzt, dass es bis Ende 2021 verlängert wird. So kommen Beschäftigte und Betriebe besser durch diese schwere Zeit“, so Wurche. Entscheidend sei zudem, dass die Leistung nach sieben Monaten auf 80 Prozent des Nettoverdienstes (für Eltern 87 Prozent) ansteige.

Die NGG appelliert nun an die Unternehmen, Kurzarbeit zur Qualifizierung der Mitarbeiter zu nutzen. „Wer wegen Corona nicht arbeiten kann, sollte die Möglichkeit einer beruflichen Weiterbildung bekommen. Das ist ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel, der in Hotels und Restaurants unabhängig von Corona eklatant ist“, so Wurche. Zudem müssten Beschäftigte auch im Gastgewerbe für die Digitalisierung fit gemacht werden.

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