Kommunalwahl

CDU und Grüne wollen in Sprockhövel bald Akzente setzen

Die neue Sitzverteilung im Rat der Stadt Sprockhövel.

Die neue Sitzverteilung im Rat der Stadt Sprockhövel.

Foto: Funkegrafik NRW Sina Sielaff / Quelle: Stadt Sprockhövel

Sprockhövel.  CDU und Grüne haben im Stadtrat von Sprockhövel eine komfortable Mehrheit. Jetzt sprechen sie über erste politische Projekte.

Seit Montagabend steht das endgültige Ergebnis der Kommunalwahl in Sprockhövel fest. Der Sitzverteilung im Stadtrat ist zu entnehmen, dass es eine deutliche Machtverschiebung vom Kooperationsbündnis SPD, FDP und WfS (insgesamt 15 Sitze) hin zu CDU und Grünen gegeben hat: Von 38 Sitzen im Rat haben CDU (12) und Grüne (10) eine komfortable Mehrheit von 22 Sitzen; kommt die freie Wählergemeinschaft MiS noch hinzu, wären es sogar 23 Stimmen, auf die die neue Bürgermeisterin Sabine Noll (CDU) zählen kann.

Appell: Wieder sachlich zusammenarbeiten

Wie berichtet, beginnt die neue Ära erst mit dem Wechsel auf dem Bürgermeistersessel zum 1. November. Doch bei CDU und Grünen haben längst die Überlegungen begonnen, was sie mit der durch die Wähler ausgestatteten Gestaltungsmehrheit anfangen wollen. „Alles auf Null“, hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende Torsten Schulte am Wahlabend angekündigt. „Das war der emotionalen Stimmung während des Wahlkampfes geschuldet, die sehr aufgeheizt war“, so Schulte. Wichtig sei jetzt, dass sich alle gewählten Ratsmitglieder sachlich wieder auf ihre Aufgaben besinnen. Wo wird möglichst bald politische Programmatik von CDU und Grünen sichtbar werden? „Die Bürgerbeteiligung wird ganz vorne stehen bei den geplanten Veränderungen“, sagt Torsten Schulte. Auch in der Kommunikation zwischen Verwaltung und Unternehmen werde sich etwas ändern: „Das könnte Auswirkungen auf den Job der Wirtschaftsförderin haben, deren Arbeit wir jedoch sehr schätzen.“

Grüne wollen besser informiert werden

Die Sprockhöveler Grünen, die ihr Gewicht im neuen Rat verdoppelt haben, weisen auf einige Punkte hin, wo sie als „Machthaber“ Veränderungen herbeiführen wollen. „Das fängt bereits mit der Informationspolitik an“, sagt Grünen-Fraktionschef Thomas Schmitz. Früher sei es oft so gewesen, dass wichtige Mitteilungen und Benachrichtigungen aus der Verwaltung die Grünen verspätet erreicht hätten. „Wir wollen da absolute Transparenz“, betont Schmitz. Programmatisch werden die Grünen bei erster Gelegenheit den Klimaschutzgedanken nach vorne schieben. „Die Inhalte des städtischen Klimaschutzkonzeptes sind auf dem Stand von 2014/15“, berichtet der Grünen-Fraktionsvorsitzende. Da müsse eine Aktualisierung her, die dann die Grundlage für die Arbeit der kürzlich eingestellten Klimaschutzmanagerin bilden werde.

Keine großen Änderungen bei Geschäftsbereichsstruktur erwartet

Schulte und Schmitz stehen in ihren Fraktionen vor dem, was sie Organisationsentwicklung nennen: Mehr Mandatsträger mit Aufgaben versehen und das jeweilige Team formen für die politische Auseinandersetzung in den Fachausschüssen und im Rat. „Unsere Bürgermeisterin steht aber im Rathaus vor einer ähnlichen Aufgabe“, merkt Schulte an. „Wahrscheinlich wird sich an der Geschäftsbereichsstruktur nichts Wesentliches ändern, allenfalls wird im Kleinen nachjustiert“, sagt er bewusst unkonkret. Wie sich das Verhältnis von Noll zu Hoven entwickeln wird, stehe noch in den Sternen. „Die beiden werden zusammen sprechen und schauen, ob eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist“, schätzt der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Stadtrat ist weiblicher geworden

Der neue Rat der Stadt Sprockhövel ist sichtbar weiblicher geworden: Waren es in der auslaufenden Ratsperiode noch lediglich 20 Prozent Frauenanteil im Stadtrat, so ist es jetzt fast die Hälfte – 15 von 38 Mandatsträgern. Am meisten hat die SPD aufgeholt, vier von zehn Fraktionsmitglieder; in der CDU ist ein Drittel Frauen vertreten (vier von zwölf), bei der FDP ist es ebenfalls ein Drittel (eine von drei), eine bei WfS, keine bei MiS. Nur die Grünen präsentieren sich ausgeglichen: Von zehn Ratsmitgliedern sind fünf weiblich.

Wahlbeteiligung

Von 21.162 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern Sprockhövels haben am Sonntag 12.969 gewählt.

Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 61,28 Prozent. Unter den abgegebenen Stimmen waren 250 ungültig.

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