Bürgerbegehren

Bürger wollen Lkw-Verkehr in der Hattinger Südstadt stoppen

Hans-Günter Fischer sieht im hohen Lkw-Verkehrsaufkommen in der Südstadt eine Gefahr für Kinder und auch ältere Menschen.

Hans-Günter Fischer sieht im hohen Lkw-Verkehrsaufkommen in der Südstadt eine Gefahr für Kinder und auch ältere Menschen.

Foto: Ramona Richter

hattingen.   Mit einer Unterschriftenaktion wollen die Bewohner der Hattinger Südstadt den Schwerlastverkehr verbannen. Die Stadt sieht darin aber Probleme.

Die Südstädter fühlen sich vom erhöhten Lkw-Verkehr, der durch ihr Quartier rollt, zunehmend gestört. Sie fordern deshalb ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen. Dazu haben die beiden Initiatoren des „Bürgerbegehrens Hattingen Südstadt“, Mathias Otte und Hans-Günter Fischer, im Sommer 2018 eine Petition gestartet.

Die Lastwagen sind eine Gefahr für die Kinder

Inzwischen haben sich rund 700 Personen daran beteiligt. Am Samstag, 13. April, findet zu diesem Thema eine Podiumsdiskussion statt, zu der auch Verantwortliche der Stadt eingeladen werden.

„Wir haben in der Südstadt mit vielen Menschen gesprochen, die ebenfalls meinen, dass sich hier etwas ändern muss. Dann haben wir uns dazu entschlossen, eine Petition aufzusetzen“, erzählt Hans-Günter Fischer von den Anfängen der Aktion. Es geht ihm besonders um den Schutz der Bürger: „Vom Geräuschpegel einmal abgesehen: Die vielen Lastwagen sind eine Gefahr für Kinder und Ältere.“

Die Stadt kann keine Wunderdinge bewegen

Es stehen zwar in der Südstadt Schilder, die Lkw die Durchfahrt untersagen. Die sind jedoch mit dem Zusatz „Anlieger frei“ versehen. Hans-Günter Fischer hat auch schon Lkw-Fahrer darauf hingewiesen, dass sie hier nicht entlang fahren dürfen: „Da hat einer gesagt, dass er Anlieger sei, obwohl der Wagenein finnisches Kennzeichen hatte.“

Fischer findet auch, dass es generell zu viel Verkehr in der Südstadt gibt und man Lastwagen verbannen müsse. Die Stadt hält das für nicht möglich, weiß aber um die Probleme: „Wir nehmen das alles sehr ernst, können jedoch keine Wunder bewirken.

In der Südstadt gibt es derzeit viele Baustellen

Reden kann man darüber, ob die Schilder an der richtigen Stelle stehen“, sagt Bürgermeister Dirk Glaser. Er betont, man habe bereits verschiedene Speditionen angeschrieben und gebeten, nicht durch die Südstadt zu fahren.

Viele Brummifahrer würden das allerdings ignorieren, berichtet Baudezernent Jens Hendrix. Er spricht mit dem vom Land NRW geförderten Lkw-Vorrangnetz eine weitere Maßnahme gegen den Schwerlastverkehr an. Die Stadt teile hierzu den Herstellern von Navigationsgeräten für Lkw geeignete Routen mit.

Das Problem sei aber, dass die meisten der Navigation auf ihrem Handy folgen. Darüber hinaus gibt er zu bedenken, dass gerade in der Südstadt derzeit viel gebaut werde: „Die Lkw müssen dann ja zwangsläufig diese Baustellen anfahren.“ Laut Hendrix hat die Polizei vor, in der Südstadt zukünftig vermehrt zu kontrollieren, ob Lkw unerlaubt unterwegs sind.

>>>Informationen zur Podiumsdiskussion

Die Podiumsdiskussion zum „Bürgerbegehren Hattingen Südstadt“ findet am Samstag, 13. April, um 12 Uhr im Gemeindezentrum der evangelischen Johannesgemeinde statt.

Dafür werden bis Ende März 10.000 Einladungen in der Südstadt verteilt. „Wir rechnen mit 200 bis 250 Personen“, sagt Hans-Günter Fischer.

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