Schwimmbrücke

Bürger planen Akteneinsicht zur Sperrung der Pontonbrücke

Die Pontonbrücke zwischen Niederwenigern und Dahlhausen ist seit Mitte Februar  für den Kfz-Verkehr gesperrt.

Foto: Hans Blossey

Die Pontonbrücke zwischen Niederwenigern und Dahlhausen ist seit Mitte Februar für den Kfz-Verkehr gesperrt. Foto: Hans Blossey

Hattingen.   Nach der Schließung der Pontonbrücke zwischen Hattingen und Bochum wollen Betroffene nun die Unterlagen der Verwaltung prüfen.

Es war ein emotionaler Abend: Warum findet die Bochumer Stadtverwaltung keine Lösung für die Pontonbrücke? Bei einem Bürgergespräch diskutierten ein Dutzend Teilnehmer den Stand des seit zwei Jahren schwelenden Konflikts.

Anwohner Heinz Kremeyer rückte mit einem ganzen Ordner zum Problem Schwimmbrücke an, in dem er das Gezerre zwischen Verwaltung, Politik und Bürgerschaft dokumentiert. Für ihn ist das ganze Spektakel „eine Inszenierung“, deren gewünschtes Ende schon seit Beginn feststünde.

Brücke ist seit Mitte Februar für Autos gesperrt

Kremeyer zitierte aus der Bochumer Beschlussvorlage, in der 2015 über die Sperrung der Brücke abgestimmt wurde. Dort stehe im Fazit, dass diese Lösung eine immense Qualitätssteigerung der Ruhrquerung für Fußgänger und Radfahrer biete, welche nach Etablierung einen hohen Imagegewinn für eine fahrrad- und fußgängerfreundliche Kommune bedeute, so Kremeyer.

Grundlage der Bürgerdiskussion war die erneute Schließung der Pontonbrücke seit dem 16. Februar, nachdem die Stadt Bochum ab Oktober 2017 in einem Fahrversuch den Verkehr vor Ort neu geordnet und beobachtet hatte. „Das Ziel des Versuchs ist es gewesen, schwere Lkw von der Brücke fernzuhalten und das hat geklappt“, so Dirk Schmidt (CDU). Die Sperrung der Verbindung erfolge jetzt auf Grundlage einer „ordnungsbehördlichen Verfügung“, vor allem wegen der vielen Rotlichtverstöße während des Versuchs. „Der gewählte Weg der ordnungsbehördlichen Verfügung lässt eigentlich nur noch das Gericht zu“, schilderte der Politiker weiter.

Bochumer Verwaltung soll Lösungen suchen

Alle Fraktionen im Bochumer Rat seien mittlerweile der Meinung, dass die Brücke geöffnet werden müsse und hätten der Verwaltung den ganz konkreten Auftrag erteilt, an einer Lösung zu arbeiten. Schmidt schilderte verschiedene Ansätze, die bis Ende Juni auch von den Stadtspitzen Bochum, Hattingen und Essen analysiert werden sollen: Verkehrsverstöße sollen besser geahndet und eine „soziale Kontrolle“ der Verkehrssituation durch Verkehrshelfer könnte installiert werden. Denkbar sei auch, die Brücke baulich zu ergänzen.

Die Bürger planten die Akteneinsicht zum Sachverhalt Pontonbrücke. Am 16. Mai sollen die Ergebnisse in einem weiteren Bürgergespräch diskutiert werden.

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