Energieversorgung

Bürger Hattingens sparen an Strom, an Wasser und an Gas

Damit das Wasser im Haushalt ankommt, ist der Betrieb eines Hunderte Kilometer langen Leitungsnetzes in Hattingen nötig.

Damit das Wasser im Haushalt ankommt, ist der Betrieb eines Hunderte Kilometer langen Leitungsnetzes in Hattingen nötig.

Foto: Dirk Bauer / FUNKE Foto Services

Hattingen.   Der Tag der Daseinsvorsorge der UN richtet den Blick auf vermeintlich Selbstverständliches. Dazu zählt die Versorgung mit Strom, Wasser und Gas.

Der Tag der Daseinsvorsorge wird am morgigen Sonntag begangen. Was sperrig klingt, meint alles das, was der Grundversorgung dient. Der Tag rückt in den Mittelpunkt, wo kommunale Unternehmen die Versorgung sicherstellen, die meist als selbstverständlich wahrgenommen wird – zum Beispiel auch die mit Wasser, Strom und Gas. Da zeigt sich: Wir sind sparsamer geworden.

Die Wasserversorgung teilen sich die Stadtwerke Hattingen mit Gelsenwasser. Gemeinsam sorgen sie für den Betrieb des etwa 355 Kilometer langen Wassernetzes in Hattingen. Dabei machen die Leitungen in der Straße 238 Kilometer aus (Stadtwerke 78 und Gelsenwasser 160), die Anschlussleitungen, die in die Haushalte abzweigen den Rest.

Wasserrohre sind um die 30 Jahre alt

Durchschnittlich sind die Rohre der Stadtwerke gute 29 Jahre alt, während die von Gelsenwasser etwa 32 Jahre auf dem Buckel haben. Das geht aus dem im vergangenen Jahr erschienenen Wasserversorgungskonzept für Hattingen hervor. „Die Lebenserwartung der Rohrleitungen sind durchaus mehrere Jahrzehnte“, erklärt Steven Scheiker für die Stadtwerke. Im Lauf eines Jahres prüfe das Unternehmen etwa die Hälfte seines Rohrnetzes. Es gebe zum Beispiel Horchgeräte, mit denen erfahrene Kollegen mit Kopfhörern an bestimmten Stellen hören, ob das Rauschen in der Leitung normal klingt, so Scheiker. Immer wieder werden Leitungen erneuert.

Wasserverbrauch hat massiv abgenommen

Gleiches gilt übrigens auch für das mehr als 250 Kilometer lange Gasnetz der Stadtwerke. Die Leitungen werden mit Gasspürgeräten nah am Boden überprüft – dafür müssen die Trassen abgelaufen werden.

Sowohl Gelsenwasser wie auch die Stadtwerke erklären, der Wasserabsatz sei jahrelang rückläufig gewesen. „Seit den 1990er Jahren hat der Verbrauch massiv abgenommen“, betont Heidrun Becker, Sprecherin von Gelsenwasser. Statt 145 Liter pro Einwohner am Tag sank die Zahl bundesweit auf 123 Liter. In Hattingen lag der von Gelsenwasser gemessene Verbrauch 2018 bei durchschnittlich 139 Litern. „Der höhere Wert ergibt sich, weil es hier viel Landwirtschaft gibt und das Jahr sehr niederschlagsarm war.“

Verantwortlicher Umgang mit Ressourcen

Auch wenn der Wasserverbrauch derzeit stagniert, haben grundsätzlich ein bewussterer Umgang und sparsamere Geräte zu einem Sinken der Werte geführt. Gleiches gilt auch für den Gas- und Stromverbrauch.

Im vergangenen Jahr flossen durch die Leitungen der AVU in deren Zuständigkeitsgebiet eine Milliarde Kilowattstunden Strom – und damit 100 Millionen weniger als im Vorjahr. Sprecher Jörg Prostka weiß, auch bundesweit hat der Verbrauch abgenommen – und das, obwohl immer mehr Geräte am Netz hängen. Auch hier drücken effizientere Anlagen, stromsparendes Verhalten und sinkende Bevölkerungszahlen den Verbrauch (im ersten Quartal 2019 bundesweit um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).

„Wir sollten uns alle bewusst sein, dass so ein Jahrhundertsommer mit Blick auf Klimaveränderung sich wiederholen kann. Wir müssen alle verantwortlich mit unseren Ressourcen umgehen“, fasst AVU-Vorstand Uwe Träris zusammen.

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