Nachlese

Brand in Hattinger Wohnhaus: 59-Jähriger tot aufgefunden

Gerd Stein (67) vor dem Haus am Pottacker, in dem in der Nacht auf Montag bei einem Brand ein 59-jähriger starb.  Steins vorm Haus geparkter Pkw wurde bei dem Feuerwehreinsatz beschädigt, die Polizei informierte ihn per Zettel.

Gerd Stein (67) vor dem Haus am Pottacker, in dem in der Nacht auf Montag bei einem Brand ein 59-jähriger starb. Steins vorm Haus geparkter Pkw wurde bei dem Feuerwehreinsatz beschädigt, die Polizei informierte ihn per Zettel.

Foto: Fischer

Hattingen.   Anwohner wollen am Tag nach dem Feuer in Mehrfamilienhaus am Pottacker in Hattingen über das Unglück nicht reden. Eine brennende Zigarette war wohl die Brandursache.

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Sie wollen fast alle nicht reden über den Brand am Morgen danach: die Bewohner eines Mehrfamilienhaus am Pottacker, der der Feuerwehr am späten Sonntagabend gemeldet wurde. Und bei dem es trotz schnellen Eintreffens mehrerer Einheiten am Einsatzort neben drei verletzten Hausbewohnern, die mit Rauchgasintoxikation ins Krankenhaus gebracht wurden, auch einen Toten gab: Ein in Spanien geborener Deutscher (59) ist infolge des Brandes gestorben.

„Schrecklich ist das“, sagt Karin Rosik (57), die gerade vom Einkaufen zurückkehrt in ihre Wohnung, die sich direkt unter der des Toten befindet. Und sinniert: „Wie gut, dass ich, als der Brandmelder anschlug, noch nicht geschlafen habe . . .“ Vielleicht wäre es sonst auch für sie zu spät gewesen. Noch stark nach Ruß riecht es in dem Brandhaus am Morgen danach, trotz weit geöffneter Fenster im Treppenhaus. Ebendort verabschiedet eine ältere Frau gerade ihren Physiotherapeuten Marc Wasserlos (48). „Ich habe heute morgen vom Brand gehört, jetzt musste ich unbedingt wissen, ob es der Dame gut geht: Zum Glück ist ihr nichts passiert.“

Brennende Zigarette vermutlich Brandursache

Auch die übrigen Bewohner, die inzwischen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren durften, sind glimpflich davongekommen bei dem Brand, der sich nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei vom Sofa in der Wohnung des Toten im ersten Obergeschoss ausbreitete, dort wurde später auch die Leiche aufgefunden. Polizeisprecherin Vera Viebahn bestätigte, dass voraussichtlich eine brennende Zigarette der Brandauslöser gewesen sei. Der Alarm eines Rauchmelders und Brandgeruch im Treppenhaus hatte dann Bewohner auf den Plan gerufen: Sie wählten um 22.45 Uhr den Notruf 112.

Eine hilfsbedürftige Frau war noch in ihrer Wohnung

Bereits nach wenigen Minuten trafen die ersten Feuerwehrkräfte ein, sahen Rauch aus einer Wohnung im ersten Obergeschoss dringen. Dass sich in der noch eine Person befand, wussten sie da noch nicht. Später fanden sie den 59-Jährigen dann leblos auf, er wurde von einem Arzt für tot erklärt.

Laut Feuerwehrsprecher Jens Herkströter standen beim Eintreffen der Feuerwehr – die insgesamt mit über 60 Kräften der Hauptwache sowie mehreren Löschzügen vor Ort war –, bereits einige Hausbewohner vor dem Gebäude, zwei weitere auf dem Balkon im zweiten Obergeschoss. Und eine hilfsbedürftige Frau war noch in ihrer Wohnung. Die nicht gehfähige Dame sei noch während der Löscharbeiten durchs Treppenhaus mit einer speziellen Atemschutzmaske gerettet worden, so Herkströter.

Zwei Bewohner harrten auf einem Balkon aus

Die beiden Bewohner auf dem Balkon hätten das Gebäude ebenfalls durch den Hausflur verlassen – allerdings erst, als der rauchfrei war. Während der Löscharbeiten seien sie aber von Einsatzkräften nonstop betreut worden, hätten über eine Steckleiter zudem den Balkon notfalls sofort verlassen können.

Gut zwölf Stunden nach dem Einsatz steht Gerd Stein (67) vor dem Brandhaus, ein Nachbar. Er habe weder vom Feuer noch von dem Einsatz etwas mitbekommen. Bis er am Morgen ein Schreiben der Polizei unter der Windschutzscheibe entdeckte: Beim Einsatz hat ein Feuerwehrwagen sein Auto verbeult. „Aber es gibt Schlimmeres“, so Stein. Und nach kurzer Pause sagt er: „So zu sterben, wünscht man niemandem.“

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