Laienspielschar

Bissige Dialoge im Goethe-Haus in Welper

Mit derben Witzen begeistern Günter Moser, Gerd Grönebaum und Barbara Stevens in ihren Rollen als Obdachloser Willi, Wirt Johannes und Putzfrau Rosi.

Foto: Hanusch

Mit derben Witzen begeistern Günter Moser, Gerd Grönebaum und Barbara Stevens in ihren Rollen als Obdachloser Willi, Wirt Johannes und Putzfrau Rosi. Foto: Hanusch

Hattingen.   Mit „Alles Goethe, oder was?“ begeistert die Katholische Laienspielschar Welper ihr Publikum. Für viele Gäste stehen die Termine fest im Kalender

Es war ein fulminantes Wochenende für die Katholische Laienspielschar Welper. In der Aula der Gesamtschule war an diesen Tagen Johann Wolfgang von Goethe nicht nur zu Gast. Nein, vielmehr schien der berühmte Dichter ein alter Bekannter in Welper zu sein. Sogar begraben soll er dort liegen – zumindest laut Skript von Bernd Gombold zu dem Theaterstück „Alles Goethe, oder was?“ Die Komödie wurde von den Mitgliedern der Laienspielschar unter viel Applaus aufgeführt.

„Ich finde die Figur der Putzfrau einfach herrlich. Sie agiert so von hinten heraus, dass sich die Politiker selbst lächerlich machen“, berichtet Sigrun Rösner mit einem Lächeln. Zusammen mit ihrem Ehemann besuchte sie zum ersten Mal eine Aufführung der Theatergruppe. „Wir sind gerade erst frisch nach Welper gezogen und ich finde es toll, was es hier für Angebote gibt.“ Das Lustspiel sorgte mit seinem teilweise sehr zweideutigen Humor für viele Lacher unter den überwiegend älteren Zuschauern.

Nervosität beim ersten Mal

Zum Inhalt: Nachdem in der vom Abriss bedrohten Taverne „Zur eisernen Faust“ in Welper vermeintlich originale Handschriften Goethes vom ewig betrunkenen Obdachlosen Willi (Günter Moser) gefunden werden, wendet sich die Sicht des korrupten Bürgermeisters Richard Schnösel (Engelbert Grönebaum) um hundertachtzig Grad. Die vorher von ihm verhasste Spelunke wird über Nacht renoviert und zum Goethe-Haus ernannt, ein neues Goethe-Kongressgebäude geplant und aus dem Obdachlosen Willi wird der Goethe-Experte Professor Doktor Wilhelm Steinberger. Welper soll voll und ganz zum Ort der Dichter und Denker werden. Zum Vorteil für den Bürgermeister und nicht für die der Angestellten, die anderes im Sinn haben.

„Eigentlich wollten wir ganz zu Anfang ein anderes Stück spielen“, berichtet Hartmut Stevens, Geschäftsführer der Laienspielschar. „Das hatte aber zu wenig Lacher.“ Seit zwanzig Jahren ist der Theaterliebhaber Teil der Gruppe und war zu Anfang sehr nervös. „Irgendwann habe ich mir dann aber gesagt, auch wenn textlich mal etwas schief geht, die unten haben kein Textbuch, also einfach ruhig bleiben“, erzählt er mit einem verschmitzten Lächeln weiter.

Besonders die bissigen Dialoge über die Figur der Klara Schnalzer in der Funktion der frisurenbegeisterten Vorsitzenden der Gesellschaft für Kunst und Kultur sorgten beim Publikum immer wieder für spontanen Beifall. „Auch wenn die Witze zum Teil wirklich derb waren, konnte man gut drüber lachen“, erklärt Angelika Auermann. Sie besucht regelmäßig die Lustspiele und Märchen der Katholischen Laienspielschar Welper. „Die allzeit lustigen Aufführungen sind als feste Termine in meinem Kalender eingetragen“, bemerkt die Hattingerin.

>>> Die nächsten Aufführungen

Das etwa dreißig Mitwirkende umfassende Ensemble der Katholischen Laienspielschar Welper wird in diesem Jahr zwei weitere Stücke vorstellen.

Das nächste Lustspiel wird am 15. und 16. September gezeigt. Im Dezember wird traditionell ein Grimmsches Märchen aufgeführt – in diesem Jahr wird es das Stück um Schneeweißchen und Rosenrot sein.

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