Bienenhotel bauen

Bienenfreunde aus aller Welt holen sich Tipps in Hattingen

Firmin Lenk aus Hattingen mit einer selbst gebauten Nisthilfe für Bienen. Ihr Balkon profitiert von der großen Anzahl von Bienen.

Firmin Lenk aus Hattingen mit einer selbst gebauten Nisthilfe für Bienen. Ihr Balkon profitiert von der großen Anzahl von Bienen.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.   Firmin und Steffen Lenk aus Hattingen bauen einfache Bienenhotels selbst. Anfragen zum Bienenschutz erhalten sie inzwischen aus aller Welt.

Bettenwechsel im Bienenhotel von Firmin und Steffen Lenk in Hattingen-Welper: Kaum sind die größeren gehörnten Mauerbienen ausgezogen, haben 3,5 Millimeter große Wildbienen den Balkon erobert. „Sie sind noch fleißiger als die großen“, schwärmt Steffen Lenk. Mit seiner einfachen Methode, ein Insektenhotel zu bauen, ist er inzwischen gefragt.

Mehr Blüten und Früchte dank Bienen

Er verweist auf eine Weintraubenpflanze im Betonkasten: „Die Bienen sind so fleißig, da sind über 50 Reben dran. Wahrscheinlich werde ich die Trauben trocknen, dann haben wir Rosinen.“ Auch die kleinen Korianderblüten besuchen die fleißigen Insekten rege, haben im Vorjahr – denn schon seit fünf Jahren kommen sie bereits in Lenks Hotel – dafür gesorgt, dass Lenks ein Halb-Liter-Glas mit Koriander-Samen füllen konnten. „Und unsere Nachbarn geben von ihren Erdbeeren und Johannisbeeren schon allen etwas ab, weil die Pflanzen so viel tragen, dass sie gar nicht alles selbst essen können.“

Bienenhotel auf dem Balkon von Firmin und Steffen Lenk
Bienenhotel auf dem Balkon von Firmin und Steffen Lenk

Etwa 2000 bis 3000 Bienen summen gerade auf dem Balkon. Friedlich leben sie mit Lenks. „Sie sind noch harmloser als die größeren. Ich glaube, man kann sie verschlucken und sie tun nichts“, verbildlicht Lenk. Dabei sind die Bienen durchaus keine Feiglinge: „Hier war letztens eine Wespe, die wollte sich niederlassen, da haben wir gesehen, wie so eine kleine Biene sie attackiert und verjagt hat.“

Anleitung für ein einfaches Bienenhotel

Für die kleinen Bienchen haben Lenks die Betten natürlich frisch gemacht. Sie kennen die Vorlieben ihrer Gäste. Denn während die großen Wildbienen gern Bambusrohre beziehen, mögen die kleineren Schilfzimmer. „Aber die sind schnell gemacht. Ich nehme eine sechs mal zwei Meter große Sichtschutzmatte aus Schilf, da ist der Schilf dann schon gebündelt. Dann schneide ich 30 Zentimeter große Stücke, rolle jedes Stück zusammen und zurre die Rolle am Ende mit Kabelbinder fest. Das ist ganz einfach und geht superschnell. Ich brauche pro Rolle höchstens zehn Minuten“, erklärt der Welperaner.

Nach der WAZ berichtet auch Quarks und Co.

Er berichtet, dass der WAZ-Artikel über die Mauerbienen und den Bau eines Bienenhotels Wellen geschlagen habe. „Der WDR war da, der Beitrag ist öfter gelaufen, in der Aktuellen Stunde und auch bei Quarks und Co., es gab sehr viele Reaktionen.“

Inzwischen besuchten ihn gut zehn Menschen, die sich für den Bau eines Bienenhotels, so wie Lenk es macht, interessierten. Darunter waren nicht nur Hattinger, sondern auch Neugierige aus Münster, Köln, Duisburg. Und weil seine Frau, die aus Indonesien stammt, den Bericht auch über die sozialen Netzwerke verbreitet hat, „gab es sogar Anfragen aus Frankreich, China, Neuseeland“.

Bienenhotel ist von März bis zum Ende des Sommers bewohnt

Steffen Lenk freut sich, dass sich mehr Menschen für den Schutz der Bienen einsetzen und das Bewusstsein dafür wächst, wie wichtig Bienen für die Umwelt und die Menschen sind.

Übrigens wird dies nicht der letzte Bettenwechsel für diesen Sommer bei Lenks gewesen sein: „Diese Art bleibt bis etwa Ende Juli. Danach kommen noch kleinere Wildbienen.“ Lenk findet es „einfach schön“, dass das Bienenhotel von März bis zum Ende des Sommers gut besucht ist von so guter Ernte bringenden Gästen.

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