Gericht

Bewährungsstrafe nach Unfall unter Drogen und Alkohol

Foto: Kleinrensing

Hattingen.   Ein 32-jähriger Hattinger fuhr betrunken und berauscht. Deshalb stand er jetzt vor Gericht. Mit einer Therapie will er sein Leben verändern.

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Er hatte nicht nur viel zu viel Alkohol getrunken, sondern auch Amphetamine und Cannabis konsumiert, als sich der 32-Jährige am 17. Juni 2017 hinters Steuer setzte. Auf der Wittener Straße in Blankenstein fuhr er auf einen anderen Pkw auf. Vor dem Amtsgericht musste sich der Hattinger nun verantworten. Angeklagt war er dabei nicht nur wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung, sondern auch wegen Unfallflucht sowie Beleidigung, Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Das war geschehen: Nach Aussagen von Zeugen war er in der Tatnacht gegen 23 Uhr mit stark überhöhter Geschwindigkeit unterwegs, als er in Höhe des Asia-Restaurants in den Pkw eines Hattingers (57) raste. Jener sagte vor Gericht, er habe im Rückspiegel „zwei Scheinwerfer auf mich zurasen sehen, ich habe dann noch Gas gegeben“ – da sei der Aufprall schon passiert. Zum Glück trug niemand schwerwiegende körperliche Folgen davon.

Nach dem Aufprall Hund gesucht

Der Angeklagte selbst hatte sich nach dem Aufprall vom Unfallort entfernt. Er habe seinen Hund gesucht, der sich im Auto befunden hatte, berichteten verschiedene Zeugen. Einer fand den jungen Mann „weinend und bibbernd“ auf dem Boden sitzend an einer Bushaltestelle vor. Als er ihn angestoßen habe, sei er aggressiv geworden, habe zwei eintreffende Polizisten beleidigt. „Er war vollkommen außer sich“, so die Beamtin. Und ihr Kollege erklärte, der Angeklagte habe ihn „massiv“ gegen die Brust geschlagen, zum Glück habe er eine Schutzweste angehabt. Schließlich habe man den Angeklagten dann fesseln und ins Gewahrsam bringen können.

Der Hattinger, der sich im Gerichtssaal bei allen Beteiligten entschuldigte, hatte eingangs der Verhandlung durch seinen Verteidiger Jörg Ludwig gesagt, er könne sich an kaum etwas aus jener Tatnacht erinnern. Aber sein Mandant, so Ludwig, habe damals „ja auch eine Mehrfachvergiftung“ gehabt. Wegen seiner Drogenprobleme absolviere der 32-Jährige seit Januar eine stationäre Therapie, „er ist motiviert, sein Leben in den Griff zu bekommen“. Zudem sei seine Freundin schwanger. Aufgrund all‘ dessen beantrage er eine Bewährungsstrafe.

Therapie und gemeinnützige Arbeit

Zu einer solchen verurteilte Richter Johannes Kimmeskamp den Angeklagten, der bereits unter Bewährung stand, auch. Die zehnmonatige Freiheitsstrafe setzte er für drei Jahre zur Bewährung aus. Zudem muss der Hattinger seine Therapie beenden, anschließend 150 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

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