Quartierswntwicklung

Beim neuen Markttreff in Welper wird geklönt und debattiert

Gemütlicher Plausch beim Markttreff in Welper, den es am Freitag zum ersten Mal gegeben hat.

Gemütlicher Plausch beim Markttreff in Welper, den es am Freitag zum ersten Mal gegeben hat.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Premiere für den Markttreff: Seit Freitag gibt es ein neues Angebot in Welper, bei dem Bürger miteinander ins Gespräch kommen – und debattieren.

„Freitags ist Markttag und dann ist besonders viel los in Welper“, sagt Vera Moneke, die hauptamtlich für das Teilprojekt „Altengerechtes Quartier“ des Stadtteilumbaus arbeitet. Deshalb sollte es einen „Treffpunkt ohne Verzehrzwang“ geben, mit Sitzgelegenheiten vor oder im Gemeindeamt – am Freitag hatte der Markttreff seine Premiere.

Zwei Bierzeltgarnituren tragen Vera Moneke, Ingrid Berkermann und Gabi von Scheidt nach draußen. Sie stellen Tische und Bänke vor den Eingang. Die Lage ist perfekt. Hier kommen viele vom Markt vorbei, die Bushaltestelle ist nur einen Steinwurf weit entfernt. Ursula Daudert sitzt bei einem Glas Wasser auf der Bank, neben sich hat sie die Einkäufe in ihrem Trolley geparkt. Die Idee eines Treffs finde sie gut, und sie hofft, dass man seine Sorgen, was Welper betrifft, besprechen kann.

Austausch über über die Quartierentwicklung in Welper

Während die einen über den vergangenen Sommerurlaub sprechen, tauscht sich nebenan eine Gruppe über die Quartierentwicklung aus. Helmke Bancher (74) und Rosemarie Knorr (81) sind Schwestern und in Welper geboren, ihre Freundin Erika Nöckel (72) kommt aus Sprockhövel; sie findet die Initiative toll. „Sowas sollte es bei uns auch geben, so einen Ort zum Austausch.“ Die Schwestern erzählen bei einer Tasse Kaffee, was sie umtreibt: „Was ist mit dem Spielplatz für jung und alt, den wir der Stadt vorgeschlagen haben? Sowas wünschen wir uns hier. Aber nichts passiert“, meint Bancher. In Sprockhövel gebe es solch einen Ort mit Bouleplatz und Trimm-dich-Geräten. Werner Homann beruhigt: „Es geht halt nicht alles sofort. Der Diepenbeck-Park wird jetzt umgestaltet, das ist doch gut. Man braucht halt Geduld.“ „Wir haben aber nicht mehr so viel Zeit“, entgegnet die 74-Jährige.

Auch dass es keine öffentlichen Toiletten gebe, sei ein Problem, findet Knorr. Im Gemeindeamt sind Toiletten vorhanden, die aber nicht immer geöffnet seien.

Überhaupt bietet das Gebäude viele Nutzungsmöglichkeiten. „Das ist das Filetstück“, meint Berkermann, „und die Stadt denkt darüber nach, es zu verkaufen.“ Sie kann das überhaupt nicht nachvollziehen und will gemeinsam mit Welperanern ein Konzept entwickeln, um die Stadt vom Verkauf abzuhalten.

Zwischen Eiscafé und Seniorenheim ist der ideale Platz für einen Brunnen

Ein weiteres Gesprächsthema: die Brunnen. Wolfgang Feuerstein (73) wünscht sich einen Wasserspielplatz. Einen perfekten Platz hat er dafür auch schon auserkoren: Schräg gegenüber des Gemeindeamts, zwischen Eiscafé und Seniorenheim. Der vorhandene Brunnen an der Thingstraße indes führt seit einigen Monaten kein Wasser mehr. Laut der Stadt sei die Pumpe defekt. Die Ehrenamtlerinnen ärgert das: „Der Brunnen ist doch wichtig für das Klima, für Insekten und Vögel“, meint Ingrid Berkermann.

Der Tenor des Vormittags ist eindeutig: Den Bürgern in Welper geht es zu langsam vorwärts mit ihrem Stadtteil. Dass sie einen neuen Markttreff ohne Verzehrzwang haben, finden sie gut.

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