LESEMARATHON

Beim Hattinger Lesemarathon treffen Autoren auf ihre Leser

Beim Lesemarathon in der Modeboutique Modela gab es für das Publikum neben spannenden Lesungen auch Leckeres  zu essen.

Beim Lesemarathon in der Modeboutique Modela gab es für das Publikum neben spannenden Lesungen auch Leckeres zu essen.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Hattingen.   Beim sechsten Hattinger Lesemarathon vor der Modeboutique Modela stellen insgesamt 16 Schriftsteller ihre neuesten Veröffentlichungen vor.

Bücher werden immer unmoderner? Von wegen. Beim bereits sechsten Lesemarathon vor der Modeboutique Modela ging es einen ganzen Nachmittag lang nur um dicke Wälzer. Autoren aus Hattingen und Umgebung lasen dabei aus ihren neuesten Werken.

Insgesamt 16 Autoren lesen an diesem Nachmittag jeweils etwa 20 Minuten aus ihren Büchern. Dabei gibt es Ausschnitte aus humoristischen Geschichten, Ruhrpott-Krimis, Liebesromanen und Fantasie-Büchern zu hören – und zwischen den Lesungen reichlich Live-Musik. Für Verlegerin Manuela Klumpjan zeichnet den Lesemarathon dabei besonders der Kontakt zwischen Autoren und Gästen aus. „Wenn die Leser die Autoren selbst getroffen haben, bekommen die Geschichten in den Büchern plötzlich ein ganz anderes Gesicht.“

Vielleicht ist Gift im Getränk

Petra Gockeln tritt ans Mikrofon. Die Autorin liest aus ihrem zweiten Buch „Rabenschwarze Seelen: Schräge Mordgeschichten aus dem Ruhrgebiet und anderswo“, einer Sammlung von mehreren kleinen Krimi-Geschichten, die oft in Hattingen spielen. Die Erzählung „Streuselkuchen“ gefällt Gockeln besonders gut. In der geht es um Sabine, die das Grab ihrer Eltern besuchen will. Der Friedhofsaufseher kommt vorbei, lädt sie auf ein Getränk und ein Stück Kuchen ein. Doch das Getränk schmeckt komisch – vielleicht ist es vergiftet. Gockeln lässt Sabine voller Panik wegrennen, über einen offenen Sarg stolpern und hineinfallen. Es wird dunkel um sie. Sie schlägt die Augen auf. „Meine Güte, Sabine“, sagt ihr Mann. „Ich muss morgen früh raus.“ Sie hat alles nur geträumt. Das Publikum lacht. Einige haben es schon geahnt.

Auch Autor Dirk Steinert begeistert seine Zuhörer. Er liest erstmals aus seinem Roman „Castello 2“, entführt sein Publikum dabei in eine Fantasie-Welt voller Drachen und Abenteuer. Sigrund Schernowski (53) hat sich das Buch gerade eben gekauft. „Den ersten Teil kenne ich schon. Die Geschichte ist einfach so mystisch. Als Leser tappt man lange im Dunkeln, weiß nicht genau, worum es geht. Das macht den Roman so spannend.“

Ein besonderer Höhepunkt an diesem Nachmittag: Der blinde Autor Dieter Kleffner stellt sein neustes Werk „Autorenstolz“ vor. Der Aufenthalt auf der Klosterinsel Newelstein sollte ein unterhaltsames Treffen von namhaften Autoren werden. Ein Austausch von Ideen in eleganter Umgebung. Doch nach und nach verschwinden die Personen. Das Schicksal nimmt seinen Lauf . . .

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