Wirtschaft

AZ: Großteil der Arbeitsplätze in Hattingen gerettet

Im November des vergangenen Jahres hat die Firma AZ, die im Henrichspark sitzt, das vorläufige Insolvenzverfahren beantragt.Foto:VOLKER SPECKENWIRTH

Im November des vergangenen Jahres hat die Firma AZ, die im Henrichspark sitzt, das vorläufige Insolvenzverfahren beantragt.Foto:VOLKER SPECKENWIRTH

Hattingen.   Der insolvente Automobil-Zulieferer AZ schließt einen Vorvertrag mit einem strategischen Investor. Das Unternehmen soll in Hattingen bleiben.

Aufatmen beim insolventen Automobil-Zulieferer AZ (Ausrüstung und Zubehör). Jetzt wurde ein Vorvertrag mit einem strategischen Investor geschlossen, der unter anderem den Erhalt des Standortes an der Ruhrallee und des „überwiegenden Teils der Arbeitsplätze“ der 146 Beschäftigten vorsieht.

Ziel der Parteien ist es, so teilt die Unternehmensgruppe Altenloh, Brinck & Co. (ABC) mit, zu der AZ gehört, „nach der Restrukturierung des Unternehmens und der Entwicklung eines zukunftsfähigen Geschäftsmodells, das Unternehmen in gute Hände zu übergeben“.

AZ hatte Ende November des vergangenen Jahres Insolvenz anmelden müssen. Im Rahmen einer Planinsolvenz in Eigenverantwortung arbeitet ein neuer Geschäftsführer an der Zukunft der Firma.

Minus in Millionenhöhe

Ins Schlingern geraten war AZ nachdem der ehemalige Geschäftsführer über Jahre die Geschäftsentwicklung des Unternehmens nach innen und außen verschleiert hatte. Das kam erst nach seinem Freitod im Juni des vergangenen Jahres heraus und nachdem auch Mitarbeiter die Manipulationen zugegeben hatten. Anlagen sei zu hoch bewertet, Vorräte zu hoch angegeben worden, hieß es. Die Folge: Ein Minus in zweistelliger Millionenhöhe.

Dass auf die Belegschaft des Automobil-Zulieferers AZ an der Ruhralle personelle Einschnitte zukommen, hatte Michael Salzig, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe ABC, im Dezember angekündigt. Der nun unterzeichnete verbindliche Vorvertrag sieht laut ABC folgende Bedingungen vor: Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit, Erhalt der Umsatzbasis und Erhaltung des Standortes mit dem überwiegenden Teil der Arbeitsplätze.

Ein Vertragsabschluss sei unter anderem daran geknüpft, dass bei den Hauptkunden des Unternehmens eine verbindliche Zusage erzielt werden könne. Der Sanierungs- und Veräußerungsprozess soll bis Ende Juli abgeschlossen werden, teilt ABC mit.

Die Mitarbeiter, die nicht weiter beschäftigt werden, sollen von einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft übernommen werden. Das habe man in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat beschlossen. Dies sei eine notwendige Voraussetzung für die Sanierung des Unternehmens und zugleich Bedingung für die Übernahme durch den Investor.

Der Betrieb an der Ruhrallee läuft unterdessen weiter. ABC dazu: „Parallel zu den Verhandlungen und Sanierungsmaßnahmen wird der Geschäftsbetrieb der AZ in Eigenverwaltung fortgeführt.“

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