Politik

Awo will dritte Kindertagesstätte in Hattingen betreiben

40 Jahre Erfahrung im Kitabereich hat die Awo Ennepe Ruhr. Im Juni überzeugte sich Jochen Winter (Dritter von rechts) mit Vertretern der Stadt und anderen vom Baufortschritt im Bruchfeld. Foto:Volker Speckenwirth, Archiv

40 Jahre Erfahrung im Kitabereich hat die Awo Ennepe Ruhr. Im Juni überzeugte sich Jochen Winter (Dritter von rechts) mit Vertretern der Stadt und anderen vom Baufortschritt im Bruchfeld. Foto:Volker Speckenwirth, Archiv

Hattingen.  Stadt setzt auf Stärken eines lokal vernetzten Anbieters mit Erfahrung. Mehr als die Hälfte des Personals arbeitet in Kitas und offenem Ganztag.

Die Awo soll eine weitere Kita neben den bestehenden in der Grundschule Oberwinzerfeld und Bruchfeld betreiben: am Rosenberg. Die Verwaltung schlägt dem Jugendhilfeausschuss vor, der Arbeiterwohlfahrt den Zuschlag zu geben, statt dem Mitbewerber Step Kids KiTas gGmbH Berlin mit sechs Einrichtungen in NRW.

Mit den Step Kids käme zwar ein weiterer Träger hinzu und damit mehr Vielfalt. Die Verwaltung spricht sich trotzdem aus mehreren Gründen gegen den Berliner Anbieter aus. Beigeordnete Beate Schiffer bevorzugt, trotz Offenheit für neue Anbieter, „Lokalpatrioten“ im positiven Sinn, die sich durch Erfahrung auszeichnen, durch Verbundenheit mit der Region und ein Netzwerk mit anderen Trägern. Denn eine Kita sei kein Solitär als Einrichtung, sondern arbeite mit vielen anderen zusammen. „Die Erfahrung eines Trägers wie der Awo zahlt sich aus“, ist sie überzeugt. Werde Personal in einer Einrichtung knapp, könnten leichter Kräfte aus einer anderen aushelfen.

Regionalität als Pfund

Derzeit gibt es sieben evangelische Kindertageseinrichtungen, fünf katholische, zwei des Awo-Unterbezirks EN, eine in Trägerschaft einer Elterninitiative und elf städtische, darunter eine Übergangs-Kita.

Als Kriterien für die Arbeiterwohlfahrt führt die Verwaltung in der Ausschussvorlage Finanzierung, Personal, Referenzen, Pädagogisches Konzept und Synergien zu bestehenden Einrichtungen ins Feld.

Die Synergien bestätigt Awo-Geschäftsführer Jochen Winter. Derzeit betreibt der EN-Unterbezirk 26 Kitas. Können alle Pläne umgesetzt werden, „sind es demnächst 30 in acht Kommunen. In der Vergangenheit sind wir in Hattingen nicht zum Zug gekommen.“ Dass es jetzt anders ist, freut ihn.

40-jährige Erfahrung und 1000 Mitarbeiter

Das Pfund der Arbeiterwohlfahrt sieht Winter in der 40-jährigen Erfahrung und in der Regionalität. Mehr als die Hälfte der 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Kitas und OGS beschäftigt. Für den offenen Ganztag wünscht er sich einen Rechtsanspruch, weil sich Familie und Beruf sonst nicht vereinbaren lassen und „ein Bruch erfolgt, wenn die Kinder zur Schule kommen“.

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Einrichtungen sowie die räumliche Nähe erleichterten es, Engpässe auszugleichen. Die Awo, so Winter, verfolgt zwar an den einzelnen Standorten ein Konzept. Es sei aber auch individuell nicht nur auf die Stadt zugeschnitten, sondern auch auf die Kinder, die die Kita besuchen. Ob Nachwuchs aus der Mittelschicht oder aus Familien mit Migrationshintergrund: alle werden individuell betreut.

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