Fernsehen

Aus dem Fachwerk ins „The Taste“-Finale

Semi Hassine kocht normalerweise in seinem Restaurant „Fachwerk“. Am heutigen Mittwoch zeigt er noch einmal in der Fernseh-kochshow „The Taste“ sein Können auf einem Löffel.

Semi Hassine kocht normalerweise in seinem Restaurant „Fachwerk“. Am heutigen Mittwoch zeigt er noch einmal in der Fernseh-kochshow „The Taste“ sein Können auf einem Löffel.

Foto: Walter Fischer

Hattingen.   Semi Hassine kocht am heutigen Mittwoch wieder im Fernsehen. Im Interview verrät er, wie er den Dreh erlebt hat.

Die Sat.1-Kochshow „The Taste“ geht am heutigen Mittwoch ins Finale. Mit dabei: der Hattinger Koch Semi Hassine. WAZ-Redakteurin Sabine Weidemann sprach mit ihm über kleine Löffel, Blumenkohl und zitternde Hände.

Herr Hassine, Sie stehen im Finale. Haben Sie damit gerechnet?

Semi Hassine: Nein, damit habe ich gar nicht gerechnet. Das Finale hatte ich auch nie im Kopf. Ich wollte immer Folge für Folge Vollpower geben und weiterkommen.

Und das hat bisher gut geklappt. Auch wenn Ihr Teamchef Frank Rosin Sie in der vergangenen Folge ganz schön reingelegt hat.

Ja, er hat mir die Hand gegeben und fing an: ‘Semi, leider muss ich sagen...’ und dann kam, dass ich weiterkochen darf. Aber ich habe gedacht, jetzt ist Schluss.

Welche Themen waren denn gar nicht Ihre Sache?

Dessert war scheiße. Und die Nummer mit Frau Wagner-Bacher zum Thema Teig, die war auch schwierig.

Dabei kommt es ja auf genaue Rezepte an. Die dürfen Sie sicher nicht mal eben im Internet suchen.

Da herrscht Handyverbot im Studio. Sonst wäre es ja auch zu einfach.

Was ist die größte Herausforderung?

Das erste Mal im Studio kochen, das war das Schwierigste. Überall sind Kameras und an jeder Küche gibt es einen Redakteur, der Sachen fragt. Das war Stress pur. Auch unter Zeitdruck kochen zu müssen. Und dass man die Zutaten erst direkt davor weiß. Das ist wirklich heftig.

Haben Sie sich das so vorgestellt?

Das war schon schlimmer als erwartet. Klar, man gewöhnt sich im Laufe der Zeit etwas dran. Am Anfang habe ich total gezittert und dachte noch: ‘Mensch, wie peinlich’.

Und dann kommt noch Frank Rosin vorbei und reißt Sprüche. Mit ihm gehen Sie jetzt ins Finale. War die Entscheidung für ihn die richtige?

Das Team Rosin ist das einzig wahre Team. Der ist so völlig fertig. (lacht) Aber wir passen gut zusammen.

Was ist Ihr Lieblings-Rosin-Spruch?

Das war der aus der letzten Sendung: ‘Dafür dass du so hässlich bist, kannst du ganz schön gut kochen.’

Für Sprüche sind Sie ja beide gut.

Mit ihm kann man das auch machen. Da komme ich sehr gut mit klar. Und der Kontakt besteht auch weiter. Er gibt mir hier und da mal einen väterlichen Rat.

War er denn schon zu Besuch in ihrem Restaurant Fachwerk?

Noch nicht. Aber da passiert vielleicht demnächst noch was...

Zurück zum Löffel. Was war bisher Ihr Lieblingslöffel?

Der erste aus dem Casting. Mit Blumenkohl-Püree, Wolfsbarsch und Nussbutter. Der war einfach. Aber es geht ja um den Geschmack. Und der war schweinelecker.

„Ich steh auf Blumenkohl“, haben Sie ja schon in der ersten Sendung verkündet. Wie kann man Blumenkohl am besten zubereiten?

Suppe ist mega, Püree aber auch. Und gebacken ist Blumenkohl auch mega. Aber man kann den auch gut roh essen – gehobelt, als weiße Erde.

Was geht gar nicht auf einem Löffel?

Suppe. Aber theoretisch kann man alles auf einen Löffel packen. Man muss halt klein denken. Ich kann nur nicht in kleinen Mengen kochen. Bei mir blieb immer viel übrig.

Was ist passiert denn damit?

Die Reste gingen an die Crew und wir haben auch gesnackt.

Sind die Löffel nicht eigentlich längst kalt, wenn sie zur Jury kommen?

Man wird gefragt, wie der Löffel aufbewahrt werden soll – bei Zimmertemperatur oder in einem Warmhalteschrank bei etwa 50 Grad Celsius etc.. Außerdem gibt es Foodstylisten, die dafür sorgen, dass die Löffel ordentlich bei der Jury ankommen.

Wirkt die Sendung auch bis in die Fachwerk-Küche?

Wir wollen schon auch mal was mit Löffeln machen. Vielleicht eine Art Löffel-Büffet. Und ich habe ohne Ende dazugelernt – vor allem von den anderen Kandidaten. Zum Beispiel über Geschmacks-Kombinationen – Säure, Süße und etwas Knuspriges.

Zum Start waren ja sogar drei Hattinger im Rennen.

Irre, dass von 40 Kandidaten drei von hier waren. Hattingen ist wohl eine kulinarische Hochburg.

Müssen Sie jetzt Autogramme schreiben?

Das habe ich tatsächlich schon gemacht. Autogrammkarten habe ich aber noch nicht drucken lassen. (lacht). Aber die Resonanz ist massiv. Wir sind die nächsten Wochen quasi ausgebucht. Im Moment kriegen wir Anfragen aus Städten, die ich gar nicht kenne. Die Tragweite so einer Sendung, die ist richtig krass.

Und jetzt geht es ins Finale. Gibt es einen Hattinger Sieg?

Das kann ich ja jetzt noch nicht sagen. Aber es kommen zwei Top-Köche mit Jan Hartwig und Harald Wohlfahrt. Und es gibt eine ganz spezielle Herausforderung, die es so noch nicht bei ‘The Taste’ gab.

>>> Über die Show und die Kandidaten

Das Finale der Fernsehsendung „The Taste“ wird am heutigen Mittwoch ab 20.15 Uhr auf Sat1 gezeigt. Bei der Sendung präsentieren die Köche ein ganzes Gericht auf nur einem Löffel. Der Sieger erhält 50.000 Euro und ein eigenes Kochbuch.

Diese Hattinger waren dabei: Studentin Lala schied in der Qualifikationsrunde aus, Koch Gerald musste vor drei Wochen gehen.

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