THW

Aufnahmestopp bei der THW-Jugend

Foto: Fischer

Hattingen.   Große Nachfrage beim Technischen Hilfswerk. Ehrenamtlich ist aber nicht mehr zu schaffen. Helfer zuletzt unter massiver Arbeitsbelastung. Finanzielle Mittel wurden drastisch erhöht.

Die Jugendabteilung des Technischen Hilfswerks in Hattingen ist so gut aufgestellt, dass jetzt ein Aufnahmestopp verhängt werden musste. Und finanziell gab es eine lang erwartete Entlastung. Sorgen bereitet aber der Zustand der Fahrzeuge. Außerdem waren die THW-Helfer zuletzt überdurchschnittlich gefordert.

Es war eine von Ingo Brunes ersten Amtshandlungen als neuer Chef der Dienststelle Hattingen: Aufnahmestopp bei der Jugend. Mit 58 Kindern und Jugendlichen ist das Technische Hilfswerk so nachgefragt wie lange nicht mehr. Dazu beigetragen hat auch die Initiative THW-Minis, die erst im September gestartet wurde. Innerhalb kürzester Zeit waren die 15 Plätze für Kinder zwischen fünf und neun Jahren vergeben.

Ehrenamtliche an ihren Grenzen

Während bei den Kleinsten die Begeisterung für Technik geweckt werden soll, darf die Jugend auch schon mit anpacken. „Alles bis auf schweres Gerät können sie ausprobieren“, erklärt Ingo Brune. So lernen die Zehn- bis 16-Jährigen neben dem Zeltaufbau zum Beispiel auch Schweißen und Brennschneiden.

Doch so sehr sich der neue Dienststellenleiter über die Begeisterung der Jugendlichen freut, so bedauert er auch: „Der Bedarf ist da, aber wir schaffen ehrenamtlich nicht mehr.“ Ein Grund dafür ist auch die massive Zahl an Einsätzen in den vergangenen Monaten: „Wir sind zur Amtshilfe verpflichtet und hatten 60 Einsätze in einem halben Jahr – vor allem für Flüchtlinge“, rechnet Brune. Normal sei durchschnittlich ein Einsatz pro Monat.

Minimale Personalbesetzung seien, so Brune, 41 Helfer. Das Ziel ist die doppelte Anzahl. Derzeit zählt das THW in Hattingen 67 aktive Ehrenamtliche. Die Vielzahl an Einsätzen wird aber auch für deren Arbeitgeber zum Problem – ähnlich wie bei der freiwilligen Feuerwehr wird das THW in Notlagen über Funk angefordert.

Eine Entlastung für das ganze Team bringt die jüngste Finanzspritze mit sich. „Es ist das erste Mal in 30 Jahren, dass wir alles bezahlen können und dass die Autos in die Werkstatt können wenn sie kaputt sind und nicht, wenn gerade Geld da ist“, betont Ingo Brune.

Die Fahrzeuge bleiben aber Sorgenkind. Die Hälfte der beim THW Hattingen stationieren Gefährte hat ihr Nutzungsalter längst überschritten. Im Fuhrpark stehen zwei Wagen, die bereits mit einen H-Kennzeichen für Oldtimer ausgestattet werden könnten – sie sind mehr als 30 Jahre im Einsatz. Und das macht sich auch bemerkbar: „Es kommt vor, dass die Autos einfach nicht anspringen.“ Der Chef der Hattinger Helfer hofft darauf, dass auch hier investiert wird.

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