Natur

Auf den Spuren der heutigen Bewohner der Henrichshütte

Birgit Ehses führt bei den Veranstaltungen der „Grünen Hütte“ über das Gelände der Henrichshütte. Dieses Mal ging sie auf Spurensuche.

Birgit Ehses führt bei den Veranstaltungen der „Grünen Hütte“ über das Gelände der Henrichshütte. Dieses Mal ging sie auf Spurensuche.

Foto: Bastian Haumann

Hattingen.   Birgit Ehses erkundet einmal im Monat mit Interessierten das Gelände der Henrichshütte in Hattingen, das von der Natur zurückerobert wird.

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„Industriebrachen ohne direkte Bebauung, wie die Henrichshütte, sind heutzutage die artenreichsten Flächen für Fauna und Flora“, erzählt Birgit Ehses mit großer Begeisterung. An diesem Sonntagvormittag führt die studierte Diplom-Geografin über das Gelände der ehemaligen Hütte.

Unter monatlich wechselnden Themen, angepasst an die Jahreszeiten, können sich Besucher im Kontext der Naturführungsreihe der Grünen Hütte der Natur wieder annähern. Wie etwa im kalten Januar, als Steine auf Fossilien untersucht wurden. Das Gelände der Henrichshütte bietet sich als ideales Ziel für Naturführungen an, denn dort gibt es viele verschiedene Lebensräume für Pflanze und Tier. In diesem Monat widmet sich die Grüne Hütte mit dem Thema „Federn und Fährten“ den Kleintieren und ihren Hinterlassenschaften.

Fraßspuren und Federn hinterlassen

Spuren können dabei vielfältig sein, ob Ausscheidungen, Fraßspuren oder andere Reste von Tieren. „Man weiß nie, was man findet“, berichtet Birgit Ehses. „Oft lassen sich Knochen, Federn oder Abdrücke finden, manchmal sogar auch die Behausungen.“ In der Sammlung aus dem Vorjahr sind viele Funde zu bestaunen – darunter ein halbes Skelett eines Vogels oder etwa ein ausgetrockneter Krötenkörper. Auch scheinbare Kleinigkeiten, wie etwa aufgeknabberte Nussschalen, geben Rückschluss auf das reiche Tiervorkommen auf dem Gelände der Henrichshütte.

Nach einer kleinen Einführung, worauf man bei der anschließenden Suche achten solle, geht es dann los. Fragen wie: Wer hat die Nuss geknackt oder wer hat an jenem Ort seine Abdrücke hinterlassen, lassen sich dann im Labor auf dem Geländer der Hütte im Gespräch mit der Expertin oder unter Zuhilfenahme von Infomaterial beantworten. Und was sich hier alles finden lässt ist enorm.

Seltene Pflanzen- und Tierarten

Viele seltene Pflanzen- und Tierarten haben sich auf der Henrichshütte niedergelassen – sie erobern Schritt für Schritt ihren Lebensraum zurück. Wie der Wanderfalke, der seit Jahren am Hochofen in einem extra dafür angebrachten Nistkasten brütet. „Es ist von Anfang an gewünscht gewesen, dass das Gebiet um die Henrichshütte herum auch ökologisch ausgebaut wird“, erklärt Ehses die große Artenvielfalt.

„Mit den Führungen wollen wir die Kinder, aber auch deren Eltern, wieder mehr in die Natur führen“, berichtet sie weiter. Aber nicht nur für Kinder werden Naturführungen über das Gelände angeboten. Organisiert durch die VHS – in Kooperation mit dem Industriemuseum – werden von April bis Oktober mit der Reihe „Grüne Wege“ Naturführungen für Erwachsene angeboten.

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