MSC

Auch Motorenfreunde in Sprockhövel leiden unter Corona

Simon und Jonas Overmann, hier zusammen mit ihrem Vater beim Slalom Cup.

Simon und Jonas Overmann, hier zusammen mit ihrem Vater beim Slalom Cup.

Foto: Martin Mans

Sprockhövel.  Das Vereinsleben des MSC Sprockhövel musste fast komplett heruntergefahren werden. Trotzdem plant der Vorstand bereits fürs nächste Jahr.

Auch wenn Automobile unverdächtig sind, vom Corona-Virus befallen werden zu können, Vereine wie der Motorsportclub Sprockhövel (MSC) haben die Begleiterscheinungen ebenso erwischt wie jeden anderen auch. „Unsere große Feier mit Ehrungen war im Frühjahr der letzte große Auftritt in der Öffentlichkeit“, berichtet der zweite Vorsitzende Martin Mans. Mit dem dann bald einsetzenden Lockdown musste der Vereinsvorstand dann eine nach der anderen Veranstaltung aus dem Jahresprogramm streichen.

Eintrag von Punkten ins Fahrtenbuch

Der Ausfall des traditionellen Young- und Oldtimertreffens wurde dann ein besonders schmerzhafter Verlust für den MSC, „in der Regel sind es gut 600 Fahrzeuge, die da auf dem Gelände des IG-Metall-Bildungszentrums auffahren“, sagt Mans. Auch die mit diesem Termin stets verbundene Sternfahrt fiel coronabedingt aus. Immerhin konnten jedoch die Mitglieder des MSC zum ursprünglich angesetzten Termin erscheinen, um sich einen Eintrag in ihr Fahrtenbuch abzuholen, um – wenn auch ohne den damit verbundenen Fahrspaß – wenigstens ihre Punkte für die Qualifikation für Wettbewerbe zu bekommen.

Fehlende Einnahmen wegen Corona

Auch die Nachttouristikfahrt zu Beginn des zweiten Quartals fiel aus. „Der fehlende Spaß ist das eine“, sagt Martin Mans. Aber auch die Vereinskasse leidet, wenn größere Veranstaltungen nicht stattfinden. Es gebe ja stets ein Begleitprogramm und Verköstigung, diese Einnahmen fehlen jetzt auch.

Es gibt darüber hinaus weitere Belastungen für den MSC Sprockhövel: Die Altersstruktur der 160 Mitglieder. „Jüngere Leute haben wir hier weniger, es sind bei uns eher die mittelalten bis älteren Motorsportfreunde“, so Mans. Das heißt: Ein Großteil des Vereins zählt zur Risikogruppe, und da vertritt der Vereinsvorstand die Position, eine besondere Fürsorge walten lassen zu müssen. Sind es früher gut 30 Mitglieder, die wöchentlich zum Stammtisch ins Café Metamorphose kamen, so sind es aktuell sechs bis acht.

Erfolge für Simon und Jonas Overmann

Trotz Corona gab es aber auch ausgesuchte sportliche Ereignisse zu feiern. Seit einigen Jahren schreibt der ADAC Westfalen den „Youngster Cup - Slalom“ aus. Dazu werden drei aufbereitete Slalom-Fahrzeuge der Marke Mazda zur Verfügung gestellt. Acht Ortsclubs des ADAC richten unter strenger Einhaltung der Corona Bedingungen die Slalomläufe aus. Teilnahmeberechtigt sind dabei Jugendliche ab 16 Jahren. Anfang September war der dritte Lauf in Witten auf dem Gelände der Firma Ostermann. Für Simon Overmann vom MSC war es bereits das zweite eingeschriebene Jahr. Sein Bruder Jonas Overmann fuhr dieses Jahr zum ersten Mal. Dabei trat Simon in der Klasse Young Driver und Jonas in der Klasse Einsteiger an. Jonas war mit seinem 22. Platz von 31 mehr als zufrieden. Hauptsache, es hatte Spaß gemacht. Simon, schon etwas vom Erfolg verwöhnt, hatte schon einige vordere Plätze geholt, fand sich aber bei diesem Wettbewerbe weiter hinten wieder.

Nächstes Jahr wird komplett geplant

Angesichts der wieder sprunghaft steigenden Infektionszahlen hat sich der MSC dazu entschlossen, auch seine Jahresabschlussveranstaltung im November abzusagen. „Sie soll dann im Februar 2021 zusammen mit der Jahreshauptversammlung als Ausgleich nachgeholt werden“, kündigt der zweite Vorsitzende an. Im Vorstand hat man sich mit Blick aufs kommenden Jahr auf die Devise geeinigt, wie in normalen Zeiten Veranstaltungen und Fahrten zu planen – jedoch ohne jetzt bereits vertragliche Bindungen einzugehen. „So können wir auf die Entwicklung von Corona flexibel reagieren“, so Mans. Also steht auch wieder die kombinierte Oldtimer/Youngtimer-Veranstaltung plus Sternfahrt im Plan, ebenso die Ausstellung bei Lidl.

1952 gründeten einige motorsportbegeisterte Menschen in Sprockhövel den MSC Sprockhövel, der sich kurz nach seiner Gründung als Ortsclub dem ADAC anschloss. Während der Anfangsjahre drehte sich alles im MSC um die Teilnahme an verschiedensten Motorsportveranstaltungen wie Motorradausflügen und Geschicklichkeitsturnieren sowie die Geselligkeit.

Anfänge des MSC Sprockhövel

War der MSC Sprockhövel anfangs noch fast ein reiner Motorradclub, so kamen in den 60er und 70er Jahren immer mehr Freunde hinzu, die ein Auto besaßen. So verschob sich der Schwerpunkt vom Motorrad schrittweise zum Automobil.

Der MSC trifft sich jeden Donnerstagabend im Clublokal Metamorphose, Hauptstraße 4, in Sprockhövel. Gäste sind zu diesen Abenden immer herzlich willkommen.

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