Blankenstein

Anlegestellen heizen Stimmung an

Heiß diskutiert wurde im Stadtmuseum bei einer Veranstaltung. Thema war: „Mit der Fähre über die Ruhr zwischen Blankenstein und Stiepel“. Foto:Manfred Sander

Heiß diskutiert wurde im Stadtmuseum bei einer Veranstaltung. Thema war: „Mit der Fähre über die Ruhr zwischen Blankenstein und Stiepel“. Foto:Manfred Sander

Hattingen.  Wo die Menschen warten sollen, kann der Verein bei einer Diskussion im Museum nicht beantworten. Ortsteil soll für Touristen attraktiver werden.

Bei schönem Wetter idyllisch und ruhig über die Ruhr schippern und trockenen Fußes ans andere Ufer gelangen: So stellt sich der Verein Ruhrfähre Stiepel-Blankenstein die Überfahrt zwischen den beiden Stadtteilen vor. Was die Blankensteiner Bürger davon halten und welche Kritik und Anregungen es gibt, erfuhr der Verein bei einer Diskussionsrunde im Stadtmuseum. Die Stühle im Raum sind fast alle besetzt. Mit so vielen Personen hat Vereinsvorsitzender Horst Schott nicht gerechnet: „Wir sind überrascht, aber natürlich auch sehr erfreut, dass es in Blankenstein so ein großes Interesse gibt.“

Nabu ist strikt dagegen

Noch bevor Schott und die Vereinsmitglieder Thomas Strauch, Betreiber einer Fähre in Witten, und Jürgen Stasing, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Stiepel, zu Wort kommen und ihre Besucher über den aktuellen Stand der Dinge informieren können, macht Anwohner und Nabu-Mitglied Michael Schindler seinem Ärger Luft: „Dieser Ruhrarm ist der einzige bis Mülheim, der noch natürlich erhalten und nicht beeinträchtigt vom Tourismus ist.“ Er könne dem Vorhaben nichts Positives abgewinnen. „Das will keiner hören“, ruft ein Zuschauer, „Hören Sie auf zu reden“, ein anderer.

Machbarkeitsstudie liegt vor

Die Stimmung bleibt angespannt. Besonders die möglichen Anlegestellen auf Hattinger Seite entfachen die kontroverse Diskussion neu. Laut der Machbarkeitsstudie des Essener Unternehmens Ökoplan gibt es drei machbare Anleger östlich vom Bereich des Rudervereins. „Sie sorgen dafür, dass die Leute kreuz und quer durch das Naturschutzgebiet laufen“, wirft der Nabu dem Verein vor. Die Fähre wäre völlig überlaufen, die Menschen dürften die Natur nicht noch weiter zerstören. „Wo sollen die Leute denn auf die Fähre warten?“

51 000 Euro werden benötigt

Konkrete Antworten konnte der Verein auf die kritischen Fragen nicht geben, denn die gesetzlichen Regelungen, die es zu beachten gilt, müssten noch geprüft werden. „Da müssen wir jetzt erst einmal abwarten, das Projekt kann ja immer noch scheitern“, sagt Schott. Daher habe man auch noch nicht mit den Sponsoren gesprochen, die die benötigte Gesamtsumme von etwa 51 000 Euro für die Umsetzung der Idee stemmen sollen. Im nächsten Schritt werde man nun mit allen Beteiligten und Eigentümern darüber sprechen, wie man das Projekt Fähre gemeinsam hinkriegen könne.

Für Blankenstein wäre die Fähre eine Chance, den Ortsteil anzuschließen und für Touristen attraktiver zu machen. Davon könne auch der Gethmannsche Garten profitieren, sagt eine Zuhörerin. „Ich möchte dafür plädieren, die Blankensteiner zu unterstützen.“

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