#HATsteine

Alle suchen mit: Die Hattinger Stadtsteine begeistern

WAZ-Praktikantin Anna Heermann hat sich auf die Suche nach den Hattinger Stadtsteinen gemacht – dieser ist ihr Lieblingsstein.

WAZ-Praktikantin Anna Heermann hat sich auf die Suche nach den Hattinger Stadtsteinen gemacht – dieser ist ihr Lieblingsstein.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Die Facebook-Gruppe zu #HATsteine hat bereits mehr als 1500 Mitglieder – alle jagen bunt bemalte Steinchen. Wir haben mitgemacht – Du auch?

Die Hattinger Stadtsteine begeistern. Die Facebook-Gruppe zur Sommer-Aktion des Heimatvereins Hattingen/Ruhr hat mittlerweile schon mehr als 1500 Mitglieder. Für sie alle heißt es: Augen auf, Hattinger Steine finden, fotografieren und den gefundenen Stein dann neu verstecken – oder aber selbst behalten. Vor allem besonders kreativ gestaltete Steine werden von den Findern gerne aufbewahrt; als Glücksbringer oder einfach als an Andenken an die tolle Aktion. Fest steht: die sogenannten #HATsteine zaubern jedem, der sie findet, ein Lächeln ins Gesicht.

Einige finden die Steine zufällig, andere suchen gezielt

Einige finden die Steine zufällig. Auf dem Weg zum Friseur oder zum Einkaufen – überall in der Stadt gibt es welche. Andere gehen gezielt auf die Suche. Sie versuchen, mit Freunden oder der Familie möglichst viele der kleinen Kunstwerke zu finden – ein Spaß für Groß und Klein.

Nachdem ich von der Aktion gehört habe, wollte ich das ganze auch einmal ausprobieren und feststellen, ob in Hattingen wirklich so viele Steine versteckt sind, wie es die Facebook-Gruppe annehmen lässt.

Meine Suche beginnt in der Innenstadt. Die Einkaufsstraße hoch und wieder runter. Ich war mir vorher sicher, mindestens einen Stein innerhalb der ersten zehn Minuten zu finden. Als dieser Wunsch jedoch nicht in Erfüllung geht, wird mir klar, dass ich vielleicht doch etwas genauer hingucken muss. Schließlich liegen die Steine ja nicht mitten auf der Straße herum. Sie sind in Mauern, Nischen oder sogar auf Astgabeln versteckt. Das heißt, sie können sich im Endeffekt tatsächlich überall befinden.

Als ich aufs Steinhagen-Tor zulaufe, fällt mir etwas Buntes ins Auge

Ohne einen Anhaltspunkt oder Tipp scheint es mir zu diesem Zeitpunkt der Suche etwas schwierig, überhaupt einen der Hattinger Stadtsteine zu finden.

Als ich dann aber durch die Altstadt auf das Steinhagen-Tor zulaufe, fällt mir etwas Buntes ins Auge.

Und tatsächlich, ich finde einen mit leuchtenden Regenbogenfarben bemalten Stein. Jetzt kann ich auch verstehen, wieso so viele in der Facebook-Gruppe schreiben, dass sie jedes Mal ein Lächeln im Gesicht haben, wenn sie einen Stein finden. Man freut sich tatsächlich darüber und möchte gerne noch weitere der bunten Stadtsteine finden.

Mein Lieblingsstein ist mit einem bunten Schmetterling bemalt

Und als ich mich auf den Weg in die Südstadt mache, finde ich wirklich noch vier weitere Steine. Sie sind auf Sitzbänken und Mauern platziert. Mein Lieblingsstein, von den insgesamt fünf, die ich gefunden habe, ist mit einem bunten Schmetterling bemalt. Anfangs hatte ich vor, alle Steine wieder neu zu verstecken, diesen überlege ich nun aber doch zu behalten. Er ist wirklich ein kleines Kunstwerk und eine schöne Erinnerung an die Suche.

Während meiner Tour durch Hattingen sind mir verschiedene Leute aufgefallen, die gerade auch Steine suchen oder verstecken. Zwei Kinder sind in der Südstadt auf ihren Fahrrädern unterwegs. Sie halten bunt bemalte Steine in der Hand und sind gerade dabei, sie zu verstecken. Die #HATsteine scheinen tatsächlich alle in ihren Bann gezogen zu haben.

>>> INFO: Tipps zum Gestalten der Steine

Damit die Steine überhaupt in Umlauf gebracht werden können, braucht es vorher Kreativität beim Gestalten. Bunte Farben, aufwendige Muster, kleine Tiere oder Schriftzüge zieren die Steine. Einige von ihnen sind richtige kleine Kunstwerke. Birgit Schlag (43), Beisitzerin im Heimatverein, gibt Tipps mit welchen Materialien das Bemalen der Steine am besten funktioniert:

Acrylfarben und Acrylstifte sind besonders geeignet, da sie wetterfest sind und somit auch bei Regen halten. Dagegen rät sie von der Benutzung von Kreidemalfarben ab.

Leuchtende Acrylstifte dienen der Verfeinerung

Die Acrylfarben aus der Tube benutzt Birgit Schlag häufig zum grundieren der Steine. Die leuchtenden Acrylstifte dienen dann später eher der Verfeinerung. Jedoch gibt es da ganz individuelle Methoden, die Farben und Stifte einzusetzen.

Wenn man mit dem Bemalen seiner Steine fertig ist, macht es Sinn Klarlack darüber zu pinseln oder zu sprühen. Das bietet zusätzlichen Schutz vor dem Wetter.

Pinseln oder sprühen – im Grunde geht beides

Ob sich nun pinseln oder sprühen besser eignet ist nicht ganz klar. „Im Grunde geht beides“, berichtet sie. Jedoch habe sie persönlich mit dem Pinseln bessere Erfahrungen gemacht. „Als ich die Steine mit dem Klarlack besprüht habe, kam es manchmal dazu, dass die Farben etwas verlaufen sind“, erklärt sie.

Die 43-Jährige hat bislang schon um die 100 Steine gestaltet. Das Allerwichtigste ist hierbei der Spaß. Und natürlich, dass man kreative Ideen hat und durch diese die Steine dann tatsächlich zu ganz individuellen Kunstwerken macht.

„Das ist doch viel schöner als Computerspielen“

Birgit Schlag ist besonders begeistert davon, dass die gesamte Aktion vor allem den Kindern eine so große Freude bereitet. „ Kinder wollen spazieren gehen, um Steine zu finden“, erzählt sie fröhlich. Und sie setzen sich mit ihren Freunden zusammen, um die Steine zu gestalten. „Das ist doch viel schöner als Computerspielen“, fügt Birgit Schlag noch schmunzelnd hinzu.

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