Gericht

33-Jähriger Hattinger wegen Masturbation im Auto vor Gericht

Foto: Oliver Berg

Hattingen.   Der Angeklagte gesteht die Tat. Gegen eine Geldzahlung an einen gemeinnützigen Verein wird der Fall vorerst eingestellt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein 33-jähriger Hattinger musste sich am Montag vorm Amtsgericht wegen exhibitionistischer Handlungen verantworten. Dabei kam er mit einer Geldzahlung davon.

Laut der Anklage masturbierte er am 27. September 2017 in seinem Auto, das auf dem Rewe-Parkplatz am Bruchfeld stand. Als eine Zeugin ihn durch das geöffnete Fahrerfenster beobachten konnte, unterbrach er die Handlung nicht. Stattdessen habe der Angeklagte sie offensiv dabei angestarrt. Die Frau fühlte sich dermaßen beschämt und belästigt, dass sie die Polizei verständigte.

Geständnis, aber kein Ausschluss der Öffentlichkeit

Aussagen musste sie vor Gericht jedoch nicht, da der Angeklagte den Vorwurf einräumte. Zuvor bat der Verteidiger um den Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Staatsanwaltschaft gab dem Antrag jedoch nicht statt, da das Interesse an einer öffentlichen Erörterung überwiege. Dass der Angeklagte sich für seine Tat schäme, sei hinzunehmen. „Ich bereue das Ganze zutiefst“, erklärte der zweifache Familienvater.

Er schilderte seine sexuellen Probleme und gab zu, dass er die Tat selber verabscheue. „Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, sich in Therapie zu begeben“, hakte Richter Johannes Kimmeskamp nach. Der Angeklagte erklärte, dass er sich professionelle Hilfe suchen wolle.

Ehefrau und Job verloren

Seit er seiner Ehefrau die Tat gestanden hat, lebt der 33-Jährige getrennt von ihr und auch seine Kinder sieht er nun kaum noch. Er wohnt wieder bei seinen Eltern und sucht eine neue Wohnung. Der gelernte Elektriker ist außerdem seit Ende vergangenen Jahres arbeitslos. „Die Auftragslage war schlecht“, begründete der Angeklagte seinen Jobverlust. „Ich bin seitdem auch nicht mehr voll arbeitsfähig. Das ist alles sehr belastend für mich.“

Unter Berücksichtigung seines Schuldeingeständnisses verständigten sich Gericht und Verteidigung darauf, von einer Strafverfolgung unter Auflagen abzusehen. Der Angeklagte muss in sechs Monatsraten insgesamt 300 Euro an den Verein Pro Kid in Herdecke zahlen, der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Diabetes-Schulungen fördert.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik