Ehrenamt

2013: schon jetzt ein Rekordjahr

Blumen zum Jubiläum: Eva Schmalofski wurde am Freitag als 100 000. Fahrgast begrüßt.

Blumen zum Jubiläum: Eva Schmalofski wurde am Freitag als 100 000. Fahrgast begrüßt.

Foto: WAZ FotoPool

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Hattingen. Da kommt er angefahren: Pünktlich wie immer erreicht der Bürgerbus am gestrigen Freitag den Busbahnhof am Reschop Carré. Und wie immer stehen bereits eine Handvoll Fahrgäste an der Haltestelle zum Einstieg bereit. Soweit, so gewöhnlich. Und doch ist dieser Freitag kein Tag wie jeder andere: Denn heute darf der Bürgerbus seinen 100 000 Fahrgast begrüßen.

Die Türen öffnen sich, und mit einem Lächeln im Gesicht heißt Fahrer Walter Wasmuth den Rekordgast herzlich willkommen: Eva Schmalofski ist überrascht. „Ich nutze den Bürgerbus sehr regelmäßig, ungefähr vier bis fünfmal die Woche“, verrät sie. Sie wohnt in der Lindenstraße, fährt mit dem Bus in die Stadt zum Einkaufen oder Kaffeetrinken.

Heute jedoch führt ihr Weg nicht direkt nach Hause. „Heute geht es zum Spazierengehen ins Rosenthal“, verrät sie. Sie nutze gern das Angebot des Bürgerbusses. „Man kennt sich unter den Fahrgästen sehr gut, und auch die Busfahrer sind wirklich einmalig“, so die Rentnerin. Denn diese würden sich neben Freundlichkeit auch durch außerordentliche Hilfsbereitschaft auszeichnen, den Fahrgäste beispielsweise beim Tragen der Einkaufstaschen helfen oder auf Wunsch hin und wieder auch mal außerhalb der vorgegebenen Haltestellen ihre Türen öffnen

18 800 Fahrerstunden

Durchschnittlich 1200 Bürger nutzen jeden Monat den Bürgerbus, im Jahr sind es etwa 14 500. „Im Januar konnten wir sogar wieder einmal einen Rekord verbuchen: 1406 Menschen nutzten da unser Angebot“, erzählt Heinz Jüttendonk, Geschäftsführer des Bürgerbusvereins, stolz. Das war nicht immer so: In seinen Anfängen 2004, in denen der Bürgerbus durch ländliche Gegenden fuhr, blieben die Fahrgäste aus. Erst als die Route in die Innenstadt zwischen Homberg und Lindenstraße verlegt wurde, wuchs die Nachfrage. Heute ist der Bürgerbus aus dem Personennahverkehr Hattingens nicht mehr wegzudenken. „Man muss sich vergegenwärtigen, dass es sich beim Bürgerbus um ein Angebot handelt, das nur durchs Ehrenamt getragen wird“, schildert Vorsitzender Rolf-Peter Buchholz. Anders wäre dies auch nicht zu stemmen, denn um die geringen Fahrpreise zu gewährleisten, könne man den Fahrern nicht einmal einen Mindestlohn zahlen. Und die Leistung auf freiwilliger Basis sei enorm. „18 800 Fahrerstunden sind in den vergangenen acht Jahren gefahren worden.“

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