Kooperative K

Zum Ende des Kunstjahres

Foto: WR

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Haspe. Es gibt diese Räume mit Charme: unbehauen, unmodelliert – ursprünglich. Der Boden ist nicht mit Parkett ausgelegt, die hohen Fenster hängen in ihren alten Metallrahmen. Natürliches Licht strömt herein. Die Wände sind weiß gestrichen, unter der Decken laufen die Holzbalken. Hier wirkt Kunst.

Vielleicht macht es genau diese reduzierte Atmosphäre aus, immer wieder Spannung zu erzeugen, wenn die Mitglieder der Kooperative K ihre Arbeiten für die Jahresausstellung aufbauen. Ab Freitag zeigen Heike Demleitner, Elvyra Gessner, Evelyn Koch, Gaby Kneer-Steger, Dietmar Schneider und Leon Duniec, was sie während des Jahres in den Atelierräumen an der Karlstraße geschaffen haben.

Genau genommen ist Leon Duniec kein ständiges Mitglied der Kooperative er ist als Gast dabei. Offensichtlich als gern gesehener, denn der Holländer war schon mehrfach in Haspe. Wiederholung – die steckt auch in seinen Arbeiten: gleichmäßige und gleichförmige Drucke, Tusche auf Papier. Wer einen Schritt zurücktritt, nimmt bei aller Gleichförmigkeit Unterschiede in den Drucken - in Tusche eingetauchte Keramikstäbchen - wahr. „Das ist wie mit dem Tagesrhythmus“, vergleicht Duniec. „Irgendwie läuft’s immer gleich ab und doch ist jeder Tag anders.“

In Abgrenzung dazu wirken die Bilder von Heike Demleitner, die in den vergangenen Monaten viel zwei- statt wie gewohnt dreidimensional gewerkt hat. Sie benutzt Schellack als Malmittel. Kaffeebraune Kleckse, die sie übers Papier laufen lässt oder aus denen sie gestaltet. „Manche sehen figürlich aus, regelrecht barock“, findet sie selbst. Andere erinnern an Köpfe, Hinterköpfe. Einen gegenständlichen Kopf hat die Kooperative ebenfalls unter den Werken, aus Stein von Evelyn Koch. Die Bildhauerin und Malerin stellt dieser Skulptur eine Art Traumfänger an die Seite - filigran, aus Gips und Draht gebaut, weiß- und rostfarben. Dazu hat Evelyn Koch gezeichnet, Schlafkurven. Sehr reduziert kommen die Arbeiten von Elvyra Gessner beim Auge an: schwarz grundiert, sparsame Farbgebung, eingestreute Buchstaben. Von der Rotdominanz hat sich Gaby Kneer-Steger verabschiedet - und wechselt nun rote mit grauen Tönen ab.

Völlig aus dem Rahmen fällt Dietmar Schneider, der Quotenmann in der Koop K: bedruckte, auf Holzrahmen gezogene Noppenfolie. Schneider hat aus Leinwand-Not seine künstlerische Tugend gemacht. „Die Noppenfolie ist zweiseitig bedruckt“, erklärt er. Unschuldige Mohnblumen auf der einen, aufmarschierende Soldaten auf der anderen Seite. „Ich habe mich mit Afghanistan beschäftigt“, erklärt Schneider, der sich über einen zweiten männlichen Künstlerkollegen in der Karlstraße freuen würde. Dazu hängt Schneider seine Schnappschüsse in Schwarzweiß: Füße, die er unter Toilettenkabinenwänden mit der Kamera eingefangen hat.

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