Dreharbeiten

Webserie über Pendler drehte am Hauptbahnhof in Hagen

Im Hagener Hauptbahnhof wurde am Mittwoch gedreht.

Im Hagener Hauptbahnhof wurde am Mittwoch gedreht.

Foto: Alex Talash

Hagen.   Eine der Folgen der Webserie „Pendler und andere Helden“ wurde im Hagener Hauptbahnhof gedreht. Ein Wichtigtuer trifft auf einen Ex-Mitschüler.

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Chris ist ein Verschwörungstheoretiker. Und ein Wichtigtuer. In der Schule ist er oft gehänselt worden, und als er nun am Hagener Bahnhof zwei seiner ehemaligen Klassenkameraden wiedertrifft, tischt er groß auf: „Bin Vorstandsvorsitzender eines Versicherungskonzerns. 28. 000 Mitarbeiter.“ Warum er denn dann mit der Bahn fahre, wollen seine Gesprächspartner wissen. „I’m lonely at the top, but not lonely in the Regionalexpress“, antwortet er: „Ganz oben ist die Luft dünn, aber im Regionalexpress bin ich nicht so einsam.“

Mehr als 1,5 Millionen Zuschauer auf YouTube

Der Anti-Held Chris gehört zu den Protagonisten der Webserie „Pendler und andere Helden“, die u.a. vom nordrhein-westfälischen Verkehrsministerium unterstützt wird und junge Leute für das Fahren mit Bus und Bahn begeistern soll. Eine der 13 Folgen – jene mit dem Angeber Chris – wurde gestern im Hagener Hauptbahnhof gedreht. Schon im vergangenen Jahr hatten die ausschließlich fürs Internet gedrehten Sendungen, die schräge Typen, skurrile Situationen und bisweilen nettes Entertainment bieten, mehr als 1,5 Millionen Zuseher auf dem Videokanal YouTube. Doch das sei hauptsächlich männliches Publikum gewesen, berichtet Nina Kradepohl vom Kompetenzcenter Marketing NRW, das die Interessen der beteiligten Verkehrsunternehmen bündelt: „Diesmal wollen wir mehr Frauen erreichen. Deshalb ist der Humor feiner, die Charaktere sind ausgefeilter.“

Die Regie hat der Filmemacher Jan Bonny übernommen, der u.a. als Tatort-Regisseur bekannt ist und 2014 für den Polizeiruf „Der Tod macht Engel aus uns allen“ den Hamburger Krimipreis erhielt. Mit einem rund 30-köpfigen Team ist er zwischen Aachen und Dortmund mehrmals hin- und hergefahren – auch im regulären Linienverkehr, damit die Aufnahmen möglichst authentisch wirken. Die Situationen, in denen die Schauspieler agieren, hat wohl jeder so oder so ähnlich schon einmal erfahren – ob streitende Pärchen, interessante Bekanntschaften oder lustige Zugdurchsagen. „Die Serie soll zeigen, dass Busse und Bahnen Orte der Begegnung und der Erlebnisse sind“, so Sarah Melcher von der betreuenden Kommunikationsagentur Compartner aus Essen: „Die Botschaft lautet: Das Leben spielt unterwegs.“

Tross zieht weiter

Im Hauptbahnhof reklamierte die Filmcrew gestern einen Teil von Gleis 3 für die Dreharbeiten. Vor den ein- und ausfahrenden Zügen versuchte David Ziegelmaier alias Chris, seine Schulkameraden bis zu 30 Mal vergeblich von seiner Karriere als Konzernmanager zu überzeugen. „Es dauert eben, bis so eine Szene abgedreht ist“, berichtete Sarah Melcher: Aber das sind ja fast alles ausgebildete Schauspieler.“ Lediglich für Statistenrollen durften sich diesmal auch Mitarbeiter der Deutschen Bahn bewerben, Meryem Akcay (24) erhielt nach einem Casting den Zuschlag. Sie brauchte allerdings nicht mehr zu tun als in ihr Smartphone vertieft auf den nächsten Zug zu warten.

Am Nachmittag endeten die Dreharbeiten, der Tross zog weiter. „Wer nicht beim Film ist, weiß gar nicht, welcher logistische Aufwand dahintersteckt“, kommentierte Sarah Melcher die Vorbereitungen für jede der nur zweieinhalb Minuten langen Folgen, die ab 24. August unter www.pendlerhelden.de bei YouTube zu sehen sind.

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