Wohnen

Wasserschaden in Hohenlimburg: Sieben Wochen des Ekels

Die Kellerräume des Hauses in der Mozartstraße 19 in Hohenlimburg sind voll mit Wasser gelaufen. An den Decken und Wänden bildet sich Schimmel.

Die Kellerräume des Hauses in der Mozartstraße 19 in Hohenlimburg sind voll mit Wasser gelaufen. An den Decken und Wänden bildet sich Schimmel.

Foto: Viktor Dobek / WP

Hagen-Hohenlimburg.  Was die Mieter in der Mozartstraße in Hohenlimburg erleben, ist Ekel pur. Der Hauseigentümer rührt sich sieben Wochen lang nicht.

Das Wasser stand zentimeterhoch. Schimmelpilz breitete sich aus. Das Gebäude wurde von einem üblen, stechenden Geruch durchzogen. Die Anwohner eines Mietshauses in der Mozartstraße mussten seit Ende Juli – also mehr als sieben Wochen – darauf warten, bis die verheerenden Folgen eines schweren Wasserschadens behoben wurden. Erst jetzt handelt der Hauseigentümer. Warum hat das so lange gedauert?

Das sagen die Bewohner

„Wochenlang lief das Wasser in den Keller“, sagt Bewohnerin Melanie Janisch. Der Grund für diese wochenlangen Zustände liegt laut Melanie Janisch eine Etage darüber – im Erdgeschoss: „Da kam es vor rund zwei Monaten zu einem Wasserschaden in einer leerstehenden Wohnung.“ Doch aus Sicht der Mieter kam einfach niemand, um den Schaden zu reparieren. Bei wiederholter Kontaktaufnahme mit dem Immobilienbesitzer soll es gegenüber den Mietern geheißen haben, dass man nichts von einem Wasserschaden wisse. „Es interessiert den Vermieter einfach nicht. Er tut so als hätten wir uns niemals gemeldet“, ärgert sich Janisch über die deutschlandweite Immobiliengesellschaft, die Zehntausende Wohnungen in ihrem Bestand hat. „Ich habe beim Ordnungs- und Gesundheitsamt angerufen. Sie sagten, sie seien nicht zuständig.“

Auch die Kontaktaufnahme mit der Feuerwehr brachte laut Janisch keinen Fortschritt. Erst der Mieterverein Hagen konnte etwas helfen. Er stand und steht hinter den Bewohnern der Mozartstraße. „Wir haben ein Schreiben an den Vermieter geschickt, mit der Aufforderung, dass das Problem umgehend behoben werden muss“, erklärt der Rechtsberater des Hagener Mietervereins, Alexander Wieczorek. Doch wochenlang gab es keine Reaktion.

Von den Folgen des Wasserschadens im Keller bekommen immer noch die Bewohner im siebten Stock etwas mit. „Es stinkt schrecklich. Wir können die Fenster nicht öffnen.“ Auch Ungeziefer hätte sie schon in den Fluren erblickt, erzählt eine weitere Mieterin.

Das sagt die Stadt Hagen

Am 5. September habe laut Verwaltung eine routinemäßige Kontrolle der Objekte in der Mozartstraße stattgefunden. Dabei seien verschiedene Missstände festgestellt worden, unter anderem auch der angesprochene Wasserschaden im Keller des beschriebenen Hauses. Daraufhin sei die Immobiliengesellschaft zur Behebung aller Mängel aufgefordert worden. Für die Beseitigung sei der Eigentümerin eine Frist bis zum 23. September eingeräumt worden.

Am 9. September sprachen Mieter des Objektes bei der Stadt zwecks Beantragung eines Wohnberechtigungsscheins vor und berichteten von den Feuchtigkeitsproblemen in ihrer Wohnung. Die geschilderten Missstände hätten laut Verwaltung während der Besichtigung am 5. September nicht festgestellt werden können, da das Hauptaugenmerk auf die Außenanlagen, die Aufzüge und die Zustände in den Nebenräumen gelegt worden sei. Eine noch am selben Tag durchgeführte Kontrolle habe das bestätigt. Es sei davon auszugehen, dass die Feuchtigkeitsschäden in der Wohnung der Mieter und im Keller ursächlich zusammenhängen. Sofern die Missstände nicht beseitigt würden, werde eine Anordnung zur Beseitigung der Mängel mit Androhung von Zwangsgeld erlassen.

Das sagt der Hausbesitzer

Die Immobiliengesellschaft erklärt, dass man nach Eingang der ersten Meldung Ende Juli unmittelbar tätig geworden sei. Ein Einbruch und Vandalismus seien demnach ursächlich für den Schaden. Für die lange Zeitspanne, in der nichts passiert sei, entschuldige man sich. Das habe vor allem interne Gründe. Letztlich könne nicht in Gänze aufgeklärt werden, warum es so lange gedauert habe.

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