Buch

Thriller-Autorin Kristin Lukas schockt mit Mordmethode

Immobilienmanagement-Professorin Marion Peyinghaus schreibt unter dem Namen Kristin Lukas Krimis.

Immobilienmanagement-Professorin Marion Peyinghaus schreibt unter dem Namen Kristin Lukas Krimis.

Foto: Michael Kleinrensing

Breckerfeld.   Nach dem Debüt „Das Letzte, was Du siehst“ legt Marion Peyinghaus alias Kristin Lukas nach: Es folgt der Thriller „Der Zorn, der dich trifft“.

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Prof. Dr. Marion Peyinghaus ist Professorin für Immobilienwirtschaft. Unter dem Pseudonym Kristin Lukas schreibt die Breckerfelder Architektin außerdem Thriller. Mit „Der Zorn, der dich trifft“ ist nun der zweite Roman der 41-Jährigen erschienen. Das Buch ist wahrhaftig kein Blümchen-Krimi, denn Marion Peyinghaus alias Kristin Lukas fesselt den Leser schon auf den ersten Seiten mit einer unvorstellbar bizarren Mordmethode.

Kunstvolle Morde in „Das Letzte, was Du siehst“ mit der Protagonistin Marie Wagenfeld

„Das Letzte, was Du siehst“ war das Debüt der Autorin. Darin ging es um einen Serientäter, der mit seinen Morden berühmte Kunstwerke nachstellte. Das Buch ist außerordentlich positiv aufgenommen worden. Auch im zweiten Fall der Ex-Polizistin und IT-Beraterin Marie Wagenfeld vermischt Kristin Lukas wieder sehr gekonnt die Milieus: Hier die hyperallergenen Kathedralen der Finanz- und Immobilienwirtschaft, dort der Sumpf der SM- und Drogenszene. Die Welten gehen fließend ineinander über, denn der ermordete Vorstandsvorsitzende einer Hamburger Versicherungsgesellschaft hat sich ehrenamtlich um Straßenkinder gekümmert. Die Spuren weisen auf Maries toten Bruder, den berühmt-berüchtigten Kunst-Killer. Gibt es Mitläufer oder sogar unbekannte Strippenzieher der damaligen Gruppe im Hintergrund? Und welche Rolle spielt die Passion des Ermordeten für den Designer Wilhelm Wagenfeld?

Kristin Lukas’ Heldin gehört zu den unbehausten Nomaden des globalisierten Zeitalters. Hotels sind ihr vertrauter als ihre eigene Wohnung in Frankfurt. Geborgenheit findet sie allenfalls bei Freundinnen, doch diese Beziehungen sind zerbrechlich. In der Männerwelt der IT- und Finanzbranche darf Marie Wagenfeld als Frau keinen Fußbreit Boden abgeben, wenn sie ernst genommen werden will. Die Körpersprache spielt dabei eine wichtige Rolle. Technologische Entwicklungen wie Blockchains verändern die Immobilienwirtschaft. Das wird nicht ohne Verluste abgehen. Sind die Motive hier zu suchen?

Thriller „Der Zorn, der dich trifft“ spannend bis zum Schluss

Während Marie Wagenfeld nach Stockholm und Zürich, Hamburg und Berlin jettet, muss sie auch eine innere Reise absolvieren. Denn der tote Bruder, der Psychopath, ruht nicht in seinem Grab. Hätte die Schwester seinen Absturz verhindern können? Was hat ihn zu einem Monster gemacht? Inwieweit ist die Familie mitverantwortlich?

Kristin Lukas entwickelt sich zu einer Spezialistin für Krimi-Abgründe. Denn sie konfrontiert ihre Ermittlerin mit den dunkelsten Seiten der menschlichen Seele. Der Grat zwischen Würde und Demütigung ist ausgesprochen schmal, und wer heute noch hofft, als Mittäter verhindern zu können, in die Opferrolle zu rutschen, liegt vielleicht morgen schon selbst am Boden. Kristin Lukas buchstabiert diese tödliche Dynamik bravourös und auch die mörderischen Folgen, die sie haben kann. Gleichzeitig berührt die Einsamkeit der klugen und energischen Ermittlerin den Leser tief.

Bis zum Schluss bleibt die Frage nach dem Täter offen. Kristin Lukas hat auf knapp 500 Seiten zahlreiche lose Fäden gesponnen, die sie sorgfältig verwebt, ohne dem Leser zu viel zu verraten. Damit bleibt das Buch ein echter Seitendreher, höllisch spannend und überraschend bis zum Schluss.

Kristin Lukas, Der Zorn, der dich trifft, 477 Seiten, Grafit Verlag, 13 Euro

www.grafit.de

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