Kommentar

Kind stirbt an Badstraße: Das Verfahren bringt nur Verlierer

Mike Fiebig ist Redakteur in der Stadtredaktion Hagen.

Mike Fiebig ist Redakteur in der Stadtredaktion Hagen.

Foto: Michael Kleinrensing

Vor zwei Jahren stirbt ein Mädchen an der Badstraße durch einen Unfall. Das Verfahren wird nun eingestellt. Mike Fiebig kommentiert.

Juristisch mag das alles angemessen sein. Moralisch und mit Blick auf das tote Mädchen und das Leid ihrer Eltern fühlt es sich wie ein schlechter Witz an.

Ich weiß, so dürfen und können Staatsanwälte und Richter nicht denken: Aber in der breiten Hagener Öffentlichkeit kommt an, dass das verlorene Leben eines einjährigen Mädchens mit einer 1500-Euro-Zahlung an ein Kinderhospiz und einem abgegebenen Führerschein gesühnt wird. Wie furchtbar.

Auf der anderen Seite steht ein Verursacher, der vor dem Gesetz keinen Fehler gemacht hat. Er ist krank, war laut Gutachten zum Unfallzeitpunkt aber nicht so krank, dass der Fehler auf diese Krankheit zurückzuführen ist. Aber hätte der Mann sich nicht vor sich selbst schützen müssen? Auch das ist eine Frage, die die Öffentlichkeit bewegt. Und auch der Gedanke – wenn man den Krankheitsaspekt mal außen vor lässt –, dass auch ich morgen eine Sekunde unkonzentriert sein kann und jemanden anfahre.

Es gibt in diesem Verfahren nur Verlierer. Bleibt zu hoffen, dass die Eltern zivilrechtlich etwas rausholen können. Auch wenn Geld nichts bedeutet im Gegensatz zum Leben des eigenen Kindes.

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