Kultur

Tipp für Familien: Das Weihnachtsmärchen im Hasper Hammer

Teile des Ensembles des Weihnachtsmärchens „Die Bremer Stadtmusikanten“ auf der Bühne des Hasper Hammers.

Teile des Ensembles des Weihnachtsmärchens „Die Bremer Stadtmusikanten“ auf der Bühne des Hasper Hammers.

Foto: Michael Kleinrensing

Haspe.  Neben dem Stadttheater zeigt auch der Hasper Hammer ein Weihnachtsmärchen für Kinder. Und ein Besuch lohnt sich.

Eine gespannte Stille legt sich über die voll besetzten Reihen, als das Licht ausgeht und der Vorhang sich hebt. An acht Tagen wird im Kulturzentrum Hasper Hammer das Bühnenmärchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ gezeigt.

Kaum verklingt die stimmungsvolle Musik, schleichen sich auch schon Andreas Rüth und Dirk Awater, verkleidet als die Räuber „Kalle und Palle“, auf die Bühne. Vor der liebevoll gestalteten Kulisse erklären die beiden dem Publikum ihren Plan, die Mühle der Witwe Bolte (Ulla Fischer) auszurauben. Mit viel Gefühl und Witz können die Darsteller schon in den ersten Minuten des zweistündigen Theaterstücks die Zuschauer zum Lachen bringen.

Vor allem die Jüngsten im Saal, für die die vordersten Reihen reserviert sind, scheinen begeistert und verfolgen gebannt das Geschehen auf der Bühne.

Das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ ist ein bekannter Klassiker, der die Generationen nun schon seit 200 Jahren erfreut und auch im Hasper Hammer viel Anklang findet. Die fantasievolle Neuinterpretation des Märchens überzeugt mit einem aufwendigen Bühnenbild und ebenso aufwendigen Kostümen, die den alten Esel Grauschimmel, den Hund Packan, die Katze Bartputzer und den Hahn Rotkopf auf den ersten Blick erkennen lassen.

Die Tiere leben auf dem Mühlenhof der Witwe Bolte, aber da sie allesamt zu alt geworden sind, um ihre Pflichten auf dem Hof zu erfüllen, droht die Witwe ihnen mit dem Rauswurf. Kurzerhand beschließen die Freunde, die Mühle zu verlassen und ihr Glück als Stadtmusikanten in Bremen zu versuchen. Warum dieser Plan nicht so verläuft, wie sie es sich erhofft haben, und was die Räuber Kalle und Palle und die strenge Räuberhauptfrau Gertrude (Irene Janssen) damit zu tun haben, erfahren die Zuschauer während ihres Besuchs im Hasper Hammer.

Tiere oft schwer darstellbar

Dass die Inszenierung durch Udo Schmalz auch in diesem Jahr begeistert, findet Ricarda Richter-Kessler, die ihre fünfjährige Nichte Lene begleitet. „Tiere sind oft schwierig darzustellen, aber die Schauspieler und ihre Kostüme sind so gut, dass es auch für Kinder leicht ist, sie zu identifizieren. Wir waren letztes Jahr schon bei Rumpelstilzchen dabei und Lene war so begeistert, dass wir für die Bremer Stadtmusikanten wiederkommen mussten.“

Die empfohlene Altersgrenze von fünf Jahren sei sinnvoll, und auch die Kinder im Vorfeld auf das Märchen einzustellen, sei hilfreich: „Wir haben Lene das Märchen schon einmal vorgelesen, damit sie der Handlung besser folgen kann.“ Nicht nur für Kinder sondern auch für Erwachsene sei das Stück lohnenswert und nett mit anzusehen. Diesen Eindruck können Katharine und Markus Filusch bestätigen: „Es ist schön, als Erwachsener noch mal mit alten Märchen in Kontakt zu kommen.“

Inszenierung lockt großes Publikum in den Hasper Hammer

Die Länge von zwei Stunden sei in Ordnung, nur zum Schluss passiere es dem einen oder anderen Kind schon mal, die Konzentration zu verlieren. „Mit mehr Kürzungen könnte jedoch die Handlung verloren gehen“, gibt Markus Filusch zu bedenken. Den positiven Reaktionen aus dem Publikum schließt sich Regisseur Udo Schmalz an: „Ich bin zufrieden mit der Vorstellung.“ Seit nunmehr 13 Jahren führt er bei den Märchenklassikern Regie und jedes Jahr locken seine Inszenierungen ein großes Publikum in den Hasper Hammer. „Wir sind ein Amateurtheater, keiner der Darsteller hat eine Ausbildung zum Schauspieler“, erklärt er. Dennoch bedeute es viel Engagement, ein solches Stück Jahr für Jahr auf die Beine zu stellen.

„Schon im März beginnen wir mit den Proben. Meistens treffen wir uns dann einmal in der Woche, manchmal auch für ein Wochenende. In der letzten Phase, kurz vor der Premiere, proben wir fast täglich.“

Märchen zu spielen, sei etwas Besonderes, auch weil in diesem oft Tiere vorkommen, deren Verkörperung besonderen Einsatz erfordere. „Wenn man schauspielert, kommt man manchmal so aus sich heraus, dass man sich komisch vorkommt. Meistens ist man aber genau dann überzeugend“, verrät der Regisseur. Als größte Inspirationen würden ihm die Märchen, die sonntags im Fernsehen gezeigt werden, dienen. „Kinder sind ein dankbares Publikum, das aber nicht veralbert werden will. Wenn man sie ernst wie Erwachsene, sind sie auch dabei!“

So kommt man an Tickets

Interessierte können sich das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ im Hasper Hammer noch an vier Tagen im Januar ansehen. Das Stück wird am 11., 12., 18. und 19. Januar gezeigt. Tickets sind mittwochs von 10 bis 19 Uhr im Hasper Hammer, Hammerstraße 10, telefonisch unter 463681 und auf der Internetseite www.hasperhammer.de erhältlich.

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