Karnevalsumzug in Boele

Straßenkarneval in Hagen-Boele

Auf der Amtshaustreppe: Christian I. und Yasmin I. präsentieren stolz den Schlüssel des  Amtshauses.

Auf der Amtshaustreppe: Christian I. und Yasmin I. präsentieren stolz den Schlüssel des Amtshauses.

Foto: Michael Kleinrensing

Boele.   Tausende Jecken feiern beim Straßenkarneval in Hagen-Boele. Natürlich standen Regencapes hoch im Kurs.

Selten waren das Dach über den Tanksäulen der „Total“ und die Bushaltestelle an der Schwerter Straße so beliebt wie gestern. Zahlreiche Rosensonntagszug-Besucher nutzten die Unterstände, um sich vor dem Dauerregen zu schützen.

Heinz-Dieter Kohaupt, Bezirksbürgermeister im Hagener Norden, zuckte resigniert mit den Schultern: „Nun ja, Regen kostet eben kein Geld. Die Summe, die wir benötigt hätten, Sonne einzukaufen, haben wir vom Kämmerer nicht genehmigt bekommen.“

Und Hans Stücker, Ehrenvorsitzender der Boeler Loßröcke, sinnierte bereits über das kommende Jahr: „Wir sollten vorsorglich die Boeler Amtshaustreppe mit einem Baldachin ausstatten.“

Schutz unterm Regenschirm

Gestern mussten Regenschirme und Plastikcapes gute Dienste leisten, um zu verhindern, dass die Besucher des Straßenkarnevals wie auch die aktiven Karnevalisten auf den Prunkwagen und in den Fußgruppen durchnässt wurden.

Das Oberloßrockpaar 2018/19, Christian I. und Yasmin I., genoss trotz allem seinen Ehrentag. Christians Eltern und Großeltern waren bereits Oberloßrockpaar, darum sei es für ihn, Christian, eine besondere Freude, in die Fußstapfen seiner Familie zu treten und mit seiner Freundin das 70. Oberloßrockpaar zu bilden.

Speckmäuse und Kinogutscheine

Liam I. und Emma I, das Nachwuchspaar der Loßröcke, fand das Spektakel auf der Amtstreppe spannend und freute sich über kleine Geschenke (Speckmäuse, Plüschpanther und Kinogutscheine) vom Bezirksbürgermeister.

Dass den „Elf närrischen Gesetzen“, die traditionell auf der Amtshaustreppe verlesen werden, in diesem Jahr weit weniger Jecken lauschten, war verständlich. Bei dem Schmuddelwetter . . .

In den Gesetzen wurde gefordert, dass sich alle Ladenbesitzer in Boele aktiv am Karneval beteiligen.

Die Wörter „früher“ und „ damals“ seien tabu. Außerdem wurde an alle Arbeitgeber der Zugteilnehmer ­appelliert, ihnen während der Karnevalszeit Urlaub zu gewähren.

Nachwuchsförderung

Ein närrisches Gesetz empfahl jedem Bürger, sich in einem Verein zu engagieren, ein anderes forderte die Vereine auf, den Nachwuchs zu fördern und ihm Brauchtum und Tradition näher zu bringen. Auf ein lokalpolitisches Thema zielte der neunte Jecken-Paragraf ab: „Die Stadt Hagen wird aufgefordert, die Idee, auf dem Böhfeld ein Gewerbegebiet zu errichten, fallen zu lassen.“

Hühner und Enten säumen die Straße

Und auf den Straßen, wo die Karnevalisten darauf warteten, die Motto-Wagen und Fußgruppen zu bewundern? Da ging es tierischer denn je zu. Etliche Kinder und Erwachsene trugen Katzen- oder Kuhkostüme, eine Clique präsentierte sich in Fuchs-, Bären- und Löwenoutfits, Maikäfer, Hühner und Enten säumten die Straßen.

Ein Kostüm scheint allerdings auf dem absteigenden Ast zu sein. Gerade mal zwei Einhörner (im vergangenen Jahr waren es noch Dutzende) waren gestern in Boele auszumachen.

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