Prostitution

Stadt geht gegen illegale Wohnungsprostitution in Hagen vor

Die Wohnungsprostitution – hier ein Symbolbild – steht im Fokus des Ordnungsamtes in Hagen.

Die Wohnungsprostitution – hier ein Symbolbild – steht im Fokus des Ordnungsamtes in Hagen.

Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Hagen.  Die Stadt Hagen ist gegen illegale Wohnungsprostitution vorgegangen. Zwei Wohnungen wurden versiegelt. Aber wann ist das überhaupt erlaubt?

Überprüfungen hat es in Hagen immer wieder gegeben, aber noch nie eine solch große Kontrollaktion: Das Ordnungsamt der Stadt hat an verschiedenen Orten die Wohnungsprostitution genau unter die Lupe genommen – und ist dabei auch fündig geworden. Mehrere Verwarnungen wurden erteilt und zwei Wohnungen versiegelt.

An zwei Tagen waren die Ordnungsamtsmitarbeiter unterwegs: Fünf Gebäude mit insgesamt sieben Wohnungen und einen Massagesalon hatten sie im Visier. „Wir sind hier tatsächlich aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung oder einschlägigen Inseraten im Internet tätig geworden“, so der stellvertretende Ordnungsamtschef Martin Echterling. „Wir wollen damit auch klar machen, dass wir dieses Szene im Blick haben.“

Fünf von zwölf Frauen ordnungsgemäß angemeldet

Insgesamt zwölf Prostituierte hatten die Beamten vor Ort angetroffen. Davon waren fünf Frauen ordnungsgemäß nach den Vorschriften des Prostituiertenschutzgesetzes angemeldet. Vier Prostituierte wurden an die Ausländer- und Polizeibehörde übergeben, um sie genauer zu überprüfen.

In diesem Zusammenhang mussten die Kontrolleure zwei Wohnungen versiegeln, da dort die Voraussetzungen für die Tätigkeiten des Prostitutionsgewerbes nicht mehr erfüllt waren. Gegenüber den Prostituierten sprachen die Beamten zwei mündliche und eine gebührenpflichtige Verwarnung aus, weil die betroffenen Frauen ohne die erforderlichen Bescheinigungen tätig waren.

Wohnungen über das Stadtgebiet verteilt

Aber wo findet die Wohnungsprostitution in Hagen überhaupt statt? Die Düppenbecker Straße als echte „Rotlicht-Meile“ kennen die meisten Hagener. Die Wohnungsprostitution findet aber im Verborgen statt. Und das an ganz unterschiedlichen Orten. „Bei den jetzt von uns kontrollierte Wohnungen gibt es keine örtliche Konzentration, die waren auf das Stadtgebiet verteilt“, so Martin Echterling.

Wie viele Wohnungen es genau sind, das weiß auch die Stadt nicht genau. Dass es aber rund 150 illegale Wohnungen gibt, in denen der illegalen Wohnungsprostitution nachgegangen wird, wie Carsten Rohleder, der Eigentümer mehrerer Häuser in der Düppenbecker Straße einmal gegenüber der WESTFALENPOST gesagt hatte, hält Martin Echterling für völlig unrealistisch: „Hagen ist keine Hochburg der Prostitution im Ruhrgebiet. Anlass unsere Kontrollaktion war auch nicht, dass wir den Erkenntnisse hätten, dass es viel mehr geworden ist. Wir wollen nur Ordnung in diesem Bereich.“

Ab zwei Prostituierten ein Bordell

Doch wann darf man in einer Wohnung der Prostitution nachgehen? „Wenn eine Person dem Gewerbe nachgeht und nach dem Prostituiertenschutzgesetz gemeldet ist, dann darf das praktisch in jeder Wohnung geschehen“, so der stellvertretende Ordnungsamtschef. Ab zwei Prostituierten handele es sich dagegen um einen Bordellbetrieb: „Und dafür braucht es einen festen festen Ansprechpartner als Verantwortlichen und eine baurechtliche Genehmigung.“

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