Urteil in Hagen

Seelisches Loch – Aber Lehrerin muss nicht in Psychiatrie

Das Landgericht hat gestern eine Unterbringung für die Lehrerin abgelehnt.

Das Landgericht hat gestern eine Unterbringung für die Lehrerin abgelehnt.

Foto: Archiv

Hagen.   Sie warf Steine gegen ein Taxi, schlug Polizisten und verletzte einen Krankenpfleger, der sie fixieren wollte. Doch sie bleibt eine freie Frau.

Dieses Verfahren endete mit einem Happy-End: Eine ehemalige Lehrerin muss nicht in die Psychiatrie. Das Landgericht hat ihre Unterbringung abgelehnt. Der zierlichen Beschuldigten steht für die vergangenen sieben Monate, die sie in der Forensik verbrachte, eine finanzielle Entschädigung zu.

Wie berichtet, war die Grundschullehrerin Ende Juni 2017, nachdem ihre befristete Anstellung als Pädagogin nicht verlängert wurde, in ein seelisches Loch gestürzt. Es häuften sich Vorfälle, die immer wieder dazu führten, dass die Polizei erscheinen und die unberechenbare Akademikerin ins Johannes-Hospital nach Boele bringen musste.

Krankheitsbedingte Ausbrüche

„Sie war eine schwerkranke Frau, das hatte Folgen für sie selbst, ihre Familie und Dritte. Das ist der Grund des Verfahrens“, fasste es Richter Bernhard Kuchler zusammen. Im Frühjahr 2018 sei es zu einer ganzen Reihe von krankheitsbedingten Ausbrüchen gekommen.

So warf sie Steine gegen ein Taxi, schlug Polizisten und verletzte einen Krankenpfleger, der sie fixieren wollte. Auch zerkratze sie mit einem Schlüssel den Lack von 13 Autos. Der Vorsitzende Richter: „Das reicht aber alles nicht für eine Unterbringung, eine der schärfsten Maßnahmen, die das Gesetz vorsieht.“

Die Beschuldigte konnte als freie Frau den Gerichtssaal verlassen.

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