Politik

Rat bremst die Einführung der Biotonne in Hagen aus

Dieses einladende Konzept soll am Ufer des Hengsteysees umgesetzt werden.

Dieses einladende Konzept soll am Ufer des Hengsteysees umgesetzt werden.

Foto: Landschaftsarchitekten Gasse/Schumacher/Schramm

Hagen.  Der Hagener Rat hat eine breite Palette an bürgernahen Entscheidungen getroffen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Beschlüsse.

Ein breites Themenspektrum hat der Hagener Rat in seiner jüngsten Sitzung diskutiert. Dabei wurden Entscheidungen getroffen zur Umgestaltung des Freibades in Hengstey, zu Schottergärten, zur Einführung der Biotonne sowie zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK).

ISEK-Prozess

Letzteres wurde nach einem fast zweijährigen Diskussionsprozess unter großer Bürgerbeteiligung in Form von Online-Befragungen und Stadtbezirkskonferenzen mit großer Einmütigkeit auf den Weg gebracht. „Dies ist ein durchaus besonderer Moment“, betonte Oberbürgermeister Erik O. Schulz mit Blick auf die erarbeiteten Perspektiven bis ins Jahr 2035. Hagen habe durch den ISEK-Prozess nicht bloß sein Profil geschärft und seine Stärken herausgestellt, sondern auch eine wesentliche Grundlage für Fördermittel zur Stadtentwicklung geschaffen.

CDU-Fraktionschef Stephan Ramrath mahnte aber zugleich an, dass der einstimmig beschlossene Abschlussbericht keineswegs in Stein gemeißelt sei, sondern es sich um einen dynamischen Prozess handele, dessen Prioritäten immer wieder sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst werden müssten. SPD-Ratsherr Jörg Meier hoffte derweil: „Jetzt kommen wir ins Arbeiten. Mit den Zielsetzungen können wir in die Quartiere gehen, um Verbesserungen hinzubekommen.“

Stadtbaurat Henning Keune bedankte sich für das vorzeitige Präsent für den Gabentisch: „Mit diesen Leitplanken haben wir Themen identifiziert, die für Hagen wirklich wichtig sind. Jeder soll sich darin wiederfinden, ohne dass jeder alles gut finden muss.“ Daher appellierte der Hasper Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser auch an die Stadt, die ISEK-Thematik in verständlicher Form weiterhin in die Bürgerschaft zu vermitteln. Dies soll in Form von Stadtbezirkskonferenzen in den nächsten Monaten geschehen.

Freibad Hengstey

Ebenfalls einstimmige Rückendeckung gab es für die Entwicklungspläne rund um das Hengstey-Freibad, das für etwa 3,7 Millionen Euro durch eine Strandbar mit modernen Aufenthaltsflächen sowie einer Stegverbindung zum bestehenden Strandhaus zum neuen Freizeitmagneten am Ruhrufer weiterentwickelt werden soll. „Hier können wir den Bürgern beweisen, dass nicht bloß geplant und geredet, sondern auch umgesetzt wird“, sprach Ramrath stellvertretend für den gesamten Rat von einem „hervorragenden Schritt in die richtige Richtung“. Allerdings entschied der Rat, dass die Planung des Gastronomie- und Beherbergungskonzeptes im HVG-Aufsichtsrat noch einmal vertiefend erörtert werden solle.

Einführung der Biotonne

Keine Mehrheit fand der Vorstoß der Stadtverwaltung, zumindest für ein Pilotversuch in Boele sowie in Boelerheide eine Biotonne einzuführen. Damit reagiert die Umweltverwaltung auf eine Aufforderung der Bezirksregierung in Arnsberg, auf diesem Terrain aktiv zu werden. Allerdings gab es für den Vorschlag lediglich die Rückendeckung der Fraktionen Hagen Aktiv und Piraten/Bürgern für Hohenlimburg. Das Gros des Rates appellierte hingegen an die Verwaltung, alternativ das System der Bringhöfe konsequent auszubauen. „Die Biotonne ist ökologischer und ökonomischer Unsinn“, meinte der frühere HEB-Chef Werner König (SPD) angesichts des erheblichen Logistikaufwandes. Zudem warnte er ebenso wie CDU-Sprecher Jörg Klepper davor, dass es in der Müllverbrennungsanlage zu technischen Problemen komme, wenn Biomaterial dem Hausmüll entzogen werde. Zudem sei mit einer drastischen Erhöhung der Müllgebühren zu rechnen.

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