Natur-Projekt

Lenne-Renaturierung – Hagens größtes Öko-Projekt wird teurer

Die Lenne bei Halden (im Hintergrund die Dolomitwerke): So wie der Fluss hier verläuft, wurde er in den 1970er-Jahren angelegt.

Die Lenne bei Halden (im Hintergrund die Dolomitwerke): So wie der Fluss hier verläuft, wurde er in den 1970er-Jahren angelegt.

Foto: Michael Kleinrensing

Hohenlimburg.   Es ist das größte Öko-Projekt in der Geschichte der Stadt Hagen. Doch zum einen wird es teurer als gedacht, zum anderen muss es noch warten.

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Es ist still geworden um eines der größten Renaturierungsprojekte in der Geschichte der Stadt Hagen. Auf einem 2,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Henkhausen und Garenfeld soll die Lenne in einen Zustand zurückversetzt werden, der die ursprünglichen Strukturen eines naturnahen Mittelgebirgsflusses wiedererkennen lässt. Das Flussbett wird teilweise von 25 auf 90 Meter ausgeweitet. Das verbaute Ufer soll ausgekoffert, die Lenne entfesselt werden. Daneben soll ein Radweg entstehen, der die künftige Auenlandschaft für den Besucher erlebbar machen soll. Aber warum tut sich nichts? Eigentlich sollten die Bagger schon längst das Lenne-Ufer abgeknabbert haben.

„Wir sind etwas zurückgeworfen worden“, sagt Gerald Fleischmann vom zuständigen Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH). Dort ist er Leiter des „Fachbereichs Grün“ und als solcher Projekt-Chef einer der größten ökologischen Maßnahmen jemals in Hagen. „Zum einen steht der Zuschuss-Antrag für dieses Projekt noch aus“, sagt Fleischmann. Den muss die Stadt Hagen zunächst absegnen und dann zur Bezirksregierung nach Arnsberg senden.

Dass der Antrag noch nicht abgesegnet sei, habe mit zwischenzeitlichen Problemen bei der Aufstellung des Hagener Haushalts zu tun. Die Stadt ist mit zehn Prozent der Kosten von kalkuliert 4,1 Millionen Euro im Boot. Das Land mit 90 Prozent.

Doch die Kosten werden über zwei Millionen Euro höher ausfallen. Denn: Bodenuntersuchungen haben ergeben, dass Teile des Ufers teilweise auch durch Schwermetalle belastet sind. „Das ist im Prinzip kein Problem“, sagt Fleischmann, „erfordert aber eine andere Vorgehensweise.“ Alle 500 Tonnen muss während des Ausbaggerns des Ufers nun eine Probe gezogen werden. Das heißt: Die ausgebaggerte Erde muss solange zwischengelagert werden, bis ein Ergebnis vorliegt. „Man fasst den Boden zweimal an. Das kostet mehr Zeit und mehr Geld.“

Eine Bausünde der 1970er-Jahre

Durch die Maßnahme soll die Lenne im skizzierten Bereich wieder mehr Eigendynamik erhalten. Strömungslenker sollen eingesetzt werden. Es werden sogar Totholz und Störsteine eingesetzt, damit die Gewässerstruktur möglichst naturnah wird. Die Lenne verläuft auf den genannten 2,5 Kilometern gestreckt und geschwungen. Eine Bausünde der 70er-Jahre. Sie variiert in Breite und Tiefe kaum und ausbaubedingt fehlen ihr die Strukturen naturnaher Mittelgebirgsflüsse.

„Die Lenne wurde in diesem Bereich in den 70er-Jahren baulich so geführt, um Platz für die Ansiedlung von Industrie im Auenbereich zu machen“, sagt Gerald Fleischmann. Nach damaligem Kenntnisstand wurden auch ökologische Aspekte miteinbezogen. Fleischmann: „Heute ist man wesentlich weiter, was das Thema angeht.“

Lenne wieder erlebbar machen

Neben der Aufwertung des gewässerökologischen Zustands der Lenne dienen die geplanten Maßnahmen gleichzeitig auch dazu, die Lenne stärker in das Bewusstsein der Anlieger zu rücken und zusätzlich Möglichkeiten zu schaffen, naturnahe Flussabschnitte im städtischen Umfeld zu „erleben“.

Der Fahrradweg, der verlegt werden soll, führt in Teilbereichen dann auch näher an die umgestaltete Lenne heran und durch eine Auenlandschaft hindurch.

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