Landwirte machen ihren Sorgen Luft

Ennepetal.   Mit Mitgliedern der Jungen Union aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen fanden heimische junge Landwirte verständnisvolle Gesprächspartner. Nach der Besichtigung des Milchviehbetriebes Kalthaus in Ennepetal-Rüggeberg kam es in der Scheune zur Sache. Mitglieder des Junglandwirteforums Ennepe-Ruhr/Hagen berichteten frei weg von ihren Sorgen.

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Mit Mitgliedern der Jungen Union aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen fanden heimische junge Landwirte verständnisvolle Gesprächspartner. Nach der Besichtigung des Milchviehbetriebes Kalthaus in Ennepetal-Rüggeberg kam es in der Scheune zur Sache. Mitglieder des Junglandwirteforums Ennepe-Ruhr/Hagen berichteten frei weg von ihren Sorgen.

Da sind der immer größer werdende Flächenverbrauch und die nach ihrer Meinung einseitige Berichterstattung in den Medien, wenn es um Tierhaltung und Nutzung von Pflanzenschutzmitteln gehe. Der Berufsstand des Landwirtes stehe immer wieder in der Kritik, einseitig, sagen die jungen Bauern. Die Brüder Heiner und Lukas Born fordern ein „Miteinander“ ein bei der Bewältigung von Problemen. „Es ist schließlich unser Beruf!“

Kritisch sehen sie den weiteren drohenden Flächenverlust für die Landwirtschaft, z.B. in der Hansestadt im Bereich Königsheide. Aus der Versammlung heraus kam auch Kritik an die Bauplanung in Ennepetal-Homberge. Der Kreisvorsitzende des Westfälischen Landwirtschaftsverbandes, Dirk Kalthaus, kennt die Problematik und gibt zu bedenken: „Wenn der Flächenverbrauch so weitergeht wie bisher, wie soll dann die Bevölkerung ernährt werden?“

Kalthaus, der in Rüggeberg den modernen Betrieb führt, ist sich sicher: „Ein Landwirt kümmert sich um die Gesundheit seiner Tiere. Wenn eine Kuh sich nicht wohl fühlt, dann gibt sie auch weniger Milch.“ Noch würden auf seinem Hof die Kälber enthornt. „Ja, es schmerzt für einige Sekunden. Würden wir Landwirte es nicht tun, ist später für die Tiere die Gefahr groß, bei Kämpfen in den Herden verletzt zu werden.“ Auch der vernünftige Umgang mit Pflanzenschutzmitteln müsse von alten Seiten betrachtet werden. „Wir Landwirte wünschen uns, bei Entscheidungen im politischen Raum über die Landwirtschaft vorher beteiligt zu werden.“ Kein Verständnis habe er für den Antrag der SPD Ennepetal für eine „pestizidfreie Kommune“. „Leider hat mit uns keiner gesprochen“, bedauerte Kalthaus. Der stellvertretende Kreisvorsitzende der Jungen Union und CDU-Ratsmitglied in Ennepetal, Jannik Olschewski, positionierte sich: „Ich werde den SPD-Antrag ablehnen.“ Gleichzeitig will er den Kontakt zu den Landwirten intensivieren und verlässlicher Ansprechpartner sein.

Als Gast nahm auch der Wittener Kommunalpoltiker Stefan Borggraefe (Piraten) an dem Treffen teil. Er plädiert in einem Antrag an den Rat der Stadt Witten dafür, dass in Witten der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umweltschutz keine Beschlüsse über Landwirtschaft treffen soll, ohne die betroffenen Landwirte gehört zu haben. Er fand ein offenes Ohr bei der Jungen Union und auch bei den jungen Landwirten. Interessant: Der Antrag richtet sich gegen SPD und CDU in Witten.

Beim Treffen der Jungen Union und des Junglandwirteforums ging es auch um das Reizthema Glyphosat. Dirk Kalthaus: „Es ist zugelassen und nach allen vorliegenden Bewertungen nicht krebserregend. Wir haben es aber schwer, gegen die aus dem Ruder gelaufene Diskussion anzukommen!“ Kalthaus und seine Jungbauern wünschen sich, dass Dinge von allen Seiten betrachtet werden, kritisch, aber auch fair dem Berufstand gegenüber, der die Menschen ernähre.

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