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Hohenlimburg: Wer die BVB-Promis an die Lenne holte

Im Jahr 2014 lotste Klaus Söhnchen (rechts) den BVB-Präsident Reinhard Rauball, damals auch Präsident des Deutschen Ligaverbandes, nach Hohenlimburg – in die Oeger Gaststätte „Zum Löschteich“.

Im Jahr 2014 lotste Klaus Söhnchen (rechts) den BVB-Präsident Reinhard Rauball, damals auch Präsident des Deutschen Ligaverbandes, nach Hohenlimburg – in die Oeger Gaststätte „Zum Löschteich“.

Foto: WP

Hohenlimburg.  Klaus Söhnchen beendet seine Arbeit für den „Freundeskreis Borussia Dortmund Hohenlimburg“. Viele bekannte Gesichter lotste er an die Lenne

Mit dem BVB-Vorstand Carsten Cramer wollte der Klaus Söhnchen eigentlich noch einen letzten Fußball-Promi nach Hohenlimburg holen, bevor er sich aus dem Vorstand vom „Freundeskreis Borussia Dortmund“ verabschiedet. Die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus ließen den Termin in der Gaststätte „Limmeg“ allerdings platzen. Auch wenn das Treffen nur aufgeschoben, nicht aufgehoben ist – für Söhnchen steht der Entschluss fest, dass seine Fanclub-Arbeit zeitnah enden soll.

„Mit dem Besuch von Carsten Cramer hätten wir dann auch die gesamte Geschäftsführung des BVB hier in Hohenlimburg gehabt“, sagt der Oeger, der in der Vergangenheit zahlreiche bekannte Gesichter aus dem Schwarz-Gelben-Kosmos an die Lenne lotsen konnte, wie zuletzt 2019 den Ex-Profispieler Sebastian Kehl. Den engen Kontakt zur BVB-Spitze hat der „Freundeskreis Borussia Dortmund Hohenlimburg“ über Jahre gepflegt, mit Vereinslegenden wie dem verstorbenen Aki Schmidt war Klaus Söhnchen gut befreundet.

Aki Schmidt kommt zur Geburtstagsfeier

Aki Schmidt wurde 1997 Fanbeauftrager von Borussia Dortmund und als eine seiner erste Amtshandlungen besuchter er die hiesigen BVB-Fans im „Oeger Stübchen“, um der Feier von Söhnchens 50. Geburtstag beizuwohnen. „Nach Dortmund ist er nicht mehr zurückgefahren, an dem Abend ist er in einem Hohenlimburger Hotel untergekommen“, sagt Söhnchen, der 15 Jahre später erneut eine denkwürdige Geburtstagsfeier erleben sollte: mit BVB-Ikone Siegfried „Siggi“ Held. „Das Fernsehen wollte einen Bericht über Siggi Held machen“, erinnert sich Söhnchen. „Da hat die BVB-Fanbeauftragte als Kulisse auf die Feier meines 65. Geburtstag verwiesen.“ So kam es, dass ein Fernsehteam des Norddeutschen Rundfunks (NDR) im Reher Hof einkehrte, um dort Bilder von Siggi Held bei der Geburtstagsfeier von Klaus Söhnchen einzufangen. „Die waren drei Stunden da und haben das Programm durcheinander gebracht“, so Söhnchen, „für sechs Minuten Sendezeit.“

Zahlreiche Anekdoten dieser Art hat der 73-Jährige im Kopf. Sie zeugen von einer Zeit, in der das Fußballgeschäft familiärer und der Kontakt zwischen Fans und Profivereinen enger war. Zwar gelingt der Kontakt zur Geschäftsführung bis heute, jedoch sei der Draht zu den Spielern fast verloren. „Die werden völlig abgeschottet“, so Söhnchen, der sich noch gut an eine ganz andere Zeit erinnern kann. „In den 1970ern wollte ich den Schalker Spieler Olaf Thon hierher lotsen“, erzählt Söhnchen, der vor seiner Pensionierung das Sozialamt in Schalksmühle geleitet hat. „Damals habe ich mich im Einwohnermeldeamt nach Olaf Thon erkundigt und bekam seine Kontaktadresse – Datenschutz wie heute gab es da noch nicht.“

Abschiedstreffen mit BVB-Vorstand Cramer

Mehr als vier Jahrzehnte Vereinstreue und gemeinsame Erlebnisse hat der „Freundeskreis Borussia Dortmund Hohenlimburg“ gesammelt. Söhnchen war all die Jahre der Vorsitzende des Hohenlimburger Clubs, der in seiner Spitzenzeit rund 90 Mitglieder umfasste. Mit dem Abschied von Klaus Söhnchen kommt das Wirken des Fanclubs zum Erliegen, die letzten Mitglieder haben sich zur Auflösung entschlossen. Wenn die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie vorbei sind, soll das Abschiedstreffen von Mitte März aber nachgeholt werden, natürlich wie angekündigt mit BVB-Vorstand Carsten Cramer als prominentem BVB-Gast. „Sein Gastgeschenk steht solange bei mir zuhause, das werde ich ihm dann überreichen.“

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