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Hohenlimburg: Kanu-Meisterschaften beleben nur die Lenne

Die Strecke an der Lenne ist eine von drei Wildwasser-Anlagen in Deutschland, die die notwendigen Voraussetzungen für Meisterschaftswettkämpfe im Kanu-Slalom bietet.

Die Strecke an der Lenne ist eine von drei Wildwasser-Anlagen in Deutschland, die die notwendigen Voraussetzungen für Meisterschaftswettkämpfe im Kanu-Slalom bietet.

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Hohenlimburg.  Mehr als 400 Kanuten aus Deutschland kämpfen in Hohenlimburg um den deutschen Meistertitel im Kanu-Slalom. Warum Programm in der Innenstadt fehlt

Was wäre, wenn die komplette Saison der Fußball-Bundesliga auf ein Wochenende fiele? Alle Partien hintereinander, von Freitag bis Sonntag. Was im Fußball unmöglich zu organisieren ist, findet für den Kanusport an diesem Wochenende an der Lenne statt: 45 Vereine aus ganz Deutschland kämpfen im Wildwasserpark um den deutschen Meistertitel. Wie blicken die Kanuten auf Hohenlimburg? Und warum ist das Event nur an der Lenne angesiedelt, statt auch in die Innenstadt überzugreifen?

Gute Stimmung am Ufer

Am Ufer wird’s eng: Viele Kanufreunde drängen sich entlang der Strecke des Wildwasserparks. Alle paar Minuten saust ein Kanu vorbei, häufig verfolgt von Teamkollegen am Ufer. „Komm, komm, komm“, ruft die Truppe, als könne sie den Teamkollegen im Kanu so schneller zum Ziel tragen.

Fee Maxeiner steht ein paar Meter abseits. Sie hat gerade Pause. Die Kanutin ist seit Jahren erfolgreich in den Fluten unterwegs, national wie international, und kennt die Strecke in Hohenlimburg gut. Sie komme immer gerne an die Lenne. „Das ist hier super organisiert“, sagt die Wiesbadnerin. Zwar gebe es bundesweit Wildwasser-Strecken, die anspruchsvoller seien. Aber: „Für die deutschen Meisterschaften gibt sich kein Veranstalter mehr Mühe als hier in Hohenlimburg“.

Großleinwände mit Live-Übertragung und ein Konzert am Samstagabend – das sind Alleinstellungsmerkmale, für die Hohenlimburg unter vielen Kanuten geschätzt wird. Das weiß auch Ralf Kriegel, 2. Vorsitzender vom Kanu Club Hohenlimburg und Organisator des Events.

„Weil wir nicht so eine tolle Strecke haben wie andere Mitbewerber, versuchen wir mit dem Rundum-Programm zu punkten“, sagt Kriegel. „Woanders machst du dein Rennen, gehst abends ins Hotel und das war’s.“

Keine Impulse aus der Innenstadt

Vor diesem Hintergrund wundert es umso mehr, dass wenige Meter entfernt in der Innenstadt kein ergänzendes Programm stattfindet. Woran liegt’s? „Die Werbegemeinschaft hatte nur halbherzig gefragt. Wir hätten uns ein Programm in der Innenstadt auch sehr gut vorstellen können“, so Kriegel. Zwar gab es die Idee, Live-Konzert am Samstag und Siegerehrung am Sonntag auf dem Neuen Markt stattfinden zu lassen. „Aber das hätte keinen Sinn gemacht, wenn es die einzigen Aktionen in der Innenstadt gewesen wären. Außerdem schätzen viele Kanuten gerade für Siegerehrung und Konzert die besondere Atmosphäre an der Lenne.“

Auch Ulrich Elhaus, Werbegemeinschaft Hohenlimburg, hätte ein gemeinsames Fest begrüßt. Halbherziges Engagement der Werbegemeinschaft weist er jedoch zurück. „Das ist in erster Linie eine Veranstaltung der Kanuten“, sagt Elhaus. „Zudem haben wir erst im Mai von dem Termin der Kanu-Meisterschaft erfahren“, so Elhaus weiter. „Wir hatten sonst auch überlegt, den Bauernmarkt auf das Wochenende zu legen – aber das war zu kurzfristig.“

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